1. Männer: Historischer 33:22-Derbysieg im Werratal

Meisterhafter Derbysieg

Handball, Thüringenliga Männer, 18. Spieltag, Bericht

HSG Werratal – Sonneberger HV 22:33 (10:18)

Sonneberg/Breitungen. Dank einem in dieser Höhe keinesfalls erwarteten, historischen Erfolgs im Werratal, bauten Sonnebergs Thüringenligahandballer ihre Siegesserie aus und lassen Tabellenführer Mühlhausen den heißen Atem im Nacken immer mehr spüren. Die erste Männermannschaft des Sonneberger Handballvereins (SHV) besiegte die erste Männermannschaft der HSG Werratal in deren Halle mehr als deutlich mit 33:22 - und dabei stellten sie in den letzten fünf Minuten bereits das Handballspielen ein. Da stand es 32:18!

Doch diese letzten Minuten gingen unter, im Jubel und der Freude, sowohl auf als auch neben dem Parkett. Spielertrainer Manuel Müller, der wieder einmal selbst mitmischte und drei Treffer erzielte, zeigte sich im Nachgang gelöst: „Ich hatte schon etwas mehr Gegenwehr von Werratal erwartet, auch wenn einige Spieler gefehlt haben.“ Darunter zählen zum Beispiel Regisseur Nemanja Vukasinovic und Rückraumwerfer Christian Lämmerhirt, doch das allein kann nicht der Grund für die schwache Leistung der Hausherren sein. „Wir haben Werratal gleich zu Beginn den Zahn gezogen. Mit einer stabilen Deckung und einem überragenden Torhütergespann dahinter konnten wir uns gleich absetzen“, ist sich Coach Müller sicher. Auf den Rängen bestimmten die gut 30 Sonneberger Schlachtenbummler das Geschehen, gaben den Takt und auch die Lautstärke vor. Das heimische Publikum verstummte ob der klaren Kräfteverhältnisse zusehends. Und auch von den Fans gab es nur lobende Worte. Eine derartige, konzentrierte Leistung über 55 Minuten hätte man schon lange nicht mehr gesehen. „Es war einfach phänomenal heute zuzuschauen!“, waren sich alle einig. Und so traten alle glücklich und zufrieden und sicherlich auch mit dem einen oder anderem Kaltgetränk die Heimreise an. Verdient hatten es sich jedenfalls alle, denn die Spielzeugstädter sind nunmehr seit unglaublichen 14 Spielen ungeschlagen. Und so können sie jetzt auch mit voller Zuversicht auf die nächste Aufgabe schauen – und das ist das folgende Heimspiel gegen die punktgleichen Ronneburger. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg Richtung Tabellenspitze. Dieses Spiel steigt im Übrigen am kommenden Samstag um 19 Uhr in der heimischen SBBS-Halle.

Doch zurück zum Spiel im Werratal: Die Gäste aus dem südlichsten Thüringen legten gleich los wie die Feuerwehr. Das Tor vernagelte dabei Mate Liptak und zog allen Werratalern gleich den Zahn. Und weil man sich eben auch vorne treffsicher zeigte, führten die SHV-Männer schnell mit 5:1. Dabei überzeugten im gesamten Spielverlauf alle Akteure, die auch alle ihre Einsatzzeiten bekamen. Müller konnte kräftig durchwechseln, ohne dass auch nur ein kleiner Leistungseinbruch zu verzeichnen gewesen wäre. Beispielhaft dafür der rechte Außenflügel. Erst netzte Mike Weißbrodt in gewohnter Manier ein. Als dann später Nils Boseckert kam, knüpfte er an die Leistung seines Vorgängers nahtlos an. Mit insgesamt fünf Treffern trug sich der ob seiner geringen Körpergröße liebevoll „Wurstel“ genannte Jüngste im Team in die Torschützenliste ein. Bereits nach 17 Minuten schien die Messe gelesen, denn die Spielzeugstädter führten bereits 12:5. Der lockere Aufgalopp ging anschließend aber munter weiter. Bis zum Seitenwechsel hatte man eine komfortable 18:10-Führung. Vom Pausentee zurück schraubten die Müller-Schützlinge das Ergebnis gleich mit drei weiteren schnellen Toren in die Höhe (21:10) und erstickten so auch die leisesten Werrataler Hoffnungen gleich im Keim. Was folgte war ein Sonneberger Schaulaufen, mit etlichen sehenswerten Spielzügen, bei denen die Gastgeber oftmals nur hinterher schauen und staunen konnten. Es war eine Demonstration der Stärke, die beim 30:17 und dem bereits erwähnten zwischenzeitlichen 32:18 ihren Höhepunkt fand. Es war eine nahezu perfekte Teamleistung, bei der sich alle ergänzten. So zum Beispiel, als Liptak für seinen Torhüterkollegen Nils Thomas Platz machte. Auch er war mit Glanzparaden und unter anderen drei gehaltenen Strafwürfen ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zum historischen Derbyerfolg.

Am Ende jedenfalls strahlten alle – zumindest die, die es mit den Sonnebergern hielten. Und so wird dieser Erfolg noch lange im Gedächtnis bleiben, denn einen derart hohen Auswärtssieg im Werratal fand man in der jüngeren Geschichte nach der Wende noch nicht in den Geschichtsbüchern. Doch so groß die Freude auch war, der Fokus muss nun schnell auf die nächste Aufgabe gerichtet werden, denn eine Heimpleite gegen Ronneburg würde alle Meisterschaftsträume zerstören. Daran jedoch kann dank der aktuellen Leistungen keiner so richtig glauben.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert (5/1), Müller (3), Bondar (8/1), Schlücke, Weitz (6/3), Benak (5), Oehrl (2), Zimmermann (1), Weißbrodt (3), Rehm

Strafwürfe: Werratal: 1/5; Sonneberg: 5/7
Zeitstrafen: Werratal: 7; Sonneberg: 7
Zuschauer: 220

Zur aktuellen Statistik geht es hier.

 sonneberger handballverein sponsoren likra logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren leoni logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren vrbank logo weiss

powered by www.sunnyhill-design.de

Template by L.THEME