Mit dem Schlusspfiff einen Punkt verloren

Handball, Thüringenliga Männer, 15. Spieltag, Bericht

HBV Jena – Sonneberger HV 28:28 (14:14)

Sonneberg/Jena. Am zurückliegenden Samstagabend erkämpften sich Sonnebergs Thüringenligahandballer einen Punkt beim Spitzenspiel in Jena, waren dabei aber bis kurz vor Schluss gar auf der Siegerstraße. Erst nach dem Schlusspfiff kassierte man noch per Strafwurf den 28:28-Ausgleich.

Das Spiel begann nach dem Geschmack der Südthüringer, die wieder von einer kleinen Truppe an Schlachtenbummlern begleitet wurden. Marius Bondar und Krisztian Benak erzielten schnell die 2:0-Führung. Nach einer Zeitstrafe gegen Letzteren fanden aber auch die Hausherren ins Spiel, glichen erst aus und gingen anschließend selbst mit zwei Toren in Führung (4:2). Beim 5:5 durch Sonnebergs besten Feldtorschützen Mike Weißbrodt (8 Tore) war die Partie jedoch wieder egalisiert. Fortan entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem es ordentlich zur Sache ging und dem Charakter eines Spitzenspiels entsprach (8:8, 10:10, 12:12, 14:14 HZ). Nach dem Seitenwechsel ging das Hin und Her vorerst noch so weiter. Gefühlt waren jedoch nun die Spielzeugstädter am Drücker. Eine Unterzahlsituation (Thorsten Zimmermann musste für zwei Minuten auf die Strafbank) überstand man schadlos und erzielte gar selbst eine Zwei-Tore-Führung (18:16), die jedoch in der Folge durch die Jenaer Hausherren wieder egalisiert und gar gedreht wurde (18:18, 19:20). Nach dem 21:21 in der 44. Minute waren es jedoch die Gäste aus Südthüringen die nun endgültig den Ton angaben. Erst netzte Marius Bondar, dann Philipp Oehrl und ohne weiteren Gegentreffer auch noch Mike Weißbrodt zweimal ein, sodass in der 50. Spielminute ein 25:21 auf der Anzeigetafel leuchtete. Und als dann knapp sechs Minuten vor Schluss erneut Weißbrodt zum 27:24 traf, träumten bereits einige Sonneberger vom Doppelpunktgewinn.

Die Schlussminuten waren dann nichts für schwache Nerven. Den Spielzeugstädtern kam das Wurfglück abhanden und so gelang es den Gastgebern eine Minute vor Schluss durch ihren besten Werfer Hagen Rose wieder auszugleichen. Es stand 27:27 und es waren noch genau 59 Sekunden zu spielen. Als es nur noch 34 Sekunden waren, zückte Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller, der diesmal wieder auf seine Jungs vertraute und nicht selbst eingriff, zur grünen Karte. Auszeit Sonneberg. Die Marschroute war klar, das Spiel zu Ende bringen und mindestens den einen Punkt mitnehmen. 17 Sekunden vor Schluss durchbrach dann jedoch Moritz Weitz energisch die gegnerische Abwehr und erzielte das 28:27 aus Sonneberger Sicht. Beim Zurücklaufen und Verteidigen versuchte er den letzten entscheidenden Jenaer Angriff zu unterbinden. Aus Sicht der Unparteiischen war sein Einsteigen jedoch zu hart und er musste die restlichen 12 Sekunden von der Strafbank aus verfolgen. Von dort sah er, wie Jenas Außenspieler mit der Schlusssirene zum Wurf ansetzte und dabei durch Philipp Oehrl leicht behindert wurde. Da sich Sonnebergs Kapitän bei der Abwehraktion im Strafwurfkreis befand, entschieden die beiden Schiedsrichter folgerichtig auf Siebenmeter. In diesem Moment ertönte die Schlusssirene.

Die Anspannung war jetzt förmlich greifbar, als Jenas Hagen Rose zum ominösen Punkt schritt und gegen Sonnebergs Torhüter Nils Thomas antrat. Die Voraussetzungen waren klar, trifft er, endet das Spitzenspiel des 15. Spieltags der Thüringenliga unentschieden mit 28:28. Scheitert er, gewinnt Sonneberg. Der Pfiff ertönte, der Wurf erfolgte, Nils Thomas war zwar auch noch dran am Ball, konnte dessen Einschlagen im Netz aber nicht verhindern. Jubel auf der einen Seite. Enttäuschung auf der anderen. „Natürlich liegt man nach einem solchen Spielverlauf erst einmal enttäuscht am Boden. Doch ich kann und will der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Alle haben bis zum Schluss gekämpft wie die Löwen, wurden eben nur leider nicht mit zwei Punkten belohnt. Mit einigen Tagen Abstand werden wir uns aber auch über den einen Punkt freuen können, denn was Jena handballerisch auf die Platte brachte, war schon sehr stark“, resümierte Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller im Nachgang und blickte bereits hoffnungsvoll auf die nächste Woche, denn „mit dieser Leistung brauchen wir uns auch vor Mühlhausen nicht zu verstecken.“ Der Tabellenführer kommt am nächsten Samstagabend zum dritten Spitzenspiel in Folge in die Spielzeugstadt.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (9/2), Schlücke, Weitz (3), Benak (4), Oehrl (3), Schleuchardt, Zimmermann (1), Weißbrodt (8)

Strafwürfe: Jena: 5/6, Sonneberg: 2/2
Zeitstrafen: Jena: 4, Sonneberg: 5
Zuschauer: 50

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