1. Männer: Bericht zum Heimsieg im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Mühlhausen

Sonneberg gewinnt Spitzenspiel - Werbung für den Handballsport

Handball, Thüringenliga Männer, 16. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – VfB TM Mühlhausen 25:24 (12:11)

Sonneberg. Im Spitzenspiel des 16. Spieltags standen sich am vergangenen Samstagabend vielleicht die beiden derzeit besten Mannschaften der Thüringenliga in Sonnebergs Dreifelderhalle gegenüber. Die Gäste aus Mühlhausen sind nichts anderes als der aktuelle Thüringenmeister und Tabellenführer und die Spielzeugstädter sind die aktuell beste Mannschaft der höchsten Spielklasse des Freistaats. Dementsprechend konnten die knapp 500 Zuschauer ein wahres Spitzenspiel erwarten. Und die Hoffnungen wurden auch nicht enttäuscht, aus Sicht der Gastgeber krönte man dieses starke Spiel natürlich zudem noch mit einem Heimsieg.

Doch zu diesem rundum gelungenen Handballabend, der Werbung für diese Sportart war, trugen genauso auch die Gäste aus der Thomas-Müntzer-Stadt bei. Es wurde von der ersten bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll gekämpft, mit viel Leidenschaft gespielt und sowohl auf als auch neben dem Parkett alles gegeben. Die stehenden Ovationen aller Besucher auf der Tribüne bereits Minuten vor dem Abpfiff waren ein Beleg dafür, wie begeistert alle (Sonneberger) Fans waren. Für die Südthüringer schrieb diese Begegnung natürlich einige Geschichten: So zum Beispiel, dass die Spielzeugstädter nunmehr seit sage und schreibe zwölf Spielen nicht mehr besiegt wurden. Die letzten drei dieser Partien verfolgte Vorstand Alexander Ebert als Mannschaftsverantwortlicher von der Bank aus. Dabei war er wie eh und je in seinem Element – ein Sportler bleibt eben ein Sportler. Und so hat natürlich auch er, neben seinen unzähligen Aktivitäten außerhalb des Parketts, einen erheblichen Anteil daran, dass es derzeit sportlich so erfolgreich läuft. Auch war er an einer weiteren Anekdote des Samstagabends beteiligt. Seinen ehemaligen Torhüterkollegen Nils Thomas holte er, obwohl dieser bis dahin mehr als ordentlich parierte, nach 46 Minuten auf die Bank und schickte Neuzugang Mate Liptak zwischen die Pfosten. Am Ende stellte sich dieser Schachzug als entscheidend heraus, denn die Gäste aus Mühlhausen verzweifelten reihenweise am ungarischen Neuzugang, sodass er zu einem der Matchwinner wurde – genauso wie Kollege Nils Thomas ebenfalls!

Dass es in dieser Partie um einiges ging, verdeutlichen auch die etlichen Zeitstrafen, mit denen die Unparteiischen Ruhe aufs Parkett bringen wollten. Doch trotz ihrer insgesamt 36 gleichmäßig verteilten Strafminuten gelang ihnen das nur bedingt. Zu deren Entschuldigung muss man jedoch auch sagen, dass sich beide Teams nichts schenkten und verbittert kämpften. Die drei roten Karten, zwei davon drei Sekunden vor Schluss bei einer kleinen sogenannten „Rudel-Bildung“, passen da natürlich ins Bild. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie jedoch bereits entschieden, denn eine Minute vor Schluss gelang den Sonnebergern die zweite Zwei-Tore-Führung im Spiel überhaupt. Erstmals mit zwei Treffern in Front lag man beim 3:1. In der Folgezeit entwickelte sich ein Spiel, das ständig hin und her ging. Mühlhausen gelang es auch nur einmal überhaupt sich mit zwei Treffern abzusetzen. Das war in der 45. Minute. Doch den Rückstand von zwei Toren glich Sonnebergs bester Torschütze des Abends, Krisztian Benak (8 Tore), schnell wieder aus. Überhaupt war er es in der entscheidenden Phase, der voranging. Erst erzielte er den wichtigen Ausgleich und dann besorgte er später mit seinem sensationellen Tor zum 25:23 die Entscheidung. Bei angezeigtem Zeitspiel hämmerte er die Kugel aus knapp zehn Metern mit einem Hüftschlagwurf an die Unterkante der Latte, von welcher der Ball im Tor einschlug. Auf der Tribüne setzte spätestens da Ekstase ein und die Fans stimmten das Lied „Oh wie ist das schön“ an.

