Erfolgreiches Saison-Halali

Handball, Thüringenliga  Männer, 23. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – SG Könitz/Saalfeld 34:18 (18:9)

Sonneberg. Das große Saisonfinale der Sonneberger Thüringenligahandballer gerät einerseits zum Schützenfest und steigert andererseits zugleich die Anspannung im Lager der Südthüringer. Das wiederum liegt nicht am eigenen Spielergebnis, denn der Heimsieg war im Vorfeld doch relativ fest eingeplant. Vielmehr macht die Konkurrenz den Ausgang der aktuellen Meisterschaft unerwartet spannend, denn der aktuelle Meister Mühlhausen verlor zu Hause gegen Goldbach/Hochheim mit 24:27 und rutschte dadurch im Klassement hinter Sonneberg. Da Ronneburg spielfrei war und zudem noch zwei Spiele Rückstand hat, rangiert die erste Männermannschaft des Sonneberger Handballvereins (SHV) aktuell auf dem ersten Tabellenplatz. Dem Saisonverlauf nach zumindest ist dies gewiss auch nicht unberechtigt.

Bevor es jedoch auf dem Parkett so richtig zur Sache ging, nutzte Vereinsvorsitzender Alexander Ebert die Minuten vor dem Spiel und bedankte sich bei den fleißigen Helfern im Hintergrund. In diesen fünf Minuten verstummte dabei kurz die gewohnte Stimme am Mikrofon, welcher an dieser Stelle auch noch einmal ein besonderer Dank gilt. Der „beste Hallensprecher der Thüringenliga“ (Thomas Wöhner) empfing im Nachgang der Partie nicht nur lobende Worte aus den eigenen Reihen, selbst die Gästefans attestierten dem Spielzeugstädter Stimmungsmacher eine hervorragende Arbeit. Neben ihm verrichten etliche im Hintergrund Woche für Woche ehrenamtliche Arbeit und bei diesen bedankte sich Ebert mit einem kleinen Präsent. Dabei standen neben dem Verkaufsteam um Gerhard Schneider, sowie Sandra und Marco Brückner, auch der Vertreter der Fans (Ralf Adler) sowie Christa Oehrl mit auf der Platte. Letztere organisiert den Fanartikelverkauf bei den Heimspielen. Ebenso ging ein Dankeschön an das Schiedsrichterpaar Dagmar und Gerhard Jung aus Gera, die seit über zehn Jahren für den SHV in Thüringen als Schieds- und Kampfrichter aktiv sind. Vor ihnen gilt es dabei besonders den Hut zu ziehen, genauso wie vor Edgar Vogt und seiner Frau Hildegund, die sich auch noch nach über einem halben Jahrhundert Vereinsarbeit weiterhin engagieren. Die beiden konnten beim letzten Heimspiel der Saison 2016/2017 leider aus privaten Gründen nicht dabei sein. Sportlich haben sie dabei zumindest so gut wie nichts verpasst, denn das Spiel an sich nahm im Großen und Ganzen den erwarteten Verlauf. Die Spielgemeinschaft aus Könitz und Saalfeld spielte dabei zwar phasenweise gut mit, hatte am Ende aber doch nicht den Hauch einer Chance. Für die gute Stimmung auf den Rängen aber waren die mitgereisten Fans der Gäste genauso verantwortlich wie Hallensprecher Thomas Wöhner und die einheimischen Fans. Immerhin gut 250 fanden trotz frühlingshaftem Wetter den Weg in die Halle und erlebten dabei noch einmal - zumindest größtenteils - ansehnliche Handballkost.

Im ersten Durchgang demonstrierten die Hausherren dabei Stärke. Allen voran Marius Bondar sprühte im letzten Heimspiel nur so vor Spielfreude, vollstreckte entweder selbst erfolgreich (6 Treffer im ersten Durchgang) oder bediente mustergültig seine Nebenleute – wie Tom Rehm am Kreis, der auf 9:4 erhöhte. Da auch die Abwehr samt der beiden Torhüter Nils Thomas und Mate Liptak dahinter gut stand, enteilten die Gastgeber bereits im ersten Spielabschnitt. Moritz Weitz war es vorbehalten beim 18:8 die erstmalige Zehn-Tore-Führung zu erzielen. Kurz darauf ging es beim Spielstand von 18:9 zum Pausentee.

Die knapp 15-minütige Halbzeitunterbrechung tat den Hausherren dabei nicht wirklich gut, denn die Gäste aus Könitz/Saalfeld konnten im zweiten Durchgang noch einmal näher kommen. Beim 19:15 in der 38. Spielminute keimte gar noch einmal Hoffnung bei den Gästen auf einen Punktgewinn auf, doch in der Folgezeit bestimmten wieder die Spielzeugstädter das Spielgeschehen und zeigten ihr wahres Können. Spätestens als Krisztian Benak in der 50. Minute in der eigenen Abwehr den Ball eroberte und selbst zum 27:17 einlochte, war die Messe gelesen. Der Rest war Formsache und die zahlreichen Zuschauer konnten noch einige Tore bejubeln. So zum Beispiel gleich im Anschluss, als wiederum Weitz zum 28:17 erhöhte. Die Musik zu seinem Tor hätte dabei nicht passender sein können, denn die Titelmelodie aus „Wicky und die starken Männer“  war dabei gleich doppelt passend. Zum einen könnte er mit seinem Vollbart selbst auch als Wickinger durchgehen und zum anderen konnte der Gegner nun machen was er wollte, die Sonneberger waren immer einen Tick besser – genauso wie Wicky und seine Männer in der gleichnamigen Kinderserie. Bis zum Schlusspfiff jedenfalls kassierten die SHV-Männer nur noch ein Gegentor, erzielten selbst aber sieben eigene Treffer und gewannen am Ende sicher, souverän und auch in der Höhe verdient mit 34:18. Im Anschluss an die Partie ließen dann Spieler und Fans beim obligatorischen Freibier die Saison schon einmal Revue passieren, schielten dabei aber natürlich auch mit einem Auge aufs Handy und verfolgten die Ergebnisse der Kontrahenten um die Meisterschaft. In den eigenen Händen haben es die Spielzeugstädter trotz einer überragenden Saison dennoch nicht im Abschlussklassement ganz oben zu stehen. Eine Aufgabe haben sie zwar noch, doch das letzte Duell der Saison beim Tabellenschlusslicht in Apolda am 29. April sollte in Anbetracht des aktuellen Selbstvertrauens und der Aussicht auf eine mögliche Meisterschaft nicht mehr die entscheidende Hürde in dieser Spielzeit sein.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert (2), Müller, Bondar (10), Schlücke, Weitz (6/3), Benak (7/1), Oehrl (2), Zimmermann (1), Weißbrodt (1), Rehm (5)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/4, Könitz/Saalfeld: 2/2
Zeitstrafen: Sonneberg: 4, Könitz/Saalfeld: 3
Zuschauer: 250

Nachwuchs an den Trommelstöcken: Emil Poser (Sohn von Stefanie und Pit Poser)