Zwei Punkte, mehr nicht – aber Emotionen pur!

Handball, Thüringenliga Männer, 9. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSG Suhl/Goldlauter 26:20 (14:7)

Sonneberg. In einem äußerst emotional geführten Südthüringenderby behalten die Handballer des Sonneberger Handballvereins (SHV) am vergangenen Samstagabend die Oberhand und schicken den Kontrahenten aus Suhl mit einem sicheren, aber glanzlosen 26:20-Heimsieg nach Hause. Dabei ging es auf der Platte einige Male heiß her, wie es sich für ein Derby eben gehört.

Dass die Gäste aus der Waffenstadt dabei mehrfach die Grenze des Erlaubten überschritten, verdeutlichen insgesamt zwölf Zeitstrafen für sie. Davon jedoch waren auch etliche wegen Disziplinlosigkeiten, wodurch sich das Team von Trainer Jacek Mularcyzk selbst unnötig dezimierte. Andererseits war etwas Feuer auf dem Parkett auch bitter nötig. Denn leider wurde die Heizungsanlage in der SBBS-Halle immer noch nicht repariert, weshalb die Zuschauer in Sonnebergs neuer Eishalle vor Kälte zitterten. „Eigentlich haben wir uns ja bewusst eine Hallensportart ausgesucht, um im Winter nicht frieren zu müssen. Aber das sind untragbare Zustände, sowohl für die Sportler als auch für die Zuschauer“, kritisierte Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller die Umstände. „Doch wir können machen und sagen was wir wollen, es ändert sich derzeit leider nichts! Und wenn du dann aus der „Eishalle“ in die Dusche gehst und nur kaltes Wasser raus kommt, ist das schon äußerst grenzwertig, eigentlich fast gesundheitsschädlich“, schiebt er noch nach und denkt dabei aber auch vor allem an die vielen Zuschauer. Es waren wieder über 400 gekommen, um einen schönen Handballabend zu erleben. Dass diese dann mit Schal und Mütze auf der Tribüne saßen, war schon ein verstörendes Bild. Bleibt zu hoffen, dass unter der Woche etwas vom Hallenbetreiber unternommen wird, damit der äußere Rahmen für den Knaller in der kommenden Woche passt. Dann nämlich gastiert zur dritten Runde im Amateurpokal der MHV-Oberligist und Drittligaabsteiger aus Bad Blankenburg.

Doch zurück zum Spiel: Die Akteure auf dem Parkett passten sich gefühlt immer wieder den äußeren Bedingungen an und taten nicht mehr als nötig. Nachdem die Hausherren gleich zu Beginn für klare Fronten sorgten, plätscherte das restliche Spiel eigentlich nur noch vor sich hin - bis auf die einzelnen Aufreger, die aber weniger mit dem Sportlichen, sondern vielmehr mit den Emotionen zu tun hatten. Die gastgebenden Sonneberger legten los wie die Feuerwehr. Neuzugang Marius Bondar war einmal mehr bester Werfer (11 Treffer) und lochte gleich zu Beginn dreimal in Serie ein. Die 1:0-Führung der Gäste aus Suhl egalisierten die Spielzeugstädter schnell und gingen selbst mit 7:1 (!)  in der 13. Spielminute in Führung. Anschließend verwalteten die Hausherren nur noch und mit einem 14:7 ging es in die Kabinen zum Pausentee. Von dort zurück sorgten die Mannen um Torhüter und Neuzugang Mate Liptak gleich endgültig für die Entscheidung. Vor allem Liptak im Tor lief über die gesamte Spielzeit zur Hochform auf. Sein Pendant, Nils Thomas, musste zwar erkrankt passen, doch das fiel an diesem Abend nicht ins Gewicht. Der ungarische Neuzugang zeigte, wie wertvoll er werden kann! Als es in der 44. Minute bereits 21:12 hieß, waren die Messen endgültig gelesen und die Nerven der Suhler immer dünner. Einer ließ sich davon jedoch nicht beirren und zeigte zwischen den Pfosten eine beachtliche Leistung: Thomas Werner. Einst auch in der Spielzeugstadt aktiv und immer noch herzlich verbunden, machte der Teufelskerl mit seinen 48 (!) Jahren ein Wahnsinns-Spiel. Doch er alleine kann eben keine Spiele gewinnen, dazu bedarf es vor allem auch eigener Tore im Angriff. Und das ist das große Suhler Manko. Am Ende konnten sie zwar noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, der ungefährdete 26:20-Heimsieg der Spielzeugstädter geriet aber zu keiner Zeit mehr in Gefahr.

Mit der gezeigten Leistung im letzten Drittel der Partie waren die SHV-Offiziellen zwar nicht mehr zufrieden, doch einerseits ob der Temperatur in der Halle und andererseits mit Blick auf die kommende Woche kann man es der Mannschaft vielleicht auch nicht verdenken.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak; Schmidt, Boseckert (1), Müller, Bondar (11/2), Schlücke, Weitz (5), Benak (5/2), Oehrl (1), Zimmermann, Weißbrodt (2), Rehm (1)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/4; Suhl: 3/4
Zeitstrafen: Sonneberg: 7; Suhl: 12 + 1 RK
Disqual.: Gerstenberg (Suhl, 29. Min., 3x2min)
Zuschauer: 400