Es läuft wie am Schnürchen – siebter Sieg in Serie

Handball, Thüringenliga Männer, 9. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Ronneburg 33:23 (17:10)

Sonneberg. Gegen ersatzgeschwächte Gäste aus Ronneburg haben die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) unter dem Strich keine Mühe und fahren einen souveränen 33:23-Heimerfolg ein. Ronneburgs Trainer Stefan Koska sah das nach dem Spiel auch realistisch ein: „Wir hatten heute keine Chance. Vor allem aus dem Rückraum waren wir zu schwach und deshalb geht die Niederlage auch in Ordnung. Aber auch für einen solch hohen Sieg gibt es nur zwei Punkte.“ Damit hat er natürlich einerseits recht, andererseits muss man nach den gespielten 60 Minuten allerdings auch festhalten, dass die Abwehrarbeit diesmal wieder spitze war. Egal wer da hinten drin stand, jeder packte ordentlich zu. Ebenso ist es mittlerweile auch nahezu egal, wer dahinter im Kasten steht. Nils Thomas und Mate Liptak ergänzen sich gut und sind jeweils ein starker Rückhalt. Und am Sonneberger Angriffsverhalten gibt es derzeit sowieso wenig auszusetzen. Sowohl über die individuelle Klasse als auch über spielerische Komponenten kommen die Spielzeugstädter immer wieder zu Torerfolgen. Also alles prima möchte man meinen.

„Dass die Einstellung stimmt, zeigten die Gespräche nach dem Spiel in der Kabine“, verrät Betreuer und Torwarttrainer René Thomas. „Der eine oder andere war mit den letzten Minuten des Spiels nicht zufrieden, obwohl die Partie ja längst entschieden war. Der eigene Anspruch ist deutlich gestiegen.“ Und René Thomas weiß wovon er spricht. Er selbst spielte einst DDR-Oberliga mit Suhl und fasste auch nach der Wende Fuß im Westen. Mit Bad Neustadt war er damals ebenfalls hochklassig unterwegs. Sonnebergs Torhüter Nils Thomas trat dann auch in die Fußstapfen seines Vaters und führt sozusagen die Torhüter-Ära fort. Und dass auch er kein Schlechter ist, bewies er am Samstagabend erneut eindrucksvoll.

Die Partie begann noch recht ausgeglichen. Beiden Mannschaften merkte man an, dass es sich um ein Spitzenspiel handelte und so wurde bereits in den ersten Minuten deutlich, dass es diesmal vor allem über den Kampf zum Erfolg ging. So dauerte es auch einige Zeit, bis sich die Spielzeugstädter Angriffsreihe auf den Gegner eingestellt hatte. Nach gut sechs gespielten Minuten leuchtete ein 2:2 auf der Anzeigetafel. Dann aber startete erstmals Sonnebergs bester Torschütze Marius Bondar durch. Mit drei sehenswerten Treffern in Serie besorgte er die 5:2-Führung. Ronneburg aber ließ sich in dieser Phase der Partie noch nicht abschütteln und war beim 8:7 aus Sicht der Gastgeber in der 18. Spielminute noch voll im Rennen. In der Folgezeit aber erhöhten die Hausherren die Schlagzahl und legten Stück für Stück ein Torepolster an. Beim 13:8 in der 24. Minute waren es erstmals fünf Tore Vorsprung, die bis zum Pausenpfiff sogar noch ausgebaut werden konnten. Dabei zeigte sich Krisztian Benak besonders treffsicher und steuerte drei Treffer zum Halbzeitstand von 17:10 für Sonneberg bei.

Nach dem Seitenwechsel dann demonstrierten die Spielzeugstädter sofort, wer Herr im Hause ist. Ronneburg kam nicht mehr hinter her und den Gastgebern gelang fast alles. Die erstmalige zehn-Tore-Führung besorgte Kapitän Philipp Oehrl in der 41. Minute (24:14). Die Partie war entschieden. Ronneburg war anschließend noch auf Ergebniskosmetik bedacht, wobei die Hausherren diese wie bereits beschrieben erst in den Schlussminuten gestatteten. Mitte der zweiten Hälfte war der Torhunger zumindest noch ziemlich groß und so besorgte der mit sieben Treffern ebenfalls gut aufgelegte Moritz Weitz die höchste Führung im Spiel. Nach dem 31:18 in der 54. Spielminute schalteten die Spielzeugstädter dann allerdings ein paar Gänge zurück. Die gut 350 Zuschauer bedachten die Leistung am Ende zu recht mit stehenden Ovationen, wobei man sich auf Seiten der Sonneberger Verantwortlichen an sich noch ein paar Zuschauer mehr gewünscht hätte. „Ob es nun daran lag, dass die hiesigen Handballfans ein gutes Gespür haben und davon ausgegangen sind, dass es gegen Ronneburg diesmal kein spannendes Duell wird oder ob einfach andere Gründe eine Rolle spielten, wird sich bei den kommenden Heimspielen zeigen.“ Scherzte nach dem Spiel der sichtlich gut gelaunte 2. SHV-Vorsitzende Uwe Scheler. Für das Jahr 2017 war es das jetzt zwar, doch das nächste Heimspiel findet gleich zu Jahresbeginn statt und dann steht erneut ein echter Knaller an. Mit dem VfB Mühlhausen gastiert der Vizemeister der Saison 2016/2017 und Thüringenmeister der Saison 2015/2016 in der Spielzeugstadt.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (10/1), Schlücke (1), Weitz (7/4), Benak (7), Cadar (4), Oehrl (2), Zimmermann, Ignat, Rehm (2)

Strafwürfe: Sonneberg: 5/6; Ronneburg: 3/3
Zeitstrafen: Sonneberg: 5; Ronneburg: 2+1RK
Disqual.: Alexy (Rbg., 54. Min., grobes Foulspiel)
Zuschauer: 350