Das vorletzte Heimspiel steht an

Handball, Thüringenliga Männer, 20. Spieltag, Vorbericht

Sonneberger HV – LSV Ziegelheim Sa. 19 Uhr (SBBS-Halle)

Sonneberg. Die Saison der Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) endet in diesem Jahr ungewohnt früh. Ging der Spielbetrieb in den letzten Jahren oftmals bis in den Mai, ist diesmal bereits am 29. April Schluss. Und weil vorher noch zwei spielfreie Wochenenden auf dem Plan stehen, steigt das letzte Heimspiel der Saison 2016/2017 bereits am 8. April., also bereits in gut drei Wochen. Gegner dann wird der aktuelle Tabellenletzte und gleichzeitige Oberligareserve aus Apolda sein. Vorher steht nur noch ein weiteres Heimspiel auf dem Programm und das steigt bereits am kommenden Samstagabend. Nachdem man vergangene Woche Ronneburg aus Ostthüringen begrüßte, empfängt man diesmal erneut eine ostthüringische Mannschaft: den LSV Ziegelheim.

Nachdem es am letzten Samstagabend die erste Pleite seit September des letzten Jahres setzte (30:35 gegen Ronneburg), kehrte bei den Spielzeugstädtern etwas Ernüchterung ein. Um den erträumten Meistertitel gewinnen zu können, bedarf es jetzt schon einer großen Portion Glück und auch enormer „Mithilfe“ der Konkurrenz. Da bei Punktgleichheit bekanntermaßen der direkte Vergleich zählt, hat man sowohl gegen Jena als auch gegen Ronneburg die schlechteren Karten – und auch derzeit das schlechtere Punktekonto – genauso wie im Vergleich mit Mühlhausen. Läuft es ganz blöd, gewinnt man am Ende nicht einmal eine Medaille. Doch von einem Stockerlplatz hat man sowieso nicht viel, denn es gibt vom Thüringer Handballverband weder eine größere Anerkennung geschweige denn Geld. Davon zumindest konnten sich die Südthüringer in der jüngeren Vergangenheit ja öfters überzeugen, denn einen Medaillenplatz heimste man im Abschlussklassement mehrfach ein. Für den Sprung nach ganz oben auf den Platz an der Sonne reichte es zuletzt im Jahre 2004. Damals folgte auch der Aufstieg in die damalige Regionalliga. Nach dem aktuellen Stand könnte das Aufstiegsrecht in der laufenden Thüringenligasaison auch auf die Ränge hinter dem Meister weitergegeben werden, wenn sich dieser gegen einen Aufstieg entscheidet. Ronneburg zum Beispiel signalisierte bereits, dass sie zwar gerne Meister würden, aber die Option eines Aufstiegs in die Mitteldeutsche Oberliga nicht zur Debatte stünde. In Mühlhausen, Jena und auch Eisenach sieht das schon anders aus. In Sonneberg hält man sich dazu derzeit noch bedeckt: „Als Thüringenmeister hätten wir schon intensiv über den Aufstieg nachgedacht und ihn vermutlich auch realisiert“, gibt der Vereinsvorsitzende Alexander Ebert zu, schiebt aber gleich hinterher: „Doch wenn du nicht ganz oben stehst, hast du es aus meiner Sicht auch nicht verdient aufzusteigen. Auf Biegen und Brechen werden wir es auf jeden Fall nicht erzwingen.“ Er sieht sich und seinen Verein auf einem guten Weg, obgleich er natürlich noch etliche Baustellen zu schließen hätte, würde man den Aufstieg realisieren. „Von dem her steht jetzt ein ordentlicher Saisonabschluss im Fokus. Unsere beiden letzten Heimspiele wollen wir nutzen, um uns bei unseren treuen Fans zu bedanken, möglichst ordentliche Handballkost abliefern und dann erst einmal in eine wohlverdiente Pause gehen.“ Auf dem Weg über die Saison hinaus gibt es bereits personelle Neuigkeiten. Heiko Jäckel, der im rechten Rückraum als Linkshänder agieren sollte, sich aber bereits in der Vorsaison schwer an der Schulter verletzte, wird seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen bereits im Alter von 24 Jahren beenden. Ganz im Gegenteil dazu plant Martin Schleuchardt bereits sein Comeback. Er wurde letzte Woche erfolgreich am lädierten Kreuzband operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Sein ehrgeiziges Ziel lautet, noch in diesem Jahr auf das Handballparkett zurückzukehren.

 

Blick auf den Gegner vom 20. Spieltag: LSV Ziegelheim

Das „gallische“ Dorf, so wie man die Ziegelheimer auch getrost bezeichnen könnte, schlägt sich seit Jahrzehnten tapfer in der Handballwelt. Einige Jahre konnte man sogar in der Mitteldeutschen Oberliga spielen, musste dann aufgrund von personellen Abgängen aber den Abstieg verkraften. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten sieht es aktuell aber ganz gut aus. Erstaunlich und beachtlich dabei ist, dass man in Ziegelheim stets versucht, mit regionalen Spielern auszukommen und sich kaum aus der Ferne verstärkt. Der demografische Wandel geht nunmehr aber auch nicht spurlos an den Ostthüringern vorüber. Aktuell rangieren sie mit 18:18 Punkten und 505:493 Toren auf dem 7. Tabellenplatz.

In Ziegelheim erlebte man in der Vergangenheit oftmals wahre Handballschlachten. Zu Hause dagegen hatten die Spielzeugstädter meist weniger Problem. Außer im letzten Jahr, da setzte es doch glatt eine 19:20-Heimpleite. Das jedenfalls sollte diesmal nicht passieren. Auch wenn man die Gäste niemals unterschätzen darf. Mittlerweile hat man wieder eine gesunde Mischung aus Alt und Jung gefunden und ist so teilweise schlecht ausrechenbar. Ein Spieler aber steht über allen: Steffen Moritz. Einst Torschützenkönig in der Oberliga zieht er immer noch die Fäden auf und neben dem Spielfeld und strahlt dabei eine extreme Torgefahr aus. Seine Kreise gilt es entscheidend einzuengen.

Presse SHV