Klare Ansagen zum Saisonabschluss – auf und neben dem Parkett

Handball, Thüringenliga Männer, 24. Spieltag, Bericht

HSV Apolda II – Sonneberger HV 13:32 (7:16)

Sonneberg/Apolda. Am letzten Spieltag der laufenden Thüringenligasaison ließen die Männer vom Sonneberger Handballverein (SHV) nichts anbrennen und gewannen beim Tabellenletzten in Apolda deutlich mit 32:13. Ein Klassenunterschied war dabei über die komplette Spielzeit unübersehbar und so beendeten die Spielzeugstädter eine hervorragende Saison mit einem deutlichen Ergebnis und einer deutlichen Ansage in doppelter Hinsicht:

Auf dem Parkett zeigten die Mannen um Spielertrainer Manuel Müller, dass sie es ernst meinen und bis zum Schluss durchziehen. Neben dem Parkett basteln die Verantwortlichen dabei an der Zukunft. Mit diesem Sieg sind die Weichen zumindest teilweise gestellt – klar ist es aber immer noch nicht. Was ist gemeint? „Wir haben für die Mitteldeutsche Oberliga gemeldet und wollen, wenn wir es denn schaffen, von einem möglichen Aufstiegsrecht Gebrauch machen!“, verrät Vereinsvorsitzender Alexander Ebert und ergänzt: „Die sportlichen Leistungen in dieser Saison haben uns dazu bewogen, den nächsten Schritt früher einzuleiten, als geplant.“ Ursprünglich verfolgte man in der Spielzeugstadt einen 3-Jahresplan, wollte mittelfristig in die vierthöchste Liga aufsteigen. „Aber wir sind davon überzeugt, dass wir es auch jetzt schon realisieren können, denn die gezeigten Leistungen waren durchweg positiv.“ In der Tat spielten die Südthüringer eine hervorragende Saison. Lediglich zu Beginn der Spielzeit klemmte die Säge noch etwas, doch als man sich einspielte, war man fast unbesiegbar. Dabei gilt zu bedenken, dass es nach der letzten Saison doch einen größeren Umbruch gab, mit Ebert und auch Martin Blechschmidt beendeten Leistungsträger des letzten Jahrzehnts ihre aktive Laufbahn und mussten ersetzt werden. Dies gelang nahezu perfekt. Einerseits schlugen die Neuzugänge perfekt ein – sowohl sportlich als auch menschlich. Andererseits herrschte aber auch eine gewisse Aufbruchsstimmung. Die daraus resultierende Spielfreude war stets spür- und sichtbar. Als Beleg dafür kann man das letzte Saisonspiel heranziehen. Die Spielzeugstädter jedenfalls haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind jetzt auf die Ergebnisse des letzten Spieltags der anderen Teams angewiesen.

Die Konstellation ist dabei mittlerweile recht einfach erklärt. Die Meisterschaft ist nämlich schon entschieden! Durch einen souveränen 33:26-Auswärtssieg in Behringen sicherte sich Ronneburg den Thüringer Landesmeistertitel. Herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle an den verdienten Meister aus Ostthüringen! Dahinter allerdings ist noch unsicher, wer ein mögliches Aufstiegsrecht erhält. Ronneburg hat wie erwartet auf den Gang in die vierte Liga verzichtet. Mühlhausen, Jena, Eisenach und auch Sonneberg dagegen wollen den Schritt wagen. Tatsächlich wird die Entscheidung aber zwischen Sonneberg und Mühlhausen fallen, je nachdem wie der letzte Spieltag am kommenden Wochenende ausgeht. Die Spielzeugstädter können dabei jedoch nur noch zuschauen, denn sie sind bereits fertig mit dem Punktspielbetrieb. Und so werden alle Sonneberger Fans am kommenden Samstag vermutlich gleichzeitig Ronneburg Fans sein, denn gewinnt der neue Thüringenmeister das abschließende Heimspiel gegen Eisenach, ist Sonneberg nicht mehr vom zweiten Platz zu verdrängen. Aus Sicht der Spielzeugstädter genügt auch ein Remis. Verliert Ronneburg allerdings und Mühlhausen gewinnt gleichzeitig in Ziegelheim, wäre Mühlhausen vor Sonneberg und könnte die Aufstiegsoption ziehen. Es bleibt also bis zur letzten Sekunde spannend in Thüringens höchster Spielklasse.

Die Südthüringer zumindest haben alles Mögliche getan und auch am eigenen letzten Spieltag nichts anbrennen lassen. Mit einer konzentrierten Leistung fertigte man das Tabellenschlusslicht in dessen Halle locker und leicht ab. Bereits nach zehn Minuten leuchtete ein 5:1 für Sonneberg auf der Anzeigetafel und in der Folgezeit dominierten die Gäste nach Belieben. In der 23. Spielminute erzielte der 13-fache Sonneberger Torschütze Marius Bondar die erstmalige Zehn-Tore-Führung (14:4). In die Kabinen ging es mit einem 16:7. Aus der Halbzeitpause zurück, schafften es die Hausherren nicht, eine Schippe drauf zu legen. Im Gegenteil, ihnen gelangen im zweiten Durchgang gar nur sechs eigene Treffer. Die Spielzeugstädter dagegen spulten ihr Pensum weiter runter, legten insgesamt 16 Treffer nach und gewannen so am Ende deutlich und auch in der Höhe verdient mit 32:13. Den letzten Treffer und damit den Schlusspunkt erzielte dabei einer, der sonst für das Tore verhindern zuständig ist. Torhüter Nils Thomas trug sich 19 Sekunden vor dem Ende auch in die Torschützenliste ein und sorgte spätestens damit für Ekstase bei den mitgereisten Fans. Und das war wieder ein ganzer Bus voll, denn erneut startete der Ikarus der 801 gen Auswärtsfahrt. Die Heimfahrt machten dann Spieler und Fans zu einer einzigen Party – nach dieser tollen Saison hatten es sich aber auch alle verdient. Doch jetzt heißt es erst einmal weiter warten…

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas (1); Boseckert (4), Müller, Bondar (13/4), Schlücke, Benak (7), Oehrl (1), Zimmermann (1), Weißbrodt (2), Rehm (3)

Strafwürfe: Apolda: 1/2; Sonneberg:4/7
Zeitstrafen: Apolda: 4; Sonneberg: 0
Zuschauer: 100