1. Männer: Nachlese zum Doppel-Spieltag

Ein perfektes Vier-Punkte-Wochenende

Handball, Thüringenliga Männer, 22.+23. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – SV Blau/Weiß Goldbach/Hochheim 30:23 (13:12)

Sonneberg. Die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) mussten am vergangenen Wochenende gleich zwei Punktspiele bestreiten – beides waren Nachholspiele vergangener Spieltage. Zum Ende der Saison hin ist der Zeitdruck natürlich noch größer, alle Spiele rechtzeitig zu absolvieren, obgleich es in allen Partien nur noch um die sprichwörtliche „Goldene Ananas“ geht. Der einzige Absteiger steht bereits fest, denn Saalfeld/Könitz zog sich selbst aus der Thüringenliga zurück. Der Aufsteiger indes ist nunmehr auch amtlich. Glückwunsch von dieser Stelle an einen verdienten Thüringenmeister und Aufsteiger aus Jena. Der HBV Jena gewann am Samstagabend das entscheidende Spiel gegen Mühlhausen mit 27:25 und kürte sich somit selbst vorzeitig zum Ligakrösus.

Dass es im Ligabetrieb für die Spielzeugstädter eigentlich um nicht mehr als vielleicht einen Medaillenplatz geht – die angestrebte Meisterschaft verlor man bekanntlich – merkte man am zurückliegenden Samstagabend dennoch nicht. Es war Feuer unter dem Dach der SBBS-Halle in Steinbach und die knapp 200 Zuschauer fühlten sich an vergangene Tage zurückerinnert. Bei den Spielzeugstädtern fehlten mit Marius Ignat und George Cadar gleich zwei wichtige Stammspieler und zu allem Überfluss verletzte sich Spielertrainer Manuel Müller im Freitagstraining auch noch an der linken Hand. Man konnte also von Glück reden, dass neben den bereits reaktivierten Kräften um Martin Blechschmidt, Martin Schleuchardt und Paul Dietrich diesmal auch noch Robert Blechschmidt zum Team dazustieß. Sein Mitwirken jedenfalls war vor allem im zweiten Durchgang ein spielentscheidender Faktor, denn er entnervte auf vorgezogener Abwehrposition den Goldbacher Angriff. In ungewohnter Manier wusste zudem Andreas Schlücke zu überzeugen. Nein, nicht in der Deckung. Dort hatte er Goldbachs Torwurfmaschine Daniel Fekete soweit im Griff. Schlücke musste diesmal auch im Angriff ran, auf der Kreismitteposition. Wirklich oft stand er dort noch nicht, aber er löste seine Aufgabe bestens – der perfekte Allrounder eben! Ein weiterer entscheidender Faktor war zudem ein anderer Sonneberger. Er machte vermutlich das Spiel seines Lebens – zumindest im Trikot der ersten Sonneberger Männermannschaft. Die Rede ist von Paul Dietrich. Er begann bereits auf Linksaußen und netzte über die gesamte Spielzeit sieben von acht Bällen ein. Er war damit der beste Werfer einer Mannschaft aus der Spielzeugstadt, die sich diesen Namen auch wieder redlich verdiente. Einer kämpfte für den anderen und jeder stand seinem Nebenmann zur Seite.

An sich war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die im ersten Durchgang aber noch etwas behäbig wirkte. Die 12:10-Führung der Hausherren egalisierten die Gäste aus Goldbach kurz vor der Pause zum 12:12, ehe Marius Bondar mit einem Rückraumkracher zum 13:12-Halbzeitstand traf. Nach dem Seitenwechsel zogen die Spielzeugstädter das Tempo etwas an und profitierten zudem von der undisziplinierten Spielweise der Goldbacher. Diese machten sich das Leben durch technische Fehler oder dumme Zeitstrafen im zweiten Durchgang selbst schwer. Die Gastgeber dagegen nutzten diese Einladungen immer wieder routiniert und eiskalt aus und bauten den eigenen Vorsprung so Stück für Stück aus. In der 42. Minute netzte der ebenfalls treffsichere Peter Deli von Rechtaußen zum 20:16 ein. In der 50. Minute war es Martin Blechschmidt der die erste Fünf-Tore-Führung erzielte (24:19). Kurz darauf traf Paul Dietrich zum 27:20 und das Spiel war fünf Minuten vor dem Ende im Prinzip entschieden. Warum sich dann der ein oder andere Gästespieler nicht mehr unter Kontrolle hatte, bleibt zwar ein Rätsel, aber auf Seiten der Sonneberger gab es beim 30:23-Heimsieg zumindest keine weiteren Verletzten, denn tags darauf ging es gleich weiter mit dem Punktspiel in Apolda.

