1. Männer: Ärgerliche Niederlage im Spitzenspiel

Handball-Schlacht ohne Happyend

Handball, Thüringenliga Männer, 6. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Bad Blankenburg 27:28 (16:15)

Sonneberg. Was für ein Handballabend in Sonneberg. Über 500 begeisterte Zuschauer sehen ein wahres Spitzenspiel der Thüringenliga und liefern den passenden Rahmen zu einem klasse Spiel auf dem Parkett. Es standen sich zwei der besten Teams der laufenden Saison gegenüber, das spürte man von Beginn an und beide Mannschaften zeigten sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Am Ende entschied die größere Cleverness und eine Portion Glück über den 28:27-Auswärtssieg für Bad Blankenburg. Eine Remis wäre allerdings auch für die Spielzeugstädter gerecht gewesen, doch zum erhofften Happyend kam es am Ende leider nicht.

Es war alles angerichtet in der Steinbacher Dreifelderhalle, alles vorbereitet für das Spiel der Spiele am sechsten Spieltag in Thüringens höchster Spielklasse. Mit dem HSV Bad Blankenburg kam der bis dato verlustpunktfreie Spitzenreiter nach Südthüringen, der unter anderem mit der Empfehlung von mehreren Jahren dritte Bundesliga einmarschierte. Dies spürte man nicht nur auf den Rängen – es handelte sich um den besten Gäste-Fanblock der bisher in Sonneberg zu Besuch war – auch auf dem Parkett war unübersehbar, dass es diesmal ein harter Brocken werden würde. Sechs Spieler aus dem Drittliga-Team blieben übrig und wurden sowohl mit erfahrenen als auch jungen, hungrigen Spielern ergänzt. Die Körperlichkeit und Athletik der Gäste machte dabei schon Eindruck. Nicht nur handballtechnisch, auch rein von der Körpermasse her war klar, dass man es hier mit einem Schwergewicht zu tun hatte. Und so wartete nicht nur auf die Gastgeber Schwerstarbeit, auch von den beiden Unparteiischen Dähne/Scholz wurde alles abverlangt, doch sie meisterten die Aufgabe „Spitzenspiel“ am Ende routiniert.

Die Gäste begannen gleich enorm druckvoll und nutzten dabei die zurückhaltende Spielweise der Hausherren gnadenlos aus. Man merkte, dass in Bad Blankenburg über Jahre etwas gewachsen war, was eben auch ein Abstieg von der dritten in die fünfte Liga nicht komplett zerstört. Mit sehenswerten, energischen Angriffen verdeutlichten die Kurstädter sofort, dass sie gekommen waren, um die beiden Punkte mitzunehmen. Über die Stationen 1:3, 5:7 und 11:13 rannten die Gastgeber stets einem Rückstand hinterher. Erst nach 20 gespielten Minuten legten die Schützlinge vom Trainergespann Manuel Müller und Konstantin Selenow ihre Schüchternheit ab und begannen den Kampf anzunehmen. Die Folge war die stärkste Phase der ersten Hälfte, als die Spielzeugstädter die Partie drehten. Von 12:14 glichen sie erst aus (14:14), um anschließend selbst mit zwei Toren in Führung zu gehen (16:14). Im Prinzip mit dem Pausenpfiff gelang den Gästen noch der Anschluss zum 16:15-Halbzeitstand.

Auf den Rängen keimte Hoffnung, dass man dieses Spitzenspiel durchaus für sich entscheiden konnte. Vor allem auch deshalb, weil die Hausherren vom Pausentee zurück weiter aufs Tempo drückten. Nach dem zwischenzeitlichen 17:17 erhöhten die Sonneberger gar auf 20:17. Doch dies war nur ein kurzes Strohfeuer, denn Bad Blankenburg antwortete im Stile einer Spitzenmannschaft mit drei eigenen Toren und schon war die Partie wieder ausgeglichen. Es ging auf eine nervenaufreibende Schlussphase zu, in der zumindest anfänglich die Spielzeugstädter den Ton angaben. In den letzten 20 Spielminuten merkte man aber doch, dass die Gäste aus einem anderen Holz geschnitzt sind. Gefühlt hätten sie immer wieder noch eine Schippe drauflegen können, auch wenn sie sich am Ende gewaltig strecken mussten. Mehr als sie vorher angenommen hatten!

Nach dem 20:20-Ausgleich in der 39. Minute, gelang es den Gastgebern noch einmal mit zwei Treffern davon zu ziehen (24:22 48. Minute), doch dann übernahmen die von Igor Ardan trainierten Bad Blankenburger wieder das Kommando. Mit drei eigenen Toren gingen sie in der 51. Minute erneut selbst in Führung. Sonnebergs Bestem an diesem Tag, Anatoli Bulov (7 Feldtore), gelang dann nach einer Dürrephase erneut der Ausgleich (25:25, 55. Min.). Ab dann war es nur noch Nervensache.

Bad Blankenburg legte vor, Sonneberg glich aus (25:26, 26:26, 26:27, 27:27). Gespielt waren genau 57 Minuten und 2 Sekunden. Den Gästen gelang nach 41 Sekunden die erneute Führung und die Gastgeber streckten sich gewaltig, doch der eigene 28. Treffer sollte einfach nicht mehr gelingen. In den entscheidenden Sekunden bissen sich die Südthüringer an der kompakten Gäste-Deckung die Zähne aus und auch der letzte Angriff blieb erfolglos.

Die Bad Blankenburger Jubelszenen nach der Schlusssirene ob des 28:27-Auswärtssieges zeigten dann zwar, wie viele Steine von den Herzen gefallen sein müssen. Doch am Ende zählt was übrigbleibt und das sind zwei Punkte für Bad Blankenburg und null Punkte für Sonneberg. „Ich bin glücklich und stolz, dass wir den Kampf angenommen haben und der besten Mannschaft der Liga Paroli bieten konnten, aber jetzt sind wir alle erst einmal wahnsinnig traurig“, resümierte ein enttäuschter Konstantin Selenow und sein Kollege Manuel Müller ergänzte: „Besonders ärgerlich ist, dass sich die Jungs wieder nicht für eine sehr gute Vorstellung belohnt haben“. Er richtete den Blick aber auch gleich eine Woche weiter. Beim Auswärtsspiel in Behringen/Sonneborn wartet gewiss nicht so ein Hochkaräter wie Bad Blankenburg, aber zweifelsohne eine unbequeme, harte Nuss, die es zu knacken gilt.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Lonica; Schmidt, Müller, Bondar (10/8), Benak (5/1), Cadar (1), Dietrich, Schleuchardt, Chirila (1), Ignat (3), Deli, Bulov (7)

Strafwürfe: Sonneberg: 9/9, Bad Blankenburg: 5/7 Zeitstrafen: Sonneberg: 8, Bad Blankenburg: 8 Disqual.: Cadar (Sbg., 50. Min., 3x2 min) Zuschauer: 500

 

 sonneberger handballverein sponsoren likra logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren leoni logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren vrbank logo weiss

powered by www.sunnyhill-design.de

Template by L.THEME