Siegesserie souverän ausgebaut und mit Erfolgserlebnis in die Weihnachtspause

Handball, Thüringenliga Männer, 12. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Apolda II 31:20 (15:11)

Sonneberg. Vor gut 300 Zuschauern brillierten Sonnebergs Thüringenligahandballer zumindest im zweiten Durchgang, schickten die Gäste aus Apolda locker mit 31:20 nach Hause und konnten so anschließend bereits genüsslich Weihnachten feiern.

Im letzten Spiel des Jahres brannte für die Mannen um Spielertrainer Manuel Müller nichts an, ganz im Gegenteil, erste Lichtblicke für die Rückrunde wurden sichtbar und machen so bereits jetzt Lust auf mehr – am 14. Januar geht es dann weiter. Bis dahin gilt es vor allem bei den verletzten und angeschlagenen Spielern die nötigen und richtigen Maßnahmen einzuleiten, damit dem Angriff auf die Tabellenspitze in der zweiten Saisonhälfte zumindest personell nichts im Wege steht. Erfreulich dabei waren die ersten Einsatzminuten nach längerer Verletzungspause von Martin Schleuchardt, der sich auch gleich mit einem Torerfolg zurückmeldete. Außerdem lieferte Robert Blechschmidt eine schöne Geste ab. Er konnte zeitlich nicht bei der zweiten Mannschaft spielen, die das Vorspiel bestritt, und stellte sich deshalb als Ergänzung zur Verfügung. In den letzten zehn Minuten zeigte er dann auch, dass er selbst ohne großes Training immer noch fit ist und von seiner handballerischen Klasse jüngerer Tage wenig eingebüßt hat.

Einen emotionalen Höhepunkt erlebte das Spiel zudem bereits vor Anpfiff. Bereits im Sommer musste Pit Poser bekanntlich aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig mit dem Handballspielen aufhören, stellte sich anschließend aber weiter als Betreuer in den Dienst der Mannschaft. Der Vereinsvorsitzende und gleichzeitig langjähriger Mannschaftskollege Alexander Ebert bedankte sich beim gebürtigen Sachsen noch einmal für knapp 12 Jahre im Dienste der ersten Männermannschaft und neben ein paar Blumen gab es vom Team auch noch ein eigens kreiertes Shirt. Die Fans aus der Trommelabteilung ließen sich dabei natürlich auch nicht Lumpen und schickten Posers Sohnemann Emil mit einem Dankeschön-Shirt direkt zu ihm aufs Parkett.

Vielleicht waren nach dem anschließenden Anpfiff noch einige Spieler gedanklich bei den älteren Zeiten oder einfach schon im Weihnachtsmodus. Das Sonneberger Spiel jedenfalls kam nicht so richtig in die Gänge. Bezeichnend dafür waren gleich zu Beginn ein Lattenkracher des stark aufspielenden Kapitäns Philipp Oehrl und ein Pfostentreffer des Neuzugangs Marius Bondar. Ganze 3 Minuten und 20 Sekunden dauerte es bis endlich Thorsten Zimmermann den Bann brach und den ersten Treffer der Gastgeber markierte (1:1). Nach dem zwischenzeitlichen 5:2 konnten sich die Hausherren aber nie entscheidend absetzen. Apolda blieb stets in Schlagdistanz, hatte dabei das Glück des Tüchtigen und profitierte von etlichen Fehlern der Spielzeugstädter (7:3, 7:6, 9:6, 10:9, 12:11). Nur der Ausgleich wollte den Gästen nicht gelingen und in den letzten vier Minuten vor dem Pausenpfiff waren es dann die Südthüringer selbst, die sie verzweifeln ließen. Eine stärkere Deckung und ein glänzend aufgelegter Nils Thomas im Kasten sorgten dafür, dass Apolda bis zur Halbzeit kein Treffer mehr gelang. Selbst aber lochten die Hausherren noch dreimal ein und führten deshalb sicher auch nicht unverdient mit 15:11 zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging es dann ganz schnell. Apolda verkürzte zwar noch einmal auf 15:13, doch dann rollte ein Sonneberger Angriff nach dem anderen in Richtung Apoldas Tor. Selbst Hallensprecher Thomas Wöhner kam kaum noch hinter her und überschlug sich förmlich beim Ankündigen der Tore. Binnen sieben Minuten entschieden die Spielzeugstädter die Partie. Von 15:13 erhöhten sie auf 22:13 und schalteten anschließend zwar wieder den Turbo aus, zeigten aber dennoch weiterhin ordentliche Handballkost. In der 47. Minute war es dann auch mit der ersten Zehn-Tore-Führung soweit (26:16). Die besorgte Marius Bondar vom Punkt und die Stimmung auf den Rängen war nicht nur ob des leckeren Glühweins prächtig. In der Schlusssequenz gelang freilich nicht mehr alles, doch beim Stande von 31:18 waren es gar einmal 13 Tore Unterschied.

Für die erste Männermannschaft war dies ein versöhnlicher Jahresabschluss, den vielen treuen Fans wurde zumindest im zweiten Durchgang noch einmal ansehnlicher Handball geliefert und so können alle glücklich und zufrieden bereits jetzt in die Weihnachtszeit starten. Nach dem fulminanten Lauf von acht Spielen ohne Niederlage bei nur einem Remis seit dem 24. September rangieren die Südthüringer Thüringenligahandballer aktuell zumindest auf dem dritten Tabellenrang und machten mit den gezeigten Leistungen bereits Lust auf die Rückrunde.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak , Thomas; Schmidt (2), Boseckert (1), Müller (1), Bondar (10/5), Schlücke (1), Weitz (5/1), Oehrl (5), Schleuchardt (1), Zimmermann (2), Blechschmidt, Weißbrodt (3)

Strafwürfe: Sonneberg: 6/8, Apolda: 4/5
Zeitstrafen: Sonneberg: 4, Apolda: 5+1RK
Disqual.: Meisezahl (Apolda, 50. Min., 3x2min)
Zuschauer: 300