Spielzeugstädter empfangen (Ex-) Bundesligisten

Handball, Thüringer Amateurpokal, 3. Runde (Halbfinale), Vorbericht

Sonneberger HV – HSV Bad Blankenburg Sa. 19 Uhr (SBBS-Halle)

Sonneberg. Am kommenden Samstagabend steigt der zweite Teil der Heimspielwochen des Sonneberger Handballvereins (SHV). Bereits am vergangenen Samstag hatten die Mannen von Spielertrainer Manuel Müller ein Heimspiel und empfangen in einer Woche gar die dritte Mannschaft in Folge in eigener Halle. „Was ist da denn los?“, mag sich der eine oder andere fragen. Ganz einfach: Letzte Woche empfingen die Spielzeugstädter Suhl zum Punktspiel. Am bevorstehenden Samstagabend steigt die dritte Runde im Thüringer Amateurpokal und eine Woche später trifft man im dritten Teil der Heimspielserie auf Goldbach/Hochheim, ebenfalls wieder ein Punktspiel. Und zwischen der Pflicht der Punktspiele kommt es am Samstag ab 19 Uhr in der Steinbacher Dreifelderhalle zur Kür, denn das Pokalhalbfinale steht an. Gegner dabei wird kein geringer als der letztjährige Drittligist aus Bad Blankenburg sein.

Die Kurstädter bezeichneten ihren Abstieg aus der dritten Bundesliga selbst als Betriebsunfall und wollen umgehend wieder aufsteigen. Das ambitionierte Ziel lautet dabei, dies auch noch mit null Minuspunkten zu schaffen, also jedes Punktspiel zu gewinnen. Die leisen Töne sind schon länger nicht mehr eine Sache der Blankenburger, wenn es um die eigene Stärke geht. Der Erfolg der letzten Jahre gab ihnen jedoch auch recht. Nachdem man in der zurückliegenden Saison vor allem in der Rückrunde aufgrund von erheblichen Verletztenproblemen etliche Punkte liegen ließ, musste man am Saisonende doch ziemlich überraschend in die Abstiegsrelegation. Und dort kam es so, wie es meist kommt, wenn es eh schon nicht richtig läuft. Im Siebenmeterwerfen verlor man das entscheidende Spiel gegen Gummersbach und musste den schmerzlichen Gang in die vierte Liga antreten.

Dort wollen die Südthüringer bekanntlich auch mittelfristig hin, der Gegner am kommenden Samstagabend dürfte aber wahrscheinlich dennoch kein Gradmesser sein, denn Bad Blankenburg ist wohl mehr als die aktuell eine Klasse besser. In der Liga zumindest steht das vom ehemaligen Eisenacher Bundesliga- und Nationalspieler Jörn Schläger betreute Team bis jetzt mit einer weißen Weste an der Tabellenspitze. Am vergangenen Wochenende reichte es beim Tabellenvorletzten in Apolda allerdings nur zu einem knappen 28:26-Sieg.

Auf dem Weg ins Halbfinale gaben sich die Kurstädter bisher jedoch keine Blöße, gewannen in Behringen/Sonneborn mit 37:22 und zu Hause gegen Ronneburg mit 41:21.  Das erklärte Ziel heißt auch hier, den Thüringer Amateurpokal zu gewinnen und anschließend den Siegeszug fortzusetzen, um am Ende in Hamburg zu landen. Dort spielen die beiden besten Amateurmannschaft Deutschlands dann vor dem DHB-Pokalfinale den DHB-Amateurpokalsieger aus. Sicherlich ein weiteres ambitioniertes, aber eben ein nicht unerreichbares Ziel für die Handballer aus Bad Blankenburg.

Die „Handball-Brötchen“ die in Sonneberg gebacken werden, sind freilich wesentlich kleiner. Aber in der ersten Pokalrunde deuteten die Spielzeugstädter ihre Stärke bereits an, als man den MHV-Oberligisten und Blankenburgs-Punktspielgegner aus Hermsdorf zu Hause mit 24:23 besiegte. Anschließend folgte zwar ein mäßiger Punktspielstart, doch den konnte man zuletzt mit einer kleinen Serie von fünf Spielen ohne Niederlage vergessen machen. Das Selbstvertrauen jedenfalls steigerte sich zusehends in den letzten Wochen und man spürte auch, dass die Mannschaft immer besser harmonierte. Und deshalb hofft man im Lager der Spielzeugstädter auch darauf, den scheinbar übermächtigen Kontrahenten so lange wie möglich ärgern zu können. Ob es dann zu einer Sensation reicht, muss abgewartet werden, aber der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze. Die zweite Pokalrunde überstand man übrigens ohne großes Zutun schadlos, da Goldbach auf das Spiel verzichtete und die SHV-Männer kampflos weiterkamen.

Presse SHV