1. Männer: Erster großer Sieg der Saison

„Wenn wir tanzen, ist das Spiel aus!“

Handball, Thüringenliga Männer, 4. Spieltag, Bericht

HBV Jena – Sonneberger HV 22:23 (7:13)

Sonneberg/Jena. Mit einer bärenstarken Mannschaftsleistung entführen Sonnebergs Thüringenligahandballer aus Jena vom bisher ungeschlagenen HBV zwei Punkte und landen so den ersten großen Bigpoint in dieser Saison. Der 23:22-Auswärtssieg der ersten Männermannschaft des Sonneberger Handballvereins (SHV) war zugleich der erste überzeugende Sieg in der noch jungen, aber bisher mäßigen Saison 2017/2018. Nunmehr zumindest ist das Punkteverhältnis ausgeglichen (4:4 Punkte) und der Blick nach oben in der Tabelle fällt leichter. Zumal man mit Jena zusätzlich einen Favoriten um den Meistertitel ärgern konnte.

Die Schlussphase der Partie war aber nichts für schwache Nerven. In den letzten 15 Spielminuten wogte das Spielgeschehen hin und her, doch die Spielzeugstädter behielten am Ende den Kopf oben und siegten schließlich verdient – hatten sie bis dahin doch klar geführt! Doch nicht nur auf dem Parkett ging es heiß her. Auch die Anzeigetafel in der Halle war den Bedingungen wohl nicht ganz gewachsen. Ständig leuchteten unterschiedliche Spielstände und Zeiten auf und sorgten so für Verwirrung. Auf der Tribüne jedenfalls war am Ende nicht klar, wann die Begegnung tatsächlich aus war. Und so ließ sich der sichtlich überglückliche Sonneberger Spielertrainer Manuel Müller nach dem Schlusspfiff auch zu einem kleinen Scherz gegenüber den mitgereisten Fans hinreisen. „Wenn wir tanzen, ist das Spiel aus!“ sagte er mit einem schelmischen Grinsen. Und apropos Fans: Die Idee mit dem großen, gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus kam bestens an. Nahezu alle Plätze im Bus waren belegt und die Stimmung sprang auch gleich auf die Mannschaft über. Auf den Rängen hatten die Südthüringer ein klares Übergewicht und auch auf dem Parkett war die erste Hälfte zum mit der Zunge schnalzen.

Nach dem 4:4-Ausgleich in der 12. Minute durch Moritz Weitz waren die SHV-Männer die klar bessere Mannschaft und spielten die Gastgeber aus Jena förmlich an die Wand. Besonders hervorheben muss man dabei Torhüter Nils „Nilo“ Thomas. Er machte sein vermutlich bestes Spiel im Trikot der Spielzeugstädter und genau solche Momente braucht man auch, in derartigen Spitzenspielen. Er vernagelte jedenfalls seine Kiste und ließ zwischen der 19. und 29. Minute kein Gegentor zu. Seine Vorderleute dagegen sprühten nur so vor Spielfreude. Der Funke der Fans war übergesprungen. Auf 13:6 enteilte man und ging mit einem an sich beruhigenden Vorsprung in die Kabine (13:7). Jenas Torschützen vom Dienst Sebastian Triller hatte man bis dahin bestens im Griff und „Nilo“ hatte ihm den Schneid abgekauft.

Doch nach dem Seitenwechsel stellten die Hausherren um und fanden wieder ins Spiel. Die Spielzeugstädter leisteten sich eine etwas zu lange Schaltpause. Jena verkürzte über die Stationen 10:13 schnell auf 13:14 und egalisierte beim 16:16 wieder die Partie. So schnell können die Mühen aus der ersten Hälfte pfutsch sein. Doch die Gäste aus dem Süden Thüringens begannen zu kämpfen. Nicht nur, dass sie im zweiten Spielabschnitt die dreifache Anzahl an Zeitstrafen zu verkraften hatten, auch das Momentum schien bei den Gastgebern zu liegen. Diese gingen beim 19:18 durch Triller erstmals wieder in Führung. Doch wer dachte, die Partie würde jetzt kippen, sah sich getäuscht. Drei Tore durch Sonnebergs besten Torschützen Marius Bondar (12 Treffer) brachten die Spielzeugstädter wieder in Vorhand (21:19 in der 55. Spielminute). Und dieser kleine, aber feine Vorsprung war Gold wert. Jena verkürzte zwar wieder (20:21), doch erneut waren die Sonneberger in Gestalt von George-Alexandru Cadar zur Stelle (22:20). Und auch auf den folgenden Anschlusstreffer von Triller (sein 10. Tor) hatten die Spielzeugstädter wieder eine Antwort. Kapitän Philipp Oehrl erzielte 90 Sekunden vor dem Ende den 23:21-Führungstreffer. Jenas Hagen Rose konnte zwar erneut schnell verkürzen, doch die Südthüringer schafften es die letzte Minute auszuspielen, nahmen 20 Sekunden vor dem Ende noch einmal eine Auszeit und hatten in der Schlussminute eben das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Der 23:22-Auswärtserfolg kommt zwar etwas überraschend, aber dem Spielverlauf nach sicherlich nicht unverdient. Und so scheint es, als wären die SHV-Mannen um ihr Trainergespann Manuel Müller und Konstantin Selenow endlich in der neuen Spielzeit angekommen. Ob es wirklich an dem ist, können sie auch gleich in der kommenden Woche zu Hause beweisen. Dann gastiert Behringen/Sonneborn in der heimischen SBBS-Halle.

Presse SHV

Sonneberg: Thomas, Liptak; Boseckert, Müller, Bondar (12/4), Schlücke, Weitz (4), Benak (2), Cadar (3), Oehrl (2), Zimmermann, Ignat, Rehm

Strafwürfe: Jena: 3/4; Sonneberg: 4/4
Zeitstrafen: Jena: 4+1RK; Sonneberg: 8
Disqual.: Dejmek (Jena, 60. Min., grobes Foulspiel)
Zuschauer: 150

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