Sonneberg (gegen Goldbach): Liptak, Thomas; Müller, Bondar (6/3), Schlücke (2), Benak (5), Dietrich (7), M. Blechschmidt (4), R. Blechschmidt, Schleuchardt, Deli (6)

Strafwürfe: Sonneberg: 3/4; Goldbach: 4/5

Zeitstrafen: Sonneberg: 3; Goldbach: 6+1RK

Disqual.: Stadelmann (Goldbach, 59. Min, Unsportlichkeit)

Zuschauer: 200

 

HSV Apolda II – Sonneberger HV 21:35 (11:15)

Sonneberg/Apolda. Nach dem erfolgreichen Heimspiel gegen Goldbach am Vortrag (30:23) ging es für die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) am Sonntag zur Mittagszeit gen Apolda. Dort wurde man vom punktlosen Tabellenschlusslicht erwartet. An sich gewiss kein Problem, doch vor allem im ersten Durchgang merkte man den Spielzeugstädtern schon eine gewisse Müdigkeit an. Zumindest wirkten einige Aktionen nicht mehr ganz so spritzig wie am Vortag, was allerdings auch nicht verwunderte.

Und so tat man sich speziell im ersten Durchgang noch ziemlich schwer. Die Südthüringer führten zwar nach gut 15 Minuten bereits mit 7:4, konnten sich in der Folgezeit aber nicht absetzen. Beim 8:9 aus Sicht von Apolda waren die Gastgeber wieder voll in Schlagdistanz. Bis zum Pausenpfiff legten die Spielzeugstädter aber eine kleine Schippe drauf und es ging mit einer 15:11-Führung zum Pausentee. Von dort zurück konnten die Hausherren noch weitere 15 Minuten mit- und das Spiel relativ offenhalten. Zumindest dem reinen Spielstand nach. Anschließend aber fanden die Hausherren kaum noch Mittel gegen die Sonneberger Defensive und es gelangen ihnen nach dem 19:23-Zwischenstand nur noch zwei Tore bis zum Spielende.

Die Gäste aus Südthüringen dagegen hatten sich mittlerweile warmgelaufen und drehten noch einmal mächtig auf. Allen voran der tags zuvor gegen Goldbach noch gesperrte Marius Ignat sprühte nur so vor Spielfreude und erzielte insgesamt 12 blitzsaubere Treffer aus dem Spiel heraus. Über seine Fähigkeiten auf der Kreismitteposition gibt es mit Sicherheit keine zwei Meinungen. Neben Ignat war auch der andere Marius namens Bondar insgesamt zehnmal erfolgreich. Doch auch diesen Sieg sollte man der gesamten Mannschaft zuschreiben. Alle kamen zum Einsatz und alle erfüllten ihre zugedachten Aufgaben bestens. Freilich merkte man dem einen oder anderen Spieler die Strapazen an, doch auf die Schnelligkeit eines Krisztian Benak zum Beispiel konnte man sich am Doppelspieltag verlassen.

Mit zwölf Treffern in den letzten 15 Minuten schraubten die SHV-Mannen den Auswärtssieg am Ende noch in die Höhe. Vielleicht etwas zu hoch, aber zweifelsfrei verdient holten sie damit zwei weitere Punkte, konnten das Doppel-Spiel-Wochenende mit insgesamt vier Punkten perfekt abschließen und mit den zahlreichen mitgereisten Fans feiern. Am kommenden Wochenende steigt dann bereits das nächste Heimspiel. Zum Südthüringenderby empfängt man dabei die HSG Werratal.

Sonneberg (in Apolda): Liptak, Thomas; Müller, Bondar (10/2), Schlücke (2), Benak (2), Dietrich (1), Blechschmidt (4), Schleuchardt, Ignat (12), Deli (4)

Strafwürfe: Apolda: 2/2; Sonneberg: 2/2

Zeitstrafen: Apolda: 3; Sonneberg: 3

Zuschauer: 53

SHV intern

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