1. Männer: Unglückliche Niederlage im Spitzenspiel

Wieder hat es nicht gereicht

Handball, Thüringenliga Männer, 8. Spieltag, Bericht

VfB TM Mühlhausen – Sonneberger HV 30:29 (14:16)

Sonneberg/Mühlhausen. Erneut verlieren die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) ein Spitzenspiel in dieser Saison. Erneut können sie den Bock in Mühlhausen nicht umstoßen. Und erneut waren sie knapp dran und müssen sich die Niederlage am Ende selbst zuschreiben. Das diese am Ende mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse, nämlich 29:30 ausfiel, passt dabei ins Bild.

Die noch junge Thüringenligasaison, es handelte sich erst um den 8. Spieltag, war bisher schon gespickt mit Topspielen, was allerdings auch daran liegt, dass die Leistungsdichte im oberen Tabellendrittel wesentlich enger geworden ist. Und dennoch kann man das Heimspiel von vor zwei Wochen gegen Bad Blankenburg und das jüngst zurückliegende Auswärtsspiel in Mühlhausen sicherlich zu den beiden bisherigen Spitzenspielen zählen. Beide Partien verloren die Spielzeugstädter mit einem Tor und nach beiden Duellen haderten die Südthüringer mit der eigenen Leistung. Vor allem die eigene Fehlerquote der einfachen und vermeidbaren Ballverluste und Fehlwürfe ärgert dabei Spieltrainer Manuel Müller besonders. Er selbst rackerte erneut in der Deckung, kritisierte dort aber auch die Leistung seiner Mitspieler. „Es darf uns in einem solchen Spiel einfach nicht passieren, dass wir so viele Gegentore über eine Position wie die Kreismitte bekommen. Da müssen wir einfach noch besser zusammenarbeiten und mitdenken.“ Er meint Mühlhausens Kreisläufer Björn Harder, der neben seiner Masse auch Klasse mit einbrachte und insgesamt sieben Tore erzielte – vor allem in der entscheidenden Phase im zweiten Durchgang. Und doch hätte es aus Müllers Sicht gar nicht so weit kommen müssen.

„Wir haben super angefangen, den Schwung der Vorwoche mitgenommen und Mühlhausen sicherlich auch etwas überrascht“, ist sich Müller sicher. Belegen kann man das auch, denn beim Stande von 7:2 für Sonneberg zückte Mühlhausens Trainer Marco Lang erstmals den grünen Karton zur Auszeit nach sieben gespielten Minuten. „Danach haben wir sogar die Chance aufgrund von zwei weiteren Ballgewinnen, mit sieben Toren in Führung zu gehen“, ärgert sich der spielende Trainer weiter. Doch diese Möglichkeiten bleiben ungenutzt, sodass die Hausherren verkürzen können. In der Folgezeit führen die Spielzeugstädter noch einmal recht komfortabel mit 12:8 (15. Minute), ehe der Gastgeber angeführt vom starken Neuzugang Ivica Lazarovski (10 Tore) bis zum Pausenpfiff das Spiel recht ausgeglichen gestalten kann. Beim Stande von 16:14 für Sonneberg geht es zum Pausentee.

Von dort zurück schaffen es die Spielzeugstädter noch knapp sieben Minuten die eigene Drei-Tore-Führung zu halten (19:16). Doch dann folgt ein kleiner Bruch im Spiel – vielleicht auch aufgrund unnötiger Zeitstrafen. Sechs von insgesamt sieben Zeitstrafen kassieren die Gäste aus Südthüringen im zweiten Durchgang und machen sich damit das Leben natürlich selbst umso schwerer. „Aber die Zwei-Minuten-Strafen waren berechtigt, weil wir einfach in der Abwehr nicht mehr gemeinsam, sondern jeder für dich agiert hat“, findet Müller deutliche Worte. An den beiden Schiedsrichtern jedenfalls macht er die Pleite keinesfalls fest. „Wenn du in Mühlhausen führst, darfst du den hart erarbeiteten Vorsprung nicht einfach herschenken“, ärgert er sich weiter. Was er meint, ist genau diese Phase, als man vom eigenen 19:16 binnen zwei Minuten den Ausgleich kassiert. Anschließend schaffen es die Südthüringer zwar immer noch vorzulegen, aber das Spiel ist jetzt vollends ausgeglichen und die Gastgeber haben ein frenetisches Publikum im Rücken. Beim 24:23 gelingt ihnen in der 47. Spielminute mit einem Doppelschlag die erste Führung überhaupt im Spiel. Die Halle ist nun komplett aus dem Häuschen und als kurz darauf das 26. Mühlhäuser Tor bejubelt wird, haben die Spielzeugstädter in der Zwischenzeit immer noch nicht getroffen. Doch in der 49. Spielminute gelingt wieder der Anschluss (24:26) und es ist noch genügend Zeit. Selbst als man acht Minuten vor Schluss noch einmal mit 26:29 in Rückstand gerät, ist die Messe noch nicht gelesen. Denn eines kann man den Spielzeugstädtern nicht vorwerfen: Am fehlenden Kampfgeist lag es nicht. Nach 57 Minuten und 33 gespielten Sekunden war der Anschluss wiederhergestellt (28:29). Doch es sollte in den letzten beiden Minuten einfach nicht sein. Mühlhausen spielte in Ruhe und Souveränität und eben mit einem Björn Harder, der das 30. Tor markierte, den Heimsieg zu Ende. Diese Ruhe und Ausgeglichenheit und der Anführer auf der Platte, der das Spiel in den entscheidenden Phasen an sich reißt, das ist es, was den Spielzeugstädtern fehlt. Und genau deshalb verloren sie erneut ein Spitzenspiel hauchdünn und müssen nun schon aus weiter Ferne auf die Tabellenspitze schauen. Sechs Punkte Rückstand auf den noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Bad Blankenburg ist schon eine Bank. Doch nichtsdestotrotz muss die Konzentration weiter hochgehalten werden – gerade bei den bevorstehenden Gegnern aus Altenburg und Arnstadt. Hierbei handelt es sich um die punktlosen Schlusslichter der Liga und man sollte gehörig aufpassen, dass nichts anbrennt. Denn im Anschluss daran brennt noch einmal die Luft in der heimischen SBBS-Halle, wenn es am 15. Dezember zum nächsten Südthüringenderby gegen die HSG Werratal kommt.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Lonica; Schmidt, Müller, Bondar (9/5), Benak (1), Cadar (1), Dietrich, Chirila (1), Ignat (5), Deli (4), Bulov (8)

Strafwürfe: Mühlhausen: 5/5, Sonneberg: 5/5 Zeitstrafen: Mühlhausen: 5, Sonneberg: 7

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