Ein Derby der besonderen Art

Handball, Thüringenliga Männer, 21. Spieltag, Vorbericht

SG Suhl/Goldlauter – Sonneberger HV Sa. 19.30 Uhr

Sonneberg. Die Thüringenligahandballer des Sonneberger Handballvereins (SHV) haben noch insgesamt vier Punktspiele in der Saison 2016/2017 zu bestreiten. Einen möglichen Meistertitel hat man dabei zwar noch nicht aus den Augen verloren, aber durch die Heimniederlage gegen Ronneburg vor zwei Wochen aus der eigenen Hand gegeben. Da eben jene Ronneburger bei einem möglichen eigenen Meistertitel nach eigener Aussage aber auf das Aufstiegsrecht verzichten würden, geht das Gerangel um die folgenden Plätze munter weiter.

Auch wenn man sich in der Spielzeugstadt noch bedeckt hält, was eine grundsätzliche Meldung für die höherklassige MHV-Oberliga angeht, muss man doch zumindest selbst seine Hausaufgaben machen. Und dazu gehört ein Auswärtssieg im folgenden Spiel in der Waffenstadt Suhl. An Unterstützung jedenfalls wird es den Spielzeugstädter Handballern dabei nicht fehlen, denn es fährt unter anderem ein separater Fanbus in die frühere Bezirkshauptstadt. Was die Unterstützung von den Rängen an geht, dürfte die heimliche (Handball-) Hauptstadt Südthüringens also gerüstet sein. Und was das Sportliche betrifft, ist man der reinen Tabellenkonstellation nach sowieso Favorit und nach der Ronneburg-Pleite kehrten die Spielzeugstädter letzte Woche gegen Ziegelheim auch bekanntlich in die Erfolgsspur zurück. Es spricht also vieles für die Truppe um Spielertrainer Manuel Müller.

Doch zu sicher sollten sie sich nicht fühlen. In Suhl mussten schon einige größere Kaliber Punkte liegen lassen. Die Sonneberger selbst können aus der Vergangenheit ein eigenes Lied davon singen. In den letzten Jahren aber beherrschte man den Kontrahenten zumeist – sowohl in der eigenen Halle als auch in der Fremde. Das Hinspiel gewannen die Spielzeugstädter wenig spektakulär mit 26:20 und auch in der Vorsaison gab es zwei Siege (28:27 in Suhl und 29:19 zu Hause). Doch gerade die letztjährige Partie in der Suhler Wolfsgrube verdeutlichte die Gefahr, die dort stets wartet. Trotz einer optischen Überlegenheit schafften es die Sonneberger nicht, den sprichwörtlichen Deckel zu zu machen und so blieben die kampfstarken Suhler bis zur letzten Minute auf Tuchfühlung. Vor allem in ihrer eigenen Halle kämpfen die Waffenstädter immer bis zur letzte Minute energisch. Davon konnte sich jüngst erst Werratal überzeugen, die mit 23:24 unterlagen. Doch die Kampfstärke allein konnte in der jüngeren Vergangenheit nicht über die limitierten Mittel an Spielern hinwegtäuschen. Vor allem aus finanziellen Gründen waren größere Sprünge hinsichtlich des Einkaufs von Spielern nicht möglich. Aus der eigenen Jugend kommen aber ähnlich wie in Sonneberg auch zu wenig gute Spieler nach und so versuchen es zum Teil weiterhin die „alten Haudegen“ zu richten. Dazu zählen unter anderem ein in Sonneberg bestes bekannter Torhüter namens Thomas Werner, der im nächsten Jahr seinen 50. Geburtstag feiern wird! Am so immens wichtigen letztwöchigen Sieg gegen Goldbach/Hochheim (27:24) waren außerdem unter anderem auch ein Lars Thieme, Remo Gerstenberg und Christian Hoffmann beteiligt. Den älteren Thüringer Handballfreunden sind diese Namen durchaus ein Begriff. Doch neben den Routiniers gelang es im letzten Viertel-Jahr auch einige Neuzugänge mit aufzubieten. So spielen in der Waffenstadt mittlerweile vier Ungarn. Außerdem gesellte sich nach der Weihnachtspause noch Michael Frank aus dem Werratal nach Suhl und so hat man mittlerweile wieder eine schlagkräftige Truppe beisammen.

Für die Spielzeugstädter allerdings zählt nur der Doppelpunktgewinn, um zumindest den Medaillenplatz nicht zu verlieren. Derzeit rangieren die Sonneberger, auch ob der höheren Anzahl an bereits absolvierten Spielen, auf dem zweiten Tabellenplatz (30:10 Punkte). Suhl liegt mit 14:26 Punkten auf dem neunten Rang, kann im Kampf um den Abstieg daher aber auch jeden Punkt gebrauchen. Die Vorzeichen für eine spannende, emotionsgeladene Partie sind als besonders gut und die Stimmung in der Halle wird es bekanntlich sowieso sein.

Presse SHV