1. Männer: Bericht zum Südthüringenderby in Suhl

Was für ein Südthüringen-Derby

Handball, Thüringenliga Männer, 5. Spieltag, Bericht

SG Suhl/Goldlauter – Sonneberger HV 29:29 (14:13)

Suhl/Sonneberg. Nach einem tollen, intensiven und packenden Handballspiel trennten sich die beiden Südthüringischen Handball-Männermannschaften aus Sonneberg und Suhl leistungsgerecht 29:29-unentschieden. Am Ende waren freilich die Gastgeber aus der Waffenstädter die Glücklicheren und fühlten sich zumindest wie die heimlichen Sieger der Partie, doch das Remis geht unter dem Strich voll und ganz in Ordnung. Beide Teams schenkten sich nichts, spielten hart, aber stets fair und schenkten den etlichen Zuschauern so einen gelungenen Handballabend. Es war sowohl auf den Rängen als auch dem Parkett ein Handballfest was zugleich Werbung für den Handballsport war. Angefangen von der Stimmung, über die Emotionen und einer sehr guten Leistung vom Schiedsrichterpaar Klich/Pfefferkorn – es passte einfach alles.

Bis auf das Ergebnis, denn eigentlich wollten die Spielzeugstädter beide Punkte aus der Waffenstadt mitnehmen. Das dies am Ende nicht gelang, lag keineswegs an den letzten Sekunden. Es waren vielmehr die zahlreichen kleinen Fehler über die gesamte Spielzeit. Angefangen von einer schlechten Torhüterleistung im ersten Durchgang, über eine teilweise wackelige Deckung und einer über 60 Minuten mäßigen Chancenverwertung. Die Gäste machten sich das Leben somit immer wieder selbst schwer.

Der erste Durchgang ging deshalb auch ganz klar an die Hausherren, die stets Oberwasser hatten und nach dem anfänglichen 5:2 und 6:3 auch beim Stande von 11:8 in der 20. Minute mit drei Toren in Front lagen. Mit der Pausensirene verkürzte Marius Bondar vom Strafwurfpunkt zwar auf 13:14, doch die Gastgeber waren bis dahin die bessere Mannschaft. Vor allem die Verwertung der sogenannten 100%igen, also wenn ein Spieler frei zum Wurf kommt, ließ zu wünschen übrig. Immer wieder scheiterten die Sonneberger an den gut aufgelegten Suhler Torhütern und damit auch an ihren eigenen Nerven.

Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt etwas. Im Sonneberger Tor steigerte sich George Alin Plesca und wurde mehr und mehr zum erforderlichen Rückhalt, der auch der Abwehrreihe mehr Sicherheit verlieh. Dort kämpften die Spielzeugstädter von Beginn an, aber im zweiten Durchgang wirkte es noch einen Tick aggressiver und damit erfolgreicher. Suhl ging zwar erneut mit drei Treffern in Führung (19:16), doch diesen Rückstand glichen die Gäste postwendend aus und in der 38. Spielminute leuchtete ein 19:19 von der Anzeigetafel. In Führung allerdings konnten die Spielzeugstädter immer noch nicht gehen. Erneut legten die Hausherren vor. Erst beim 23:22 gelang Marius Constantin Ignat die erste Sonneberger Führung im gesamten Spiel. Jetzt bekamen die Gäste Oberwasser, konnten dies aber nicht in eine deutlichere Führung ummünzen und die Gastgeber blieben auf Tuchfühlung bzw. konnten gar selbst wieder vorlegen (22:24, 24:24, 24:25, 26:25 in der 53. Spielminute aus Suhler Sicht). Es war jetzt ein packendes Südthüringenderby in dem sich keine Mannschaft mehr absetzen konnte und es ging pari-pari auf die Zielgeraden. Erst legten die Hausherren wieder vor (26:25), dann übernahmen die Gäste dank des überragenden Krisztian Benak erneut die Führung (28:27). Zwei Minuten vor Schluss stand es 28:28. Nach einer zwischenzeitlichen Team-Auszeit schlossen die Spielzeugstädter einen wunderbaren Angriffsspielzug erfolgreich über Anatoli Bulov auf Linksaußen ab. Es stand 29:28 für Sonneberg und es waren noch 60 Sekunden zu spielen. Suhl fand jedoch im Angriff nicht den richtigen Schlüssel zum Tor und scheiterte wohl auch an den eigenen Nerven. Die Sonneberger jedenfalls waren 20 Sekunden vor Schluss wieder in Ballbesitz und mit einem Tor in Front. Die ersten Jubelszenen ob des anstehenden Auswärtssieges deuteten sich auf der Auswechselbank an. Doch dann geschah das Unfassbare. In der Vorwärtsbewegung verloren die Spielzeugstädter drei Sekunden vor Schluss den Ball. Suhls Tamás Pámer schnappte sich ihn und warf in aus der eigenen Hälfte in Richtung des Sonneberger Tores. Aus diesem war Torhüter Plesca ein Stück herausgekommen um sich als Anspielstation anzubieten und kam nicht mehr rechtzeitig zurück. Der Ball zappelte im Netz, die Schlusssirene ertönte, in der Suhler Hälfte bildete sich eine Jubeltraube über Pámer. Die Sonneberger Spieler und Fans dagegen waren wie versteinert, blickten ungläubig auf die Anzeigetafel. Doch es war Wirklichkeit. Der sicher geglaubte Auswärtssieg wurde in der letzten Sekunde noch hergeschenkt.

Nach Minuten der Schockstarre spendeten die über 50 Sonneberger Fans der eigenen Mannschaft aufmunternden Beifall, hatten sie doch ein hochgradig spannendes Spiel zumindest nicht verloren und einen Punkt ergattert. Zweifelsohne wäre der Doppelpunktgewinn besser gewesen, doch betrachtet man den gesamten Spielverlauf war es ein leistungsgerechtes Unentschieden. Mit diesem Bewusstsein traten dann etliche Schlachtenbummler die Heimfahrt im nostalgischen Ikarus-Bus an und sorgten erneut dafür, dass es für alle Beteiligten ein Erlebnis wurde. Diese Fahrt zum Südthüringenderby nach Suhl ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition – wie auch das Spiel selbst traditionell von Anfang bis Ende packend und einem Derby entsprechend war.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Lonica; Schmidt, Müller (1), Bondar (10/5), Benak (9/1), Cadar, Dietrich, Schleuchardt, Chirila (1), Ignat (3), Deli, Bulov (5)

Strafwürfe: Suhl: 3/4; Sonneberg: 6/6 Zeitstrafen: Suhl: 2; Sonneberg: 2

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