1. Männer: 43:30 in Weimar - souveräner Auswärtssieg

Goethestädter keine Hürde für Spielzeugstädter

Handball, Thüringenliga Männer, 17. Spieltag, Bericht

HSV Weimar – Sonneberger HV 30:43 (15:19)

Sonneberg. Sonnebergs Thüringenligahandballer gewinnen am vergangenen Samstagabend beim Tabellenvorletzten in Weimar deutlich und sicher mit 43:30, werden dabei jedoch erst im zweiten Durchgang ihrer Favoritenrolle gerecht. Spielertrainer Manuel Müller spricht von reiner Pflichterfüllung, war mit einigen Dingen nicht zufrieden: „Aber zerreden will ich den Sieg auch nicht. Wir haben zwei weitere Punkte geholt und damit unser Ziel erreicht. Die erste Halbzeit schiebe ich auf das vorher erwartete Kopfproblem, genau wie die Abwehrleistung über die gesamte Spielzeit.“

Die Lücken im Defensivverbund führten zu 30 Gegentoren, das ist man nicht gewohnt und hätte auch nicht sein müssen. Doch da es vorne vor allem im zweiten Durchgang wie am Schnürchen lief, vernachlässigten die Spielzeugstädter die Deckungsarbeit doch teilweise zu arg. Am Ende zählen freilich der Doppelpunktgewinn und ganz nebenbei auch der Fortbestand der sensationellen Serie, die übrigens mit dem Heimsieg gegen Weimar am 1. Oktober des vergangenen Jahres begann. Seit dem haben die Südthüringer kein Spiel mehr verloren, zweimal remis gespielt und ansonsten elf Siege eingefahren. Der Lohn ist aktuell der zweite Tabellenplatz, auch wenn Eisenach und Ronneburg jeweils noch ein Nachholspiel haben. Letztere verloren am Samstag übrigens im Werratal und büßten ihre Tabellenführung ein. Die Meisterschaft in Thüringens höchster Spielklasse ist deshalb so spannend wie schon ewig nicht mehr. Gleich fünf Teams trennen aktuell zwei Punkte – und Sonneberg ist mitten drin. Auch dank des deutlichen Erfolgs in Weimar.

Im ersten Durchgang aber merkte man die Umstellungen von Coach Müller doch deutlich. Er gab den Anschlusskadern Martin Schleuchardt auf Linksaußen und Nils Boseckert auf Rechtsaußen viele Spielanteile, kamen beide in den letzten Wochen doch etwas zu kurz. Und die fehlende Spielpraxis merkte man den beiden auch an. Doch im Spielverlauf steigerten sie sich zusehends und trugen mit ihren Toren zum deutlichen Erfolg bei. Doch nicht nur die beiden hatten ihre Probleme. Die gesamte Mannschaft zeigte sich im ersten Durchgang unkonzentriert und fahrlässig im Verwerten der eigenen Chancen. Folge war, dass Weimar beim 11:10 gar in Unterzahl in Führung ging. Bis zur Pause erhöhten die Gäste aus der Spielzeugstadt aber die Schlagzahl und gingen mit einer 19:15-Führung zum Pausentee. Von dort zurück war die Marschroute klar, die vermutlich deutlichen Worte Coach Müller schienen gefruchtet zu haben. Innerhalb weniger Minuten jedenfalls entschieden die Südthüringer die Partie, in dem sie erst auf 25:17 (37. Min.) erhöhten und dann nach weiteren vier Minuten erstmals die Zehn-Tore-Führung knackten (29:19). Der Rest war Schaulaufen mit kleinen handballerischen Leckerbissen. Beim Stande von 38:23 in der 50. Spielminute war die Partie zweifelsohne durch und doch stockte den Spielzeugstädtern noch einmal der Atem. Martin Schleuchardt kam beim Konterlauf ohne Fremdeinwirkung mit dem rechten Bein unglücklich auf und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Parkett. Er selbst hat wohl kein gutes Gefühl, denn das rechte Knie war bereits in der Vergangenheit mit einem Kreuzbandriss lädiert. Eine genaue Diagnose steht aber noch aus. Mannschaft und Fans hoffen natürlich, dass „Icke“, wie der junge Berliner genannt wird, nicht allzu lange ausfällt. Apropos Fans, auch dort hatten die Sonneberger ein Übergewicht in Sachen Lautstärke. Nicht nur auf dem Feld gab man den Takt an, auch auf der Tribüne war man stimmlich überlegen.

Unter dem Strich also ein Auswärtssieg, der auch in der Höhe verdient war. Obgleich Coach Müller nicht mit allem zufrieden sein konnte. Nach den vielen Kracher-Spielen zum Jahresauftakt kann man es der Mannschaft aber wahrscheinlich auch nicht verdenken, wenn sie sich auch auf dem Parkett mal eine kurze Verschnaufpause gönnte. Nach dem spielfreien Wochenende letzte Woche, wartet kommende Woche erneut eine Spielpause auf die Müller-Sieben. Dann geht es aber wieder in die Vollen, denn das zweite Auswärtsspiel in Serie ist zugleich auch ein Südthüringenderby und steigt im Werratal. Und die stürzten bekanntlich gerade erst Ronneburg von der Tabellenspitze. Spannung ist also auch dort bereits heute vorprogrammiert!

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert (4), Müller, Bondar (12/7), Schlücke (1), Weitz (7/1), Benak (8), Oehrl (1), Schleuchardt (2), Zimmermann (1), Weißbrodt, Rehm (7)

Strafwürfe: Weimar: 6/6; Sonneberg: 8/8
Zeitstrafen: Weimar: 4; Sonneberg: 2
Zuschauer: 100

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