1. Männer: 27:26-Auswärtssieg im Südthüringenderby

Herzschlagfinale im Südthüringenderby

Handball, Thüringenliga Männer, 15. Spieltag, Bericht

HSG Suhl/Goldlauter – Sonneberger HV 26:27 (13:14)

Sonneberg/Suhl. Ereignisse wiederholen sich – zum Glück nur teilweise! Nur ungern denken die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) an den 20. Januar dieses Jahres zurück. Damals setzte es eine unerwartete und überraschende 27:28-Pleite in Goldbach. Tragischer Held war Sonnebergs Marius Bondar. Er erzielte seiner Zeit 14 Treffer in diesem Spiel, scheiterte aber mit dem entscheidenden Strafwurf in der Schlusssekunde und vergab damit auch das mögliche Unentschieden. Diesmal war es ähnlich, aber eben zum Glück nicht identisch.

Bondar netzte erneut insgesamt 13 Mal ein und trat wieder neun Sekunden vor dem Ende an den ominösen Punkt. Doch beim Stande von 26:26 behielt er die Nerven, versenkte den Strafwurf und sicherte seinen Farben damit den 27:26-Derbysieg in Suhl. Die Erleichterung war anschließend nicht nur ihm anzusehen. Es war eine intensive Partie, die bis zur letzten Sekunde offen war. Die Anspannung und Dramatik konnten die gut 250 Zuschauer förmlich greifen. Es ging sowieso sehr kuschelig zu. Da die eigentliche Spielstätte der Spielgemeinschaft aus Suhl und Goldlauter, die Wolfsgrube, derzeit umgebaut wird, müssen die Waffenstädter in die Sporthalle Bruchholzstraße ausweichen. An sich ist die Halle in Ordnung, bei derartigen Südthüringenderbys aber gerät sie doch an ihre Grenzen. Davon ließen sich die Akteure auf dem Feld allerdings nicht beeinflussen und lieferten sich in packendes Duell, welches einem klassischen Südthüringenderby auch vollends gerecht wurde.

Die Spielzeugstädter, unterstützt von knapp 100 eigenen Fans, von denen etliche wieder traditionell mit dem alten Ikarus des „Projekts 801“ angereist waren, spielten einen ordentlichen Handball, waren gefühlt auch besser, konnten sich aber nie entscheidend absetzen. Auch weil man eines in Suhl nie verlernt hat – das Kämpfen. Und so stand das Spiel im Prinzip über die gesamte Spielzeit aufs Messers Schneide. Die anfängliche Sonneberger 1:0-Führung, egalisierten die Hausherren und lagen selbst mehrfach in Front (3:2, 5:4). Dann wendete sich das Blatt wieder und die Gäste aus Sonneberg zogen vorbei (7:6, 10:9). Nach dem zwischenzeitlichen 10:10 folgte eine stärkere Phase der Spielzeugstädter, in der sie sich zwischen der 21. und 27. Minute auf 13:10 absetzen konnten. Doch bis zum Seitenwechsel kamen die Gastgeber wieder heran und trafen Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 13:14-Anschlusstreffer. Mit diesem Stande ging es auch zum Pausentee.

Von dort zurück traf Suhls Bester, Michael Frank (10 Treffer), zum 14:14-Ausgleich und die Partie schien wieder vollkommen offen. Doch erst Bondar, dann zweimal Tom Rehm und auch noch George Cadar legten vier Sonneberger Treffer vor, ehe Suhl wieder durch Frank zum 15:18-Anschluss traf. In der Folgezeit verteidigten die Spielzeugstädter ihren Drei-Tore-Vorsprung bis zum 43. Spielminute (18:17, 21:18). Danach waren die Hausherren am Drücker und kurz davor, die Partie zu drehen. Zumindest fühlte sich die Sonneberger Bank beim Stande von 21:21 dazu genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Den Suhler Angriffsreigen unterband dann der starke Rehm und die Spielzeugstädter gingen wieder in Führung. Doch nun wogte das Spielgeschehen hin und her. Keine Mannschaft konnte sich in der entscheidenden Schlussphase mehr absetzen und man steuerte gemeinsam auf ein Herzschlagfinale zu. Nach dem 22:22-Ausgleich hatten die Sonneberger das Momentum auf ihrer Seite und gingen mit 24:22 in Führung, um wenige Zeit später einem 24:25-Rückstand hinterher zu laufen. Es wurde immer dramatischer, doch die beiden Marius auf Sonneberger Seite behielten die Nerven. Erst erzielte Bondar von Strafwurfpunkt den 25:25-Ausgleich, ehe Marius Ignat zur 26:25-Führung traf. Diese wiederum glich Suhls Ungar Richard Vagner aus und bei dieser Aktion kassierte Sonnebergs Cadar auch noch eine Zeitstrafe. Da waren noch 58 Sekunden zu spielen. Für Gleichzahl auf dem Feld sorgten die souverän und umsichtig leitenden Unparteiischen Hauke/Lindig und schickten 35 Sekunden vor Schluss auch den Suhler Daniel Szentesztki mit einer Zeitstrafe vom Parkett. Zehn Sekunden vor Ende der Partie dann die Strafwurf-Entscheidung für Sonneberg. Es stand 26:26. Marius Bondar trat an und versenkte zum 27:26 und damit zum sicherlich nicht unverdienten Auswärtssieg. Der Rest war pure Freude und Erleichterung und davon kann Busfahrer Andi Domhardt auf der Heimreise im nostalgischen Ikarus sicherlich auch heute noch ein Lied singen.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Boseckert, Müller, Bondar (13/8), Schlücke, Weitz (4), Cadar (3), Oehrl, Zimmermann, Ignat (4), Rehm (3)

Strafwürfe: Suhl: 4/4, Sonneberg: 8/9

Zeitstrafen: Suhl: 6, Sonneberg: 7

Zuschauer: 250

SHV intern

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