1. Männer: 35:30-Heimerfolg gegen den Tabellenführer

Sonneberg fügt Eisenach erste Pleite zu

Handball, Thüringenliga Männer, 7. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – ThSV Eisenach II 35:30 (17:12)

Sonneberg. Gestürzt haben sie den Tabellenführer nicht, aber zumindest die erste Pleite zugefügt – Die Spielzeugstädter Thüringenligahandballer gewinnen am zurückliegenden Samstagabend in eigener Halle gegen die Bundesligareserve des ThSV Eisenach mit 35:30. Damit hält die Serie der Südthüringer, denn es war der fünfte Sieg in Serie. Die Serie der Wartburgstädter dagegen ist mit dieser ersten Saisonpleite gerissen, wobei man mit 15:3 Punkten immer noch auf dem Spitzenplatz der Thüringenliga rangiert. Die Mannen vom Sonneberger Handballverein (SHV) haben nunmehr 10:4 Punkte und sind weiter auf dem Weg in Richtung Spitze.

„Wir haben nach den ersten Saisonniederlagen ein bisschen was verändert und es freut mich, dass diese taktischen Änderungen jetzt zum Erfolg führen“, zeigt sich Sonnebergs Co-Trainer Konstantin Selenow am Tag nach dem Spiel zufrieden. „Es war ein sehr aufregendes und intensives Spiel, so langsam aber sicher bekomme ich meine Stimme auch zurück“, sagte er weiter mit einem Schmunzeln und schob noch hinterher: „Die gesamte Mannschaft hat gestern funktioniert, jeder hat bis zum Letzten gekämpft und wir haben uns bestens ergänzt. So haben wir uns das im Trainerteam vorgestellt und deshalb sind wir auch stolz, dass es immer besser wird. Im Vergleich zum Saisonbeginn jedenfalls hat sich die Mannschaft erheblich gesteigert!“

Am Samstagabend waren es die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten. Da war zum Beispiel ein Nils Thomas im Tor, der 45 Minuten sehr gut hielt, dann aber zwei, drei unglückliche Tore kassierte. Mate Liptak wechselte in den Kasten und war mit einigen Glanzparaden am Ende ein ebenso wichtiger Garant zum Sieg, wie Thomas vorher. „Aus dem Rückraum ging bei Eisenach wenig und Mate hielt eben dann wichtige Bälle von außen und gab uns so enorm Aufwind“, konstatierte Selenow, der außerdem Andreas Schlücke im Abwehrverbund ein Sonderlob erteilte. „Was Andi da in der Abwehr geleistet hat, war schon Spitzenklasse. Klar, alle haben sehr gut gearbeitet, aber ihn kann man am Ende schon hervorheben.“

Die Hausherren gingen schnell mit 1:0 in Führung und ließen sich auch durch die folgende 2:1-Fürhung der Eisenacher nicht aus dem Konzept bringen. Mit schnell und geradlinig vorgetragenen Angriffen erzielten sie beim 5:2 erstmals eine Drei-Tore-Führung. Doch auch die Wartburgstädter standen dem in nichts nach und sorgten prompt für den 5:5-Ausgleich. Bis zum 9:9 wogte das Spielgeschehen jetzt hin und her, ehe die Spielzeugstädter - teilweise in Unterzahl – eine Schippe drauf legten und von 11:10 auf 15:10 davonzogen. In dieser Phase zeigte sich Marius Bondar besonders treffsicher und steuerte bis zum 17:12-Halbzeitstand in den letzten sieben Minuten vor der Pausensirene allein vier Tore selbst bei. Am Ende war er mit zehn Treffern insgesamt erneut bester Torschütze. Vom Pausentee kamen die Eisenacher mit einer anderen Körpersprache aufs Parkett zurück. Die Kabinenansprache von Coach Arne Kühr war wohl recht deutlich. Und so verkürzten die Gäste aus Westthüringen schnell auf 15:18 aus deren Sicht und waren nach dem 17:20 beim 20:21 wieder voll im Rennen. Es folgte die dritte Zeitstrafe für Tom Rehm und die damit verbundene Disqualifikation. Das Spiel stand nun auf Messers Schneide und die Hektik wurde natürlich immer größer. Die beiden Schiedsrichter Sascha Hauke und Christian Lindig aber behielten einen kühlen Kopf und leiteten die Partie bis zum Ende sicher und unaufgeregt – so wie man es sich in einem Spitzenspiel wünscht! Sie waren jedenfalls kein spiel-entscheidender Faktor und das ist heutzutage leider nicht immer selbstverständlich.

Vielmehr spielentscheidend wurde in der Schlussviertelstunde Philipp Oehrl. Der Kapitän hatte bis dahin ein eher unglückliches Händchen, übernahm am Ende aber Verantwortung. „Es war wie in Jena, kaum einer traute sich noch den Torabschluss zu suchen und da übernahm Philipp die Verantwortung“, freute sich Coach Selenow, der lachend hinzufügte: „Wie die Dinger dann immer reingehen, weiß ich auch nicht so recht, aber sie waren drin!“ So traf Oehrl zwölf Minuten vor Schluss zum 25:22. Eisenach verkürzte zwar immer wieder, doch die Südthüringer hatten an diesem Abend stets die richtige Antwort parat. Dafür zeigte sich Krisztian Benak verantwortlich. Klug führte er Regie und war dabei extrem torgefährlich. Insgesamt sieben Mal netzte er ein, so auch zum Stande von 30:26, als das Eisenacher Tor verwaist war. Die Bundesligareserve versuchte es mit dem zusätzlichen Feldspieler, leistete sich aber einen technischen Fehler, den Benak eben blitzschnell ausnutzte. Die Halle stand da endgültig Kopf. Die rund 500 Zuschauer bekamen einen echt packenden Handballabend serviert und waren spätestens nach dem Doppelschlag von Oehrl zum 33:28 nicht mehr auf ihren Sitzen zu halten. Der Siedepunkt war zwei Minuten vor dem Ende erreicht und so feierten alle bereits vor dem Abpfiff den nächsten überzeugenden Doppelpunktgewinn.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (10/3), Schlücke (1), Weitz (3), Benak (7), Cadar (5), Oehrl (3), Ignat (4), Rehm (2)

Strafwürfe: Sonneberg: 3/3; Eisenach: 4/5
Zeitstrafen: Sonneberg: 6+1RK; Eisenach: 7
Disqual.: Rehm (Sbg., 45. Min., 3x2min)
Zuschauer: 500

SHV intern

Free Joomla! template by L.THEME