1. Männer: Auftakt nach Maß im Spitzenspiel

Jahresauftakt nach Maß

Handball, Thüringenliga Männer, 11. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – VfB TM Mühlhausen 26:24 (16:12)

Sonneberg. Am Dreikönigstag startete das neue Handballjahr für die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) königlich, möchte man meinen. In einem wahren Spitzenspiel besiegten sie einen der ärgsten Konkurrenten um den Thüringenmeistertitel, den VfB Mühlhausen, in eigener Halle mit 26:24 und profitierten zugleich von Patzern der Konkurrenz. So musste sich Eisenach in Behringen/Sonneborn mit einem 30:30-Remis begnügen und Hermsdorf unterlag gar in Ziegelheim mit 27:33. Spitzenreiter Jena war noch spielfrei.

Doch wie schwer es nach der Weihnachtspause sein kann, zeigen nicht nur die Ergebnisse der anderen Teams, auch die Spielzeugstädter taten sich zu Beginn schwer. Da allerdings auch Mühlhausen Startprobleme hatte, fiel es glücklicherweise nicht so ins Gewicht. Nach dieser anfänglichen Findungsphase aber zeigten beide Mannschaften, dass sie aktuell zu den besten des Freistaats gehören. Den knapp 500 Zuschauern wurde dabei ansehnliche Handballkost geliefert, bei der vor allem die Torhüter auf beiden Seiten herausragten. Aus Sicht der Südthüringer zeigte man sich dabei besonders glücklich, denn Mate Liptak war noch angeschlagen. Sein Pendant, Nils Thomas, erwischte allerdings einen „Sahnetag“ und war einer der Garanten für den Sieg. Aber der Reihe nach:

Die erste Partie des neuen Jahres wurde pünktlich vom sehr guten Schiedsrichtergespann Beyer/Wagner um 19 Uhr angepfiffen. Der 2:0-Führung der Gastgeber nach drei Minuten folgte die erste Mühlhäuser Führung nach fast genau elf gespielten Minuten (5:6). Nach gut 15 Minuten erzielte Mühlhausens Björn Harder sozusagen ein Phantomtor, denn sein Ball sprang durch das Netz wieder aus dem Tor. Eigentlich entschieden die beiden Unparteiischen auf Abwurf, doch Sonnebergs Marius Bondar korrigierte die Entscheidung sportlich fair. Das 8:9 aus Sicht der Gastgeber war zugleich aber auch die letzte Führung der Gäste. Ob Bondar da schon wusste, wie souverän er und seine Mannen in der Folge auftreten würden? Er jedenfalls zeigte sich nach seinem Fingerbruch Anfang Dezember gut erholt und gewohnt treffsicher (10 Treffer). Doch die Sonneberger Mannschaft zeichnet in dieser Saison aus, dass es eben nicht nur einen guten Spieler gibt, sondern dass alle an einem Strang ziehen. So konnte sich diesmal Marius Ignat zum Beispiel mit sechs Treffern im Spielprotokoll verewigen. Da er verletzungsbedingt kürzertreten musste, sprang Tom Rehm in gewohnter Manier ein und erzielte selbst vier Treffer. Das Team ist ausgeglichen und dies zeigte sich vor allem in der Abwehrarbeit – bei der einer für den anderen kämpfte. Von der 15. Minute bis zum Pausenpfiff kassierte man nur noch drei Gegentreffer, erzielte selbst aber acht eigene. Dabei überzeugte Nils Thomas im Kasten genauso wie seine Vorderleute. Der gerechte Lohn war die 16:12-Halbzeitführung.

Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren nach, führten zweimal gar mit fünf Toren (17:12, 19:14). Mitte der zweiten Halbzeit aber schalteten die Spielzeugstädter einen Gang zurück, was eine Spitzenmannschaft wie Mühlhausen allerdings sofort zu nutzen weiß. Nach dem 19:22 aus deren Sicht nach 48 gespielten Minuten war die Partie wieder offen. Für die zahlreichen Zuschauer sorgte das zwar für Spannung in der Schlussphase, doch auf der Sonneberger Bank auch für einige unnötige Schweißperlen. Im Angriff lief in den letzten zehn Minuten so gut wie gar nichts mehr zusammen, was auch am starken Adrian Winkler im Mühlhäuser Tor lag. Als die Gäste dann beim 24:25 gar auf ein Tor verkürzten und noch über eine Minute zu spielen war, stand die Partie auf der Kippe. Doch erst hielt Nils Thomas einen entscheidenden Strafwurf und dann traf Sonnebergs Krisztian Benak auf der Gegenseite vom ominösen Siebenmeter-Punkt zum umjubelten 26:24-Siegtreffer.

In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die erste Partie nach der Weihnachtspause handelte, konnte man trotz einiger Fehler doch von einem Spitzenspiel reden. Und kramt man in der Sonneberger Historie, so findet man einige Duelle gegen Mühlhausen genau zu dieser Zeit. Diese gingen in der Vergangenheit alle verloren. Diesmal jedoch holten die Spielzeugstädter den Doppelpunktgewinn. Vielleicht ist dies ein gutes Omen für die Rückrunde, die in der kommenden Woche mit dem nächsten Heimspiel gegen Saalfeld beginnt.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (10/5), Schlücke, Weitz (2/1), Benak (1/1), Cadar (2), Oehrl, Ignat (6), Rehm (4)

Strafwürfe: Sonneberg: 7/9; Mühlhausen:3/5 Zeitstrafen: Sonneberg: 1; Mühlhausen: 4

SHV intern

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