Undankbarer Gegner nach kurzer Verschnaufpause

Handball, Thüringenliga Männer, 17. Spieltag, Vorbericht

HSV Weimar – Sonneberger HV Sa. 19 Uhr

Sonneberg. Nachdem zum Jahresauftakt ein Highlight das nächste jagte, konnten die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) eine Woche kurz verschnaufen. Nun aber beginnt die Endphase der Meisterschaft, in der alles offen und möglich ist. Und daran haben die Spielzeugstädter einen gehörigen Anteil. Der bevorstehende Gegner ist jedoch nach einer kurzen Punktspielpause sicherlich ein undankbarer, denn man reist am Samstag zum Tabellenvorletzten nach Weimar.

Eigentlich eine klare Sache, die Favoritenrolle ist logischerweise verteilt und unter vorgehaltener Hand wird nur über die Höhe des Auswärtssieges diskutiert. Doch genau darin sieht Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller ein Problem und wird deshalb auch nicht müde, jede Aufgabe aufs Neue zu betonen: „In dieser Liga ist es grundsätzlich möglich, dass jeder jeden schlägt. Das hat der Saisonverlauf bereits gezeigt. Und auch wenn wir sicherlich der klare Favorit sind, müssen wir hochkonzentriert an das Auswärtsspiel in Weimar herangehen.“

Der Coach selbst ist fokussiert und motiviert und erwartet von seinen Schützlingen natürlich die gleiche Einstellung. Natürlich weiß auch er, dass es gegen vermeintlich leichte Gegner immer besonders schwer ist, die Motivation hundertprozentig hochzufahren, gerade auch weil man eben eine sensationelle Serie im Rücken hat. Doch genau darauf baut er auf und ist überzeugt davon, dass seine Jungs gerade wegen ihren aktuellen Leistungen auch in Weimar vollen Einsatz zeigen werden. „Wir haben uns selbst eine sehr gute Ausgangslage erarbeitet, sind nach den Tiefschlägen zu Saisonbeginn wieder aufgestanden und können deshalb jetzt auch völlig zu recht wieder ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden!“, betont er durchaus stolz. „Und weil wir uns eben diese Ausgangslage für den Saisonendspurt selbst erarbeitet haben, wissen wir auch, wie hart wir Woche für Woche für den Erfolg schuften. Das sollte Motivation genug sein – auch für solche Spiele wie in Weimar.“ Müller selbst ist jedenfalls überzeugt davon auch in Weimar die aktuelle Serie auszubauen. Und die liest sich durchaus beeindruckend. Seit Oktober haben die Südthüringer kein Spiel mehr verloren, nur zweimal remis gespielt und ansonsten zehnmal gewonnen. Insgesamt ist man seit zwölf Spielen ungeschlagen. Die Spielzeugstädter sind zweifelsfrei die Mannschaft der Stunde. In den letzten drei Punktspielen holte man 5:1 Punkte und spielte dabei gegen keine geringeren Teams als die drei Bestplatzierten aus Mühlhausen, Jena und Eisenach. Der Heimsieg gegen Mühlhausen vor zwei Wochen ist dabei sicherlich noch jedem der 500 Zuschauer, aber auch jedem einzelnen Spieler im Gedächtnis und genau mit diesem Rückenwind gilt es nun auch in Weimar aufzutreten. Man muss den Gastgeber von Anfang unter Druck setzen und demonstrieren, dass der Auswärtssieg fest eingeplant und man dafür auch bereit ist, alles in die Waagschale zu werfen. Personell sollte Müller aus dem Vollen schöpfen können.

Für die Hausherren aus Weimar könnte es dagegen auch ein relativ einfaches Spiel werden. Man hat nichts zu verlieren und kann vermeintlich frei aufspielen. Doch wendet man das Blatt, erkennt man zugleich, dass es für die Weimaraner bereits um richtig viel geht. Wollen sie den Abstieg verhindern, sind sie auf jeden möglichen Punktgewinn angewiesen. Und genau so werden sie sich auch präsentieren. Und jeder Sportler weiß, dass in Drucksituationen durchaus besondere Leistungen abgerufen werden können. Ein Heimsieg für Weimar wäre jedenfalls eine Premiere in dieser Saison, denn bisher konnte man auf heimischen Parkett überhaupt erst einen Punkt holen. Da auch auswärts nur ein Sieg gelang, rangiert man folgerichtig mit 3:27 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zum Vergleich: Sonneberg wird mit derzeit 24:8 Punkten auf dem dritten Tabellenrang geführt.

Presse SHV