1. Männer: 22:24-Niederlage zum Saisonabschluss zu Hause

Am Ende fehlte das Glück

Handball, Thüringenliga Männer, 24. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSG Werratal 22:24 (11:10)

Sonneberg. Mit einer 22:24-Heimniederlage gegen Werratal verabschieden sich Sonnebergs Thüringenligahandballer von ihren treuen Heimzuschauern in die sommerliche Punktspielpause. Gegen den Südthüringischen Kontrahenten aus Breitungen kamen trotz bestem Frühlingswetter noch einmal gut 300 Zuschauern in die Steinbacher Dreifelderhalle. Bereut hat mit Sicherheit keiner der Fans sein Kommen, denn es wurde noch einmal ansehnliche Handballkost geliefert und an der kämpferischen Einstellung lag es bei der heimischen geld-schwarzen Sieben gewiss auch nicht.

Man merkte am Ende einfach, dass die Akkus weit leer sind und so musste man den argen Personalproblemen einfach Tribut zollen. Die heimischen Fans honorierten die gezeigten Leistungen über die Saison hinweg dennoch am Ende mit langen, stehenden Ovationen und ließen den Abend anschließend traditionell mit Freibier und Bratwurst ausklingen. Bereits vor dem Spiel als auch danach kamen die jüngsten Zuschauer ebenfalls auf ihre Kosten. Der eine oder andere wollte sich von der Hüpfburg vor der Halle einfach nicht trennen.

Auf dem Parkett in der SBBS-Halle legten die Hausherren zu Beginn ein wahnsinniges Tempo an den Tag. Nach nicht einmal neun gespielten Minuten führten sie mit 5:0. In der Folgezeit konnte der Vorsprung auch beim 7:2 (13. Min.) und 9:4 (17. Min) gehalten werden. Doch dann schlichen sich die ersten Fehler ein. Die Gäste aus dem Werratal fanden nunmehr auch zu ihrem Spiel und kamen Stück für Stück näher. Genau eine Minute vor dem Halbzeitpfiff egalisierten sie erstmals die Partie (10:10). Marius Bondar traf dann kurz vor der Pausensirene mit einem Strafwurf zur 11:10-Führung. Nach dem Seitenwechsel nutzten die Gastgeber erneut die ersten Minuten zu schnellen Toren und führten prompt wieder mit 14:10. Doch in der Folgezeit bissen sie sich an der massiven Gästeabwehr immer mehr die Zähne aus. Erschwerend kam dazu, dass man im Abschluss vor allem über die Außenpositionen diesmal keine Fortune hatte. Allen voran Peter Deli scheiterte gegen seinen ehemaligen Verein immer wieder an Latte oder Pfosten. Und so kamen die Werrataler beim 16:16 wieder zum Ausgleich und konnten in der 48. Spielminute durch einen Doppelschlag von Tom Winner erstmals selbst in Führung gehen (18:20 aus Sonneberger Sicht). Kurze Zeit später führten die Gäste gar mit 22:19, doch die Spielzeugstädter gaben sich nicht auf. Angetrieben von einem sensationell aufgelegten Mate Liptak im Tor, der wahrscheinlich sein bestes Spiel in dieser Saison ablieferte, kämpften sich die Hausherren noch einmal zurück. Mehrfach hatte man dann sogar die Gelegenheit auszugleichen, doch weder beim Stande von 21:22 noch 22:23 gelang der möglicherweise spielentscheidende Ausgleich. Werratal überstand in dieser Phase mit viel Routine und dem nötigen Glück des Tüchtigen sogar kurzzeitig eine dreifache Unterzahl. Die Sonneberger agierten in der Endphase teilweise zu überhastet, wollten sie doch mit aller Macht noch den Ausgleich erzielen. Und so schaukelten die Gäste den 24:22-Auswärtssieg nach Hause. Am Ende bestimmt nicht unverdient, wobei etliche Zuschauer auch ein Unentschieden als gerecht empfanden. Wie dem auch sei, der Sieger der Partie hieß Werratal. Doch wirklich viele enttäuschte Gesichter fand man anschließend im weiten Hallenrund dennoch nicht. Mit der abgelieferten Leistung musste man in Anbetracht der Gesamtumstände einfach mehr oder weniger zufrieden sein.

Ein Wort noch zu den beiden Unparteiischen: Es war schon sehr ansehnlich, was die beiden Anfang 20-Jährigen Schiedsrichter Toni Hempel und Tizian Tralles da ablieferten. Stets ruhig und besonnen, immer auf Ballhöhe und dem Spielgeschehen leiteten sie die Partie nahezu fehlerfrei über die gesamte Spielzeit. Hut ab davor. Wenn die beiden konzentriert weiterarbeiten, dürfte ihnen auch eine überregionale Schiedsrichterkarriere möglich sein. Kurz um, an den beiden Herren in schwarz lag die Niederlage gewiss nicht.

Für die Spielzeugstädter geht es nach dem Saisonabschluss in eigener Halle am kommenden Wochenende noch ein letztes Mal auf Reisen. Im gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus, der mittlerweile fast ausverkauft ist, tritt man die Reise nach Mühlhausen an und wird mit Sicherheit einen gebührenden Ausklang auch in der Fremde feiern können.

Presse SHV

Sonneberg: Liptak, Thomas; Müller, Bondar (8/4), Schlücke (3), Benak, Dietrich (1), Blechschmidt (2), Schleuchardt, Ignat (5), Deli (3)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/5, Werratal: 2/3

Zeitstrafen: Sonneberg: 4, Werratal: 6

Zuschauer: 300

SHV intern

Free Joomla! template by L.THEME