1. Männer: Die Erfolgsserie ist gerissen!

Handballfest ohne Happy End

Handball, Thüringenliga Männer, 19. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Ronneburg 30:35 (19:18)

Sonneberg. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt reist die unglaubliche Erfolgsserie der Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) und sie verlieren nach 14 Spielen ohne Niederlage wieder eine Partie. Dass man sich nach der 30:35-Heimpleite gegen Ronneburg wohl aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet hat, macht die Sache besonders tragisch. Dabei war alles bestens angerichtet. Nicht nur, das in den Vorspielen der weiblichen A-Jugend (20:14 gegen Hermsdorf) und der zweiten Männermannschaft (32:25 gegen Apolda) zwei Siege eingefahren werden konnten, auch die Tatsache, dass Tabellenführer Mühlhausen in Behringen/Sonneborn mit 31:36 unterlegen war, machte schnell die Runde. Damit war klar, dass der Sieger des Spitzenspiels zwischen Sonneberg und Ronneburg neuer Tabellenführer werden würde.

Außerdem war die Halle picke packe voll. Fast 550 Zuschauer wollten sich das erwartet heiße Duell zweier Teams auf Augenhöhe nicht entgehen lassen. Da aus Ronneburg auch knapp 70 Fans mit anreisten, waren die Stimmung und die Lautstärke von Beginn an atemberaubend. Auf den Rängen herrschte über die gesamte Spielzeit Spitzenspiel-Stimmung. Und auch auf dem Parkett brannten beide Mannschaften von Beginn an ein Feuerwerk ab – zumindest was die Schnelligkeit und die Dynamik des Spiels anbetraf. Alle Zuschauer kamen dabei voll auf ihre Kosten, denn es war wohl die beste Handballpartie in dieser Saison. Nur einen großen Makel hat die Sache am Ende: Sonneberg verlor, zwar etwas zu hoch, aber dennoch verdient mit 30:35. Die Gründe dafür sind an sich auch schnell gefunden. Neuzugang Marius Bondar brachte es nach der Partie enttäuscht auf den Punkt: „Wir waren in der zweiten Halbzeit kein Team mehr. Jeder versuchte alleine zu gewinnen.“ Und das reicht gegen ein Spitzenteam der Thüringenliga nicht. Das, was die Spielzeugstädter bisher auszeichnete, machte Ronneburg diesmal wesentlich besser. Sie präsentierten sich über die gesamten 60 Spielminuten als verschworene Einheit und hatten auch den Tick mehr Biss, den es eben für solche Spitzenspiele braucht. Ein Beispiel dafür? Ronneburg spielte aggressiv, aber nicht unfair. Dennoch brummten sie insgesamt 14 Strafminuten auf der Bank ab. Sonneberg hingegen konnte diesmal nicht entscheidend dagegen halten. Lediglich drei Zeitstrafen belegen in gewisser Weise die fehlende Aggressivität, die noch in der Vorwoche beim sensationellen 33:22-Auswärtserfolg im Werratal der entscheidende Trumpf war. Vielleicht war auch einfach der Druck zu groß und man scheiterte an den eigenen Nerven. Im Nachhinein findet sich bestimmt eine Erklärung dafür, allein es nützt eben nichts mehr. Die beiden Punkte sind weg.

Den ersten Durchgang bestimmten noch die Hausherren. Nach der schnellen 1:0-Führung der Gäste übernahmen die Spielzeugstädter das Heft des Handelns und legten angetrieben vom überragenden Krisztian Benak immer wieder vor. Mit Zaubertoren verzückte der vor der Saison aus Ungarn gekommene Mittelmann immer wieder die Zuschauer und sorgte so dafür, dass die Gastgeber beim 10:7 erstmals mit drei Treffern führten. Doch die Gäste aus Ostthüringen ließen sich nicht abschütteln, glichen nach dem zwischen 11:8 beim 12:12 wieder aus und gingen in der 23. Spielminute gar selbst wieder in Führung. Diese wandelten die Sonneberger indes wieder um und legten beim 15:13 durch den besten Torschützen des Tages, Moritz Weitz mit 11 Treffern, wieder eine Zwei-Tore-Führung aufs Parkett. Das 19:17 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff besorgte ebenfalls Weitz, musste aber wie seine Kameraden mit ansehen, dass Ronneburg mit dem Pausenpfiff noch einen Strafwurf durch die sicher und umsichtig leitenden Schiedsrichter Hauke/Lindig zugesprochen bekam. Ronneburgs Mirko Alexy traf vom ominösen Punkt und so ging es mit einer knappen 19:18-Führung für Sonneberg zum Verschnaufen in die Kabinen. Und das war auch nötig, denn es war ein wahnsinnig schnelles und intensives Spiel.

Vom Pausentee zurück besorgte jener Alexy aus Ronneburg mit zwei weiteren Toren gleich mal wieder die eigene Führung und untermauerte damit die Ambitionen des neuen Spitzenreiters, der sich in der selbst auferlegten Außenseiterrolle sichtlich wohl fühlte. Denn jetzt bestimmten sie das Spielgeschehen und legten immer wieder zwei Tore vor. Den Hausherren gelang dabei lediglich immer wieder einmal der Ausgleich. Eine eigene Führung schafften die Spielzeugstädter im zweiten Durchgang nicht mehr (21:23, 23:25, 25:25, 27:27, 27:29). Die Gastgeber um Spielertrainer Manuel Müller, der selbst mit eingriff, versuchten viel, wurden aber nicht belohnt. Selbst als Mate Liptak in der 52. Minute zurück ins Tor kam und Nils Thomas ablöste und prompt einen Strafwurf hielt, gab dies der Mannschaft nicht die nötige Sicherheit. Nach dem 29:29-Ausgleich ging jegliche Lockerheit flöten und die Hausherren erzielten über fünf Minuten kein eigenes Tor. In der Schlussphase einer Partie kann dies natürlich spielentscheidend sein – und so war es auch. Ronneburg lochte dreimal in Serie ein und führte prompt mit 32:29. Als dann Weitz auch noch vom Strafwurfpunkt scheiterte, schwanden die physischen und psychischen Kräfte der Sonneberger. Der erneute Anschlusstreffer zum 30:32 in Minute 57:44 schaffte dabei auch keine Abhilfe mehr. In den letzten beiden Spielminuten versuchten es die Südthüringer dann noch einmal mit allen Mitteln, doch auch der siebte Feldspieler zu Lasten des eigenen Torhüters brachte nicht die entscheidende Wende. Im Gegenteil: Ronneburg traf noch zweimal ins verwaiste Tor der Spielzeugstädter und feierte am Ende den 35:30-Auswärtssieg ausgelassen.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (5), Schlücke, Weitz (11/8), Benak (9), Oehrl, Zimmermann (1), Weißbrodt (3), Rehm (1)

Strafwürfe: Sonneberg: 9/11; Ronneburg: 3/4
Zeitstrafen: Sonneberg: 3; Ronneburg: 7
Zuschauer: 540

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