Das neue Jahr beginnt mit einem Kracher

Handball, Thüringenliga Männer, 11. Spieltag, Vorbericht

Sonneberger HV – VfB TM Mühlhausen Sa. 19 Uhr (SBBS-Halle)

Sonneberg. Viele Handballfans haben den Jahreswechsel sicherlich mit etlichen Silvester-Krachern gefeiert. Sportlich gesehen kommen die Spielzeugstädter Handballbegeisterten bereits am kommenden Wochenende ebenfalls voll auf ihre Kosten, denn es steht gleich zu Jahresbeginn ein Handball-Kracher auf dem Programm. Mit dem VfB TM Mühlhausen empfangen die Südthüringer einen der Meisterschaftsanwärter – sowohl der laufenden als auch der zurückliegenden Spielzeiten.

Übersicht der Thüringenliga-Platzierungen beider Kontrahenten:

 

Mühlhausen

Sonneberg

Saison 2011/2012

7.

3.

Saison 2012/2013

3.

4.

Saison 2013/2014

2.

4.

Saison 2014/2015

3.

2.

Saison 2015/2016

1.

4.

Saison 2016/2017

2.

3.

 

Die Duelle gegen Mühlhausen sind seit etlichen Jahren geprägt von Spannung und Dramatik, wobei es den Spielzeugstädter noch nie gelungen ist, in der Thomas-Müntzer-Stadt zu gewinnen. Diesen Bock allerdings können die Schützlinge vom Trainergespann Manuel Müller und Konstantin Selenow frühestens am letzten Saisonspieltag umstoßen, denn erst dann gastiert man in Mühlhausen. Vorher gilt es jedoch bereits das anstehende Heimspiel erfolgreich zu gestalten. Dieses steigt schon am kommenden Samstagabend zur gewohnten Anwurfzeit um 19 Uhr in der heimischen SBBS-Halle. Und nicht nur die Mühlhäuser sehen in dieser Partie ein richtungsweisendes Spiel.

Sonneberg hat aktuell vier Minuspunkte, Jena ebenfalls. Mühlhausen hat fünf Minuspunkte. Die weiteren Verfolger aus Eisenach, Hermsdorf und Werratal haben bereits sieben oder mehr Minuspunkte auf dem Konto. Es geht für beide Teams also um einiges. Dabei kennen die Gäste bereits das Gefühl, Meister zu werden. In der Saison 2015/2016 gelang ihnen dieses Kunststück eindrucksvoll. Im vergangenen Jahr mussten sie aufgrund eines direkten Vergleichs dreier Teams (Ronneburg, Sonneberg, Mühlhausen) bei Punktgleichheit am Saisonende den undankbaren Vizerang einnehmen. Man kennt also die Gefühlsregungen in beide Richtungen.

In der Spielzeugstadt will man das positive Gefühl einer gewonnenen Meisterschaft auch endlich wieder einmal erleben. Das letzte Erfolgserlebnis in dieser Hinsicht ist bereits knapp 15 Jahre her. Dazwischen lagen Jahre mit konstant guten, aber eben nicht herausragenden sportlichen Leistungen. Diese Jahre waren unter anderem stark geprägt von der Handballfamilie Blechschmidt, doch erst jetzt scheint man wieder auf dem richtigen Weg in Richtung Höherklassigkeit zu sein. Die bisherigen Saisonergebnisse jedenfalls lassen für die Rückrunde im ersten Halbjahr 2018 einiges hoffen. Doch da es mittlerweile sportlich immer besser wird, fühlt sich wahrscheinlich der eine oder andere bemüßigt, den rollenden (Hand-) Ball aufzuhalten. Anders jedenfalls ist es fast nicht zu erklären, dass jetzt erneut eine Diskussion vom Zaun gebrochen wird, die eigentlich erledigt schien. „Wir waren uns grundsätzlich darüber einig, dass wir in der Steinbacher Dreifelderhalle das bei Handballern so geliebte Harz zum Spielen einsetzen dürfen. Ein höherklassiger Handballsport wäre ohne das Klebemittel auch nicht denkbar. Genau aus diesem Grund benutzen wir auch spezielles Harz mit den dazugehörigen Reinigungsmitteln. Nach jedem Training und jedem Spiel wird die Halle durch uns damit vollständig gereinigt“, erklärt SHV-Vorstand Alexander Ebert. Dennoch gab es vom Landratsamt zwischen den Jahren erneut Post, die das Klebemittel untersagt und bei Verstoß dies mit drakonischen Strafen versieht. „Ohne die Hintergründe zu kennen, wird hier einer einzigen Person Glauben geschenkt, die den Handballsport diffamieren will“, sieht sich Ebert überzeugt und will erneut das Gespräch suchen: „Alle Unzulänglichkeiten, die in dieser Sporthalle vorhanden sind, werden den Handballern in die Schuhe geschoben. Daran hatten wir uns fast gewöhnt, doch mit dieser neuerlichen Entscheidung sehen wir unser Ziel einer Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in weite Ferne rücken.“ Aus Sicht des SHV wird hierbei nicht nur der Verein und der Handballsport an sich benachteiligt, ein Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse Deutschlands brächte für die gesamte Region Vorteile. Davon zumindest ist man beim SHV überzeugt und hofft deshalb darauf, „im Sinne aller Beteiligten eine vernünftige Lösung zu finden.“ Beschließt Ebert seine Ausführungen und richtet seinen Blick jetzt erst einmal auf das anstehende Heimspiel gegen Mühlhausen, denn dort werden alle Kräfte gebraucht.

Presse SHV