1. Männer: Mit Auswärtserfolg zurück in die Erfolgsspur

Zurück in der Erfolgsspur

Handball, Thüringenliga Männer, 14. Spieltag, Bericht

LSV Ziegelheim – Sonneberger HV 25:34 (11:15)

Sonneberg/Ziegelheim. Mit einem ungefährdeten und souverän herausgespielten 34:25-Auswärtssieg in Ziegelheim kehrten die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze zurück. Der ärgste Kontrahent aus Jena konnte am Sonntag aber mit einem 32:31-Heimsieg gegen Hermsdorf wieder vorbeiziehen. Doch das ist nur eine Randnotiz.

Die Saison ist noch lang und die Spielzeugstädter leisteten sich in der Vorwoche den ersten Patzer in 2018 und zugleich die erste Niederlage nach zehn Siegen in Serie. Die 27:28-Pleite in Goldbach zeigte dabei einmal mehr, dass man in der höchsten Liga des Freistaats keinen Gegner unterschätzen darf. Und so reisten die dezimierten Südthüringer mit der richtigen Einstellung nach Ostthüringen ins Altenburger Land und betrieben dabei die erhoffte doppelte Wiedergutmachung. Einerseits konnte die Auswärtspleite der Vorwoche ausgemerzt werden und andererseits revanchierte man sich auch für die 29:30-Hinspielniederlage gegen Ziegelheim.

Dabei hatte man auf Seiten des SHV vor der Auswärtspartie schon einige Bauchschmerzen. Mit Thorsten Zimmermann und George Cadar fehlten zwei wichtige Spieler. Zimmermann schob Dienst bei seinem neuen Arbeitgeber, der Polizei, und Cadar weilt derzeit in Rumänien, um seine Abschlussprüfung zum Physiotherapeuten zu absolvieren. Deshalb beorderte sich Spielertrainer Manuel Müller auch selbst aufs Feld. Von Beginn an rackerte er in der Deckung und im Angriff. „Eigentlich wollte ich nicht so lange spielen, aber durch die dünne Personaldecke waren mir nur zehn Minuten Pause zwischendurch vergönnt“, verriet Müller. Ihn und auch seine Kollegen auf der Bank, Konstantin Selenow und René Thomas, beunruhigte eine Szene zur Halbzeit aufs Neue. Zwar ging man mit einer 15:11-Pausenführung in die Kabine, wusste dabei aber bereits im Hinterkopf, dass Krisztian Benak nicht aufs Parkett zurückkehren konnte. Er leistete sich mit dem Pausenpfiff einen mentalen Ausfall, beschimpfte die Schiedsrichter und sah folgerichtig die direkte rote Karte. Der junge Mann aus Ungarn war in dieser Szene zu temperamentvoll. In Anbetracht der angespannten Personalsituation leistete er seiner Mannschaft mit dieser Aktion allerdings einen Bärendienst.

Doch zum Glück aus Sicht der Südthüringer waren die anderen hellwach und zeigten im zweiten Durchgang, dass sie, vor allem wenn sie als Mannschaft auftreten, zu den Spitzenteams der Liga gehören. Dabei zeigte sich Coach Müller einen Tag nach dem Spiel besonders erfreut, dass die Abwehrarbeit im Vergleich zur Vorwoche auch wieder als solche bezeichnet werden konnte. Andreas Schlücke und Tom Rehm leisteten dabei Schwerstarbeit. In der Vorwärtsbewegung zeigten sich die Gäste aus der Spielzeugstadt auch wesentlich flexibler und vor allem treffsicherer. Einmal mehr war es Marius Bondar, der im Angriff mit insgesamt 13 Treffern überragte. Doch auch Marius Ignat zeigte sich mit sechs Toren genauso treffsicher wie Moritz Weitz, der mit einer 100%-Quote (6 Tore bei 6 Versuchen) sein Leistungsvermögen perfekt abrief. Und so konnten sich die Spielzeugstädter im zweiten Durchgang auch peu à peu absetzen. Nach der 15:11-Halbzeitführung zog man beim 19:12 (36. Minute) schon auf sieben Tore davon. Ziegelheim verkürzte zwar noch einmal auf 15:20 aus deren Sicht, doch rund zehn Minuten später versenkte Marius Ignat zum 27:17 und somit zur erstmaligen Zehn-Tore-Führung. In den letzten Minuten zeigten sich die Spielzeugstädter sehr souverän und schaukelten die Partie am Ende sicher nach Hause. Der 34:25-Auswärtserfolg dürfte dabei das Selbstvertrauen wieder etwas aufgebessert haben, sodass man für das anstehende Südthüringenderby gerüstet ist. Am kommenden Samstagabend steigt das erste Duell der Saison gegen Suhl in der heimischen SBBS-Halle.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert (1), Müller (3), Bondar (13/4), Schlücke (1), Weitz (6), Benak (1), Oehrl (1), Ignat (6), Rehm (2)

Strafwürfe: Ziegelheim: 7/8; Sonneberg: 4/4
Zeitstrafen: Ziegelheim: 4; Sonneberg: 7+1
Disqual.: Benak (Sbg., 30. Min., Beleidigung)
Zuschauer: 300

SHV intern

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