Punktgewinn oder Punktverlust?!

Handball, Thüringenliga Männer, 8. Spieltag, Bericht

HSV Ronneburg – Sonneberger HV 23:23 (9:11)

Sonneberg/Ronneburg. Die Thüringenligahandballer des Sonneberger Handballvereins (SHV) kehrten am vergangenen Wochenende mit einem 23:23-Remis aus Ronneburg heim, wussten dabei schlussendlich aber nicht so richtig, ob sie sich über einen Punkt freuen sollten oder dem verlorenen Punkt nachtrauern mussten. Spielertrainer Manuel Müller brachte es schließlich aber auf einen einfachen Nenner:

„In Ronneburg werden nicht viele Mannschaften Punkte holen. Wir haben es geschafft, zumindest einen mitzunehmen. In den vergangenen Jahren haben wir uns dort wesentlich schwerer getan.“ Diesmal waren die Spielzeugstädter jedoch das gefühlt bessere Team, konnten sich am Ende aber eben nicht mit einem Doppelpunktgewinn belohnen. Und dabei führte man fünf Minuten vor Schluss dank eines Treffers von Moritz Weitz noch mit zwei Toren (23:21). In der Schlusssequenz gab es jedoch den einen oder anderen strittigen Pfiff, der bis dahin äußerst souveränen Schiedsrichter, weshalb sich sowohl die Schiris als auch die Südthüringer von der aufkommenden Hektik anstecken ließen. Am Ende spielten die Gäste jedenfalls in Unterzahl und mussten kurz vor Schluss noch den Ausgleich hinnehmen. Sonnebergs sportlicher Leiter Hans-Joachim Ursinus fasste es mit einer einfachen Formel zusammen: „Wenn du in Ronneburg am Ende nicht mit vier bis fünf Toren führst, ist alles möglich!“ Und genau so kam es dann eben auch, die gut 200 Zuschauer verwandelten die Sporthalle wieder in den berühmt berüchtigten Hexenkessel, aus dem am Ende kein Sieger hervor ging. Dass sich die Hausherren über den Punktgewinn jedoch wie über einen Sieg freuten, zeigt die Stärke der Spielzeugstädter. Wahrscheinlich hatte man im heimischen Lager selbst nicht mehr mit einem Punkt gerechnet. Am Ende geht dieser aber wohl auch in Ordnung. Über die gesamte Spielzeit bekämpften sich die Teams mit harten, aber zumiest fairen Mitteln und zeigten im Spitzenspiel des Spieltags, das eben auch beide Mannschaften an die Tabellenspitze gehören. An Einsatzwillen und Kampfesbereitschaft mangelte es jedenfalls allen Beteiligten nicht.

Im ersten Durchgang waren die Gäste aus Südthüringen leicht Ton angebend, egalisierten die 1:0-Führung der Hausherren und legten schnell nach (2:2, 5:2). In der Folgezeit glichen aber die Ronneburger wieder aus und das Spiel ging hin und her (6:6, 7:7, 9:7, 9:9). Kurz vor der Pause trafen Thorsten Zimmermann und Mike Weißbrodt für die Spielzeugstädter noch zur Zwei-Tore-Halbzeitführung. Vom Pausentee zurück drückten die Hausherren aber wieder aufs Tempo, glichen erst aus (11:11) und gingen anschließend gar selbst mit zwei Toren in Führung (13:11). Den Anschluss vom 12:14 zum 14:14 für Sonneberg besorgte dann Krisztian Benak mit einem Doppelschlag. Bis zum 20:20 konnte sich keine Mannschaft mehr richtig absetzen. Und auch danach gelang den Gästen „nur“ eine Zwei-Tore-Führung (22:20, 23:21). Der 23. Treffer von Sonnebergs besten Torschützen Moritz Weitz war dann bekanntlich auch der letzte, weil eben unter anderem auch ein reguläres Tor nicht anerkannt sowie ein klarer Strafwurf in der Schlusssekunde verweigert wurde. Der Rest der Geschichte ist erzählt, Ronneburg gelingt durch einen Kraftakt noch der Ausgleich und die Partie endet 23:23-Remis. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge trat man also die Heimfahrt an, muss sich ob der gezeigten Leistung aber keinesfalls verstecken und scheint für die anstehende Aufgabe gut gerüstet. Nächste Woche steigt nämlich das zweite Südthüringenderby innerhalb kürzester Zeit in eigener Halle, wenn man die Spielgemeinschaft aus Suhl und Goldlauter empfängt.

Presse SHV

Sonneberg: Thomas, Liptak; Schmidt, Boseckert, Müller, Bondar (4), Schlücke, Weitz (7), Benak (5), Oehrl, Zimmermann (1), Weißbrodt (3), Rehm (3)

Strafwürfe: Ronneburg: 1/1; Sonneberg: 1/3;
Zeitstrafen: Ronneburg: 7+1RK; Sonneberg: 10+1RK;
Disqual.: Stölzner (Rbg., 55. Min., grobes Foulspiel), Rehm (Sbg., 56. Min., 3x2min)
Zuschauer: 200