…und da war es passiert!

Handball, Thüringenliga Männer, 13. Spieltag, Bericht

SV BW Goldbach/Hochheim – Sonneberger HV 28:27 (15:10)

Sonneberg/Goldbach. Unerwartet, aber zu Recht verloren Sonnebergs Thüringenligahandballer am vergangenen Samstagabend nach zehn Siegen in Folge wieder ein Spiel. Das 27:28 in Goldbach war dabei keinesfalls eingeplant, aber auch nicht unverdient. Dabei begann der Tag an sich perfekt – zumindest für Sonnebergs Trainer Manuel Müller. Er weilte zur Mittagszeit mit seiner männlichen D-Jugend in Ilmenau, gewann dort das zweite Spiel in Serie und das zweite Spiel in der Saison überhaupt.

Das Glücksgefühl hielt allerdings nur kurz, denn bereits zum Pausentee beim Spiel seiner ersten Männermannschaft in Goldbach war ihm alles andere als zum Lachen zu Mute. Die Enttäuschung merkte man ihm auch am Sonntag danach noch an. Sein Trainerkollege auf der Bank, Konstantin Selenow, war da schon gesprächiger und analysierte kurz und knapp: „Wir waren vom Kopf her einfach nicht da. Alle waren schlecht und so kannst du in dieser Liga kein Spiel gewinnen. Wahrscheinlich dachten einige noch an das Pokalspiel oder den Tabellenplatz von Goldbach.“ Zur Erinnerung: Im Pokal siegten die Spielzeugstädter vor Saisonbeginn mit 34:24 in Goldbach und auch der bisherige Saisonverlauf der Rand-Gothaer war keinesfalls erfolgsverwöhnt. Lediglich vier Siege konnten sie bisher einfahren und stehen deshalb auch auf dem 11. und damit viertletzten Tabellenplatz. Kostja, wie der ehemalige ukrainische Nationalspieler, der einst für Sonneberg auf Torejagd ging und mittlerweile auf der Bank sitzt, von allen genannt wird, ergänzte noch „wir hatten überhaupt keinen Druck aus dem Rückraum und scheiterten zu oft in 1:1-Situationen freistehend am gegnerischen Torhüter. Außerdem konnten wir in der Deckung nie die richtige Aggressivität entwickeln. Außer in den letzten zehn Minuten, da zeigten die Jungs noch einmal Zähne, aber das reichte eben nicht.“

Im ersten Durchgang verspielten die Gäste aus Südthüringen die eigene 5:3-Führung nach zehn Minuten und gerieten ins Hintertreffen. Bis zur Pause rannte man bereits einem fünf-Tore-Rückstand hinterher (10:15). Doch auch nach dem Seitenwechsel fanden die Spielzeugstädter nicht in die Partie und gerieten immer mehr in Rückstand. Nach knapp 40 gespielten Minuten leuchtete ein 12:20 von der Anzeigetafel. Ein Spielstand, den die Sonneberger in dieser Saison aus eigener Erfahrung noch nicht kannten. Damit umzugehen, war der zweite Teil des Abends. Mitte der zweiten Hälfte erwachte dann doch allmählich das eigene Kämpferherz. Über die Stationen 14:21 und 19:22 kämpfte man sich wieder zurück in die Partie. Nach dem 23:26 sorgte ein Kraftakt gar für den erstmaligen Ausgleich seit Spielbeginn (26:26). Doch mit dem Glück des Tüchtigen schaukelten die Gastgeber den Sieg nach Hause. Nach dem neuerlichen 27:27-Ausgleich war es Matthias Dreyße, der seine Farben genau 15 Sekunden vor dem Ende der Partie mit 28:27 in Front warf. Doch Schluss war da noch immer nicht. Die Spielzeugstädter zeigten Herzblut und erkämpften sich einen Strafwurf mit der Schlusssirene. Der erneut beste Torschütze des Tages, Marius Bondar, trat an. Doch ihm gelang nicht sein 15. Tor des Tages und so jubelten am Ende die Hausherren über einen überraschenden Doppelpunktgewinn.

Für die Spielzeugstädter war dies ein Dämpfer, der vielleicht zur rechten Zeit kam. So zumindest hofft Coach Selenow: „Wir wissen jetzt, dass auf uns nur noch Endspiele warten. Alle Gegner werden besonders heiß sein, uns zu schlagen. Und dabei brauchen wir auch nicht auf die Konkurrenz zu schauen. Auch wenn Jena ebenfalls verloren hat, bringt uns das nichts.  Wir müssen unser Spiel spielen und damit sollten wir gleich nächste Woche in Ziegelheim anfangen. Ab Dienstag jedenfalls werden wir daran hart arbeiten.“ Was diese Worte aus dem Munde eines ehemaligen Bundesligaspielers für die nächsten Trainingseinheiten bedeuten, kann sich der eine oder andere sicherlich vorstellen.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (14/7), Schlücke, Weitz (5), Benak (1), Cadar (2), Oehrl, Zimmermann, Ignat (4), Rehm (1)

Strafwürfe: Goldbach/Hochheim: 7/8; Sonneberg: 7/9 Zeitstrafen: Goldbach/Hochheim: 4; Sonneberg: 5 Zuschauer: 180