Aus der Schockstarre lösen

Handball, Thüringenliga Männer, 17. Spieltag, Vorbericht

SV Town & Country Behringen/Sonneborn – Sonneberger HV Sa. 17 Uhr

Sonneberg. Für die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins kommt es am kommenden Samstagnachmittag zur Charakterfrage. Sie werden nach der jüngsten 26:31-Heimpleite gegen Jena zum Auswärtsspiel in Behringen/Sonneborn erwartet. Das zurückliegende, ernüchternde Spiel gegen den Mitfavoriten um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg muss dabei mehr Ansporn als Lähmung sein. Eine gewisse Schockstarre herrschte dennoch vor.

Viel hatte man sich ausgerechnet und mit großen Ambitionen wollte man das Heimspiel erfolgreich bestreiten und damit gleichzeitig auch einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft tun. Doch daraus wurde bekanntlich nichts. Jena siegte in einem wahren Spitzenspiel der Thüringenliga am Ende zweifelsfrei verdient und liegt nunmehr wieder punktgleich mit Sonneberg an der Tabellenspitze. Für die Spielzeugstädter ist diese Niederlage zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch, denn die Saison bietet noch genügend Chancen – aber eben auch Risiken.

Und so freute sich Coach Konstantin Selenow im Training unter der Woche einerseits über die gute Stimmung in der Mannschaft, denn er hatte einen kleinen psychischen Knacks befürchtet. Doch andererseits plagen den Ukrainer in Sonneberger Diensten auch einige Sorgen. „Die Jungs, die unter der Woche im Training sind, haben mir deutlich vermittelt, dass alle wissen, worauf es in den verbleibenden Spielen ankommt. Doch personell wird es immer dünner.“ Selenow meint damit sowohl seinen noch zum Teil spielenden Trainerkollegen Manuel Müller, der sich mit einer hartnäckigen Erkältung herumschlägt, als auch die beiden Marius im Team. Bondar und Ignat sind angeschlagen. Dazu kommt Krisztian Benak, der das Training unter der Woche abbrechen musste.

Die Bedeutung des kommenden und der danach folgenden Spiele ist dem Team aber durchaus bewusst. Und so wird man mit einer gehörigen Portion Respekt nach Behringen aufbrechen. Das unterstreicht die Aussage von Sonnebergs Linksaußen Moritz Weitz. Er ist seit Jahren eine Bank auf der Flügelposition und kennt auch den bevorstehenden Gegner gut. „Ich weiß nicht warum, aber zu Hause hat Behringen/Sonneborn zumeist ein anderes Gesicht. Dort können sie jeden schlagen, sind unberechenbar und deshalb müssen wir höllisch aufpassen und von Beginn an hellwach sein.“ Zumindest um die Einstellung der Truppe muss sich das Trainerteam also wohl keine Sorgen machen. Und die richtige Einstellung wird auch von Nöten sein. Nach der Heimpleite gilt es außerdem einmal mehr Wiedergutmachung zu betreiben.

Dabei wird man von einer wahren Spitzenmannschaft - in eigener Halle – erwartet. Die Spielgemeinschaft aus Behringen und Sonneborn rangiert zwar mit 17:21 Punkten nur auf dem 10. Tabellenplatz. Ein Blick auf deren Ergebnisse in der heimischen Sporthalle aber verdeutlicht, wie schwer das Unterfangen Auswärtssieg für die Spielzeugstädter wird. Behringen/Sonneborn verlor zu Hause unter anderem nur hauchdünn gegen Mühlhausen (31:32) und gegen Jena (33:34), trotzte Eisenach im Derby ein 30:30-Remis ab und besiegte neben Suhl (35:29) auch Hermsdorf (31:30) und Werratal (25:24). Der Werratal-Heimsieg gehört im Übrigen zur jüngsten Siegesserie, denn dem Erfolg gegen Breitungen folgte ein 29:28-Heimsieg gegen Könitz/Saalfeld und der letztwöchige 28:22-Auswärtserfolg beim Nachbarn in Goldbach/Hochheim.

An Selbstvertrauen wird es den Gastgebern also keinesfalls mangeln. Bei den Gästen aus Sonneberg dürfte nach den jüngsten Erlebnissen aber auch die Einstellung stimmen und so sollte es auch möglich sein, das Charakterspiel am Samstag erfolgreich zu meistern.

Presse SHV