1. Männer: Vorbericht zum letzten Saisonspiel

Der letzte Akt – und dann heißt es warten

Handball, Thüringenliga Männer, 24. Spieltag, Vorbericht

HSV Apolda II – Sonneberger HV Sa. 19.30 Uhr

Sonneberg. Am kommenden Samstagabend steht für die Thüringenligahandballer des Sonneberger Handballvereins (SHV) der 24. und gleichzeitig letzte Spieltag der Saison 2016/2017 auf dem Programm. Durch den kurzfristigen Rückzug der zweiten Männermannschaft aus Bad Blankenburg vor Saisonbeginn fehlt ein Team in der diesjährigen Thüringenligasaison, weshalb es auch zwei Spiele weniger zu bestreiten gilt. Die Spielzeugstädter werden dabei die erste Mannschaft der Liga sein, die bereits am Samstag den Punktspielbetrieb abschließt – früher als in den vergangenen Jahren gewohnt.

Für den bevorstehenden Gastgeber aus Apolda, der Reserve des MHV-Oberliga-Teams, geht es dabei noch um einiges. Sie rangieren zwar auf dem letzten Tabellenplatz, dies allerdings punktgleich (5:37 Punkten) mit dem Vorletzten aus Weimar. Sollte es in der Endabrechnung nur einen Absteiger geben, wäre eben jener Vorletzter Platz erstrebenswert. Andererseits gab es bereits Gerüchte, dass sich Weimar ohnehin aus der Thüringenliga zurückziehen will, wodurch Apolda die Liga halten könnte. Dazu kommt, dass aus den unteren Liga möglicherweise keiner in die höchste Spielklasse des Freistaats aufsteigen will, wodurch es überhaupt keinen Absteiger geben könnte. Apolda wäre also mehr oder weniger sogar kampflos gerettet. Eine weitere Vakanz ist allerdings die eigene erste Mannschaft. Sollte sie den Kampf um den Klassenerhalt in der Mitteldeutschen Oberliga verlieren und absteigen, müsste deren Reservemannschaft ohnehin zwingend absteigen, da nicht zwei Teams eines Vereins in einer Klasse spielen dürfen. Für die Zukunft gibt es also einige Fragezeichen in Apolda, für den Samstagabend dagegen ist alles klar. Die Hausherren wollen vor heimischen Publikum noch einmal ein ordentliches Spiel abliefern und sich vernünftig aus der Saison verabschieden.

Für die Spielzeugstädter geht es dabei zum ersten Mal überhaupt in die neue schmucke Dreifelderhalle von Apolda. Ein Sieg des Favoriten aus Südthüringen ist dabei natürlich fest eingeplant. Im Hinspiel jedenfalls gab man sich gegen den Aufsteiger keiner Blöße und gewann locker und sicher mit 31:20. Ebenso erhofft man sich das auch am Samstagabend, wobei es für Spieler und Verantwortliche besonders darauf ankommen wird, den Fokus auf das eigene Spiel zu behalten. Nur mit einer konzentrierten Leistung kann man das letzte Auswärtsspiel der Saison auch beruhigt zu Ende spielen. Doch verdenken kann man es den Männern um Spielertrainer Manuel Müller auch nicht, wenn sie gedanklich in anderen Hallen weilen. So zum Beispiel in Behringen, denn dort empfängt Behringen/Sonneborn bereits um 17 Uhr Ronneburg. Einen eigenen Auswärtssieg vorausgesetzt, liegt die Entscheidung um die Thüringer Meisterschaft und einem damit verbundenen Aufstiegsrecht in die MHV-Oberliga bekanntlich dennoch nicht mehr in den eigenen Händen der Sonneberger. Sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen – so zum Beispiel Behringen/Sonneborn.

Dabei ist die Entscheidung in Thüringens höchster Spielklasse in diesem Jahr so spannend wie lange nicht mehr. Theoretisch noch vier, praktisch aber vermutlich nur drei Mannschaften kämpfen noch um den Meistertitel. Die besten Karten hat dabei Ronneburg. Nach dem souveränen 32:21-Heimsieg gegen Werratal vergangene Woche, ist die Ausgangssituation klar: Gewinnen sie die letzten beiden Spiele, sind sie vom ersten Rang nicht mehr zu verdrängen. Selbst ein Unentschieden und ein Sieg würde genügend. Geben sie jedoch zwei der möglichen vier Punkte ab, geht die lustige Rechnerei erst richtig los. Vorausgesetzt Sonneberg und Mühlhausen geben keinen Zähler mehr ab, stehen dann drei Teams mit gleichem Punkteverhältnis an der Spitze. Den Regularien nach wird dann eine Dreiertabelle dieser Teams errechnet, in der Mühlhausen als Sieger und damit Meister hervorgehen würde. Bedenkt man andererseits, dass Ronneburg bereits mündlich mitgeteilt hat, ein mögliches Aufstiegsrecht im Meisterfalle nicht wahrnehmen zu wollen und Sonneberg hinter Ronneburg auf dem zweiten Tabellenplatz stehen, würde Sonneberg als Vizemeister das Aufstiegsrecht zufallen. Unter dem Strich eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, bei der die Spielzeugstädter in gewisser Weise zum Zuschauen verdammt sind, ehe man Gewissheit über die Zukunft hat – vorausgesetzt sie gewinnen in Apolda. Und so formuliert der Vereinsvorsitzende Alexander Ebert dann auf die Frage hin, wie es in Sonneberg weitergeht auch diplomatisch: „Intern haben wir uns natürlich Gedanken gemacht und mögliche Szenarien durchgespielt. Doch an erster Stelle steht unser eigenes Auswärtsspiel in Apolda. Das wollen wir gewinnen und danach sehen wir weiter!“

Presse SHV

Das Restprogramm der Konkurrenten:

29.04.17: Behringen/Sonneborn – Ronneburg und Mühlhausen – Weimar

06.05.17: Ronneburg – Eisenach und Ziegelheim – Mühlhausen

 

SHV intern

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