Doch es waren Nuancen die dieses wahre Spitzenspiel entschieden. Über die gesamte Spielzeit hinweg zeigten beide Mannschaften ansehnliche Handballkost, waren sich ebenbürtig, doch die Hausherren hatten zum Ende einfach den längeren Atem und das Glück des Tüchtigen. So egalisierten sich beide Teams im ersten Durchgang, denn nach dem 3:1 für Sonneberg, lag anschließend Mühlhausen mit 4:3 in Front. Die Gastgeber führten später wieder mit 7:6, ehe man sich erneut mit 9:10 im Hintertreffen sah. Zum Pausentee ging es mit einer hauchdünnen Sonneberger 12:11-Führung. Bis dahin und dann speziell auch im zweiten Spielabschnitt wurden in beiden Abwehrreihen Höchstleistungen vollbracht. Bei den Spielzeugstädtern schufteten dabei vor allem Andreas Schlücke und Thorsten Zimmermann, genauso wie Tom Rehm und Spielertrainer Manuel Müller, der Rehm nach seiner dritten Zeitstrafe ersetzte. Man kann jedoch auf beiden Seiten keinen Einzelspieler hervorheben. Es waren jeweils nahezu perfekte Mannschaftsleistungen, bei der einer für den anderen kämpfte. Und so kam es auch, dass es im zweiten Durchgang nach der 13:12-Führung für Mühlhausen schnell wieder 14:13, 15:14 und 16:15 für Sonneberg stand. Es ging hin und her. Mühlhausen führte anschließend bekanntlich das einzige Mal mit zwei Treffern (19:17), doch auch in dieser Phase blieben die Hausherren cool. Und die Schlussphase war dann eh nichts mehr für schwache Nerven. Mühlhausen legte vor und führte 21:20 (49. Minute). Sonnebergs Benak vergeigte einen Strafwurf, doch die Abwehr der Spielzeugstädter stand nun mit Mate Liptak dahinter überragend. Zwei Ballgewinne wurden zu zwei schnellen Toren genutzt. Einmal traf Moritz Weitz selbst aus dem Lauf. Beim zweiten Mal vollstreckte er vom Strafwurfpunkt souverän. Sonneberg führte wieder 22:21 (51. Minute). Dann handelte sich Marius Bondar eine Zeitstrafe ein und Mühlhausen nutzte die sich bietenden Möglichkeiten eiskalt aus und ging selbst wieder mit 23:22 in Führung (56. Minute). Auf dem Feld zurück besorgte eben jener Bondar den Ausgleich, Weitz erhöhte von außen auf 24:23 und Benak besorgte dann eine Minute vor Schluss mit seinem Hammer zum 25:23 den Rest. In der Zwischenzeit vernagelte Liptak seinen Kasten und das letzte Mühlhäuser Tor drei Sekunden vor Schluss zum 25:24-Endstand ging in einem kleine Tumult fast unter. Es war ja aber auch nur noch Ergebniskosmetik und die Gemüter auf dem Parkett beruhigten sich schnell wieder. Ganz anders aber auf der Tribüne, dort wurde ausgelassen gefeiert. Einerseits der Heimsieg und andererseits auch die Tatsache, dass die Meisterschaft in Thüringens höchster Spielklasse nunmehr wieder so spannend ist wie schon lange nicht mehr. Gleich fünf Teams streiten an den letzten zehn Spieltagen um den Meistertitel – und mittendrin sind die Sonneberger, nach ihrem zwölften Spiel in Serie ohne Niederlage!

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (6), Schlücke, Weitz (3), Benak (8/3), Oehrl, Schleuchardt, Zimmermann (1), Weißbrodt (6), Rehm (1)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/6; Mühlhausen: 3/3
Zeitstrafen: Sonneberg: 9+2RK; Mühlhausen: 9+1RK
Disqual.: Rehm (Sbg., 40. Min., 3x2 Min.), Oehrl (Sbg., 60. Min., Tätlichkeit), Strache (Mhl., 60. Min., Tätlichkeit)
Zuschauer: 480

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