Saalfeld? Da war doch was!

Handball, Thüringenliga Männer, 12. Spieltag, Vorbericht

Sonneberger HV – HSG Saalfeld/Könitz   Sa. 19 Uhr (SBBS-Halle)

Sonneberg. Offiziell beginnt am kommenden Samstagabend ab 19 Uhr in der Steinbacher Dreifelderhalle der SBBS die Rückrunde der Handball-Thüringenligasaison 2017/2018. Die Spielzeugstädter empfangen dabei die HSG Saalfeld/Könitz. Warum lohnt es sich dieses Duell doppelt zu betonen?

Zum einen handelt es sich zwar um den Rückrundenauftakt, tatsächlich aber haben die Südthüringer zwei Spiele weniger auf dem Konto als fast alle anderen Teams der höchsten Spielklasse des Freistaats. Das liegt ganz einfach daran, dass in der Hinrunde 2017 zwei Duelle auf das Frühjahr 2018 verschoben wurden. Konkret handelt es sich dabei um das Südthüringenderby gegen Suhl und die Auswärtspartie in Goldbach/Hochheim. Diese beiden Partien werden neben den anderen „normalen“ 13 Rückrundenspielen zusätzlich ausgetragen. Es kommt also einiges auf die Mannen um das Trainerduo Manuel Müller und Konstantin Selenow zu in den nächsten Monaten.

Doch dafür scheint man gewappnet. Zumindest sprechen die absolvierte Hinrunde und der Jahresauftakt letzte Woche eine deutliche Sprache. Jahresübergreifend haben die Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) dabei neun Spiele in Serie gewonnen – acht vor der Weihnachtspause und das neunte jüngst gegen einen der Meisterschaftsanwärter aus Mühlhausen. Beim Blick zurück auf dieses Spiel möchte man meinen, dass mit mehr Konzentration sogar ein höherer als der 26:24-Heimsieg möglich gewesen wäre. Und das soll nicht einmal vermessen klingen, denn die Südthüringer haben einen Lauf und ihren Rhythmus gefunden. Die Neuzugänge sind integriert und haben genauso wie die arrivierten Kräfte ihren Platz im Team gefunden. Hätte man sich zu Saisonbeginn nicht die beiden Ausrutscher geleistet, könnte man jetzt alleine von der Tabellenspitze grüßen. Doch hätte, hätte, Fahrradkette.

Zur Erinnerung: Damals verlor man zu Hause am zweiten Spieltag gegen Ziegelheim mit 29:30. Das war allerdings schon die zweite der einzigen beiden Pleiten im gesamten bisherigen Saisonverlauf. Eine Woche vorher, zum Saisonauftakt, setzte es in Saalfeld/Könitz eine 30:32-Pleite. Und genau deshalb kann man die bevorstehende Partie auch betonen. Denn es geht gegen eben jenen vermeintlich schwächeren Gegner. Damals jedenfalls wirkten die Spielzeugstädter zerfahren, unstrukturiert und leicht überfordert mit der emotionalen Spielweise der Saalfelder. Diese nutzten ihre Chance natürlich eiskalt aus und erwischten die Südthüringer auch eiskalt am ersten Spieltag. Seitdem ist jedoch auch viel Zeit vergangen. Die SHV-Mannen sind eingespielt und seit neun Spielen ungeschlagen. Die Jungs aus Saalfeld konnten dem Auftaktsieg allerdings nur zwei weitere Erfolge folgen lassen (32:25 gegen Apolda II, 22:21 in Altenburg). Ansonsten setzte es nur Niederlagen, weshalb man folgerichtig auch nur auf dem 12. Tabellenplatz rangiert. Nach der erfolgreichen zurückliegenden Saison hatte man sich an der Saale sicherlich etwas mehr ausgerechnet. Doch wer weiß, was die Rückrunde noch bringt.

Die Spielzeugstädter jedenfalls sollten gewarnt sein. Nicht nur die Kampfesstärke dürfte in Erinnerung geblieben sein. Auch die Tatsache, dass man in dieser Liga keinen Kontrahenten unterschätzen darf, dürfte noch schmerzlich in Erinnerung sein. Von dem her gilt es am kommenden Samstagabend nicht nur, den zehnten Sieg in Serie einzufahren. Auch eine gewisse Art der Wiedergutmachung für die Saisonauftaktpleite steht auf dem Programm.

Presse SHV