1. Männer: 26:29-Niederlage im Spitzenspiel

Verdiente Niederlage im Spitzenspiel

Handball, Thüringenliga Männer, 18. Spieltag, Bericht

HSV Bad Blankenburg – Sonneberger HV 29:26 (13:12)

Sonneberg/Bad Blankenburg. Mit einer am Ende ehrlicherweise verdienten 26:29-Niederlage kehrten die Thüringenligahandballer des Sonneberger Handballvereins (SHV) in der vergangenen Samstagnacht aus Bad Blankenburg heim. Das Duell der beiden aktuell besten Mannschaften der Thüringenliga entschied der Tabellenführer dank seiner individuellen Klasse und der Routine einiger Altstars für sich. Den Spielzeugstädtern einen Vorwurf zu machen oder auf den Fehlern herum zu hacken, ist nach diesem Spiel und der gezeigten Leistung allerdings fehl am Platze. Mit viel Einsatz und Leidenschaft versuchten die Südthüringer nahezu alles, scheiterten am Ende aber immer wieder an den starken Kurstädtern, die damit nunmehr den Meisterschaftssekt kaltstellen und die Planungen für den Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga vorantreiben können. Für die SHV-Mannen geht es einmal mehr darum, die Vizemeisterschaft zu sichern.

Mehr geht wohl in dieser Spielzeit in Anbetracht von sechs Punkten Rückstand auf Bad Blankenburg nicht mehr.

Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn knapp eine Minute vor Schluss der Treffer von Sonnebergs George Cadar gezählt und die Spielzeugstädter auf ein Tor verkürzt hätten. Doch die beiden jungen Schiedsrichter Toni Hempel und Tizian Tralles entschieden auf Schrittfehler von Cadar, der allerdings unter großer Bedrängnis stand. Wie dem auch sei, ändern kann man das nicht mehr. Und den schwarzen Peter auf die beiden Unparteiischen zu schieben, wäre auch nicht richtig. Das junge Schiedsrichterpaar bewies über die gesamte Spielzeit, dass es zu einem der besten gehört, was Thüringen aktuell zu bieten hat und so ein heißes Spitzenspiel pfeift sich auch nicht von alleine.

Vielmehr entscheidend war, dass auf Seiten von Bad Blankenburg die Oldies in den entscheidenden Phasen zur Stelle waren und mit etlichen Toren ihren Farben zum Sieg verhalfen. Die sieben Tore von Juraj Petko und die sechs Treffer von Radoslav Miller kann man durchaus als spielentscheidend bezeichnen. Weiterhin, und das war der einzige große und entscheidende Unterschied, gestalteten die Hausherren das Spiel über die Außen und den Kreis wesentlich erfolgreicher als die Sonneberger. So kam der wohl beste Linksaußen der Liga, Anatoli Bulov, bei den Spielzeugstädtern nie richtig zum Zuge und konnte nur drei Treffer erzielen. Klar wurde er auch gut abgeschirmt, aber dennoch verlagerte sich das Spiel der Gäste vornehmlich auf die Mitte – und die war dicht! Freilich vermisst man auf der Kreismitteposition den mit Kreuzbandriss ausgefallen Marius Ignat, doch ein Manuel Müller, der viel rackerte, war ein guter Ersatz. Allein die Tatsache, dass er keine Bälle bekam, obwohl er mehrfach freistand und Lücken riss, spricht Bände.

Und so schafften es die Hausherren, immer wieder eine Nasenlänge vorne zu sein. Der erste Durchgang endete mit einem 13:12 für Bad Blankenburg, auch wenn die Spielzeugstädter im Spielverlauf mehrfach führten (6:5, 9:8, 10:9). Nach dem Seitenwechsel glich der einmal mehr beste Torschütze der Südthüringer, Marius Bondar mit neun Treffern, vom Strafwurfpunkt aus und kurz darauf ging man gar wieder in Führung (14:13). Doch nach dem 15:14 aus Sonneberger Sicht legten die Hausherren eine Schippe drauf und drehten die Partie zum eigenen 17:15. Nun mussten die Gäste kräftezehrend einem Rückstand hinterherlaufen (16:18), konnten aber vom Strafwurfpunkt aus die Partie erneut drehen und selbst in Führung gehen (21:20 in der 47. Spielminute). Es war ein Spitzenspiel auf hohem Niveau und mit Spannung bis in die letzte Haarspitze. Nun war Bad Blankenburg wieder am Drücker und mit zwei Toren von Miller und einem Treffer von Petko drehten diese erneut die Partie (21:23 aus Sicht der Sonneberger). Da waren aber immer noch zehn Minuten zu spielen. Von nun an legten die Gastgeber vor und die Gäste versuchten Schritt zu halten (24:22, 25:23, 26:25). Als dann Sonnebergs Cosmin Chirila, der den am Knie verletzten Peter Deli ordentlich vertrat, zum 26:26 einnetzte, war das Spiel zweieinhalb Minuten vor Schluss wieder völlig offen.

Doch erneut war Bad Blankenburgs Petko zur Stelle. Und nach einem weiteren Treffer von Tomas Zeman führten die Hausherren eine Minute vor Schluss mit 28:26. Die Spielzeugstädter waren im Angriff, konnten diesen aber nach dem Schrittfehler-Pfiff gegen Cadar nicht erfolgreich abschließen. Der Rest ist bekannt. Sonneberg verliert mit 26:29 das Spitzenspiel und damit gleichzeitig auch den Anschluss an den nunmehr souveränen Tabellenführer und designierten Thüringenmeister, denn eines muss man dem Team von Trainer Igor Ardan zu Gute halten: Immer, wenn es darauf ankommt, sind sie zur Stelle. Nicht immer schön, aber immens effektiv und schlussendlich auch erfolgreich.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Lonica; Schmidt, Müller (1), Bondar (9/4), Benak (4), Cadar (4), Schleuchardt, Chirila (3), Dietrich (2), Bulov (3), Konsel

Strafwürfe: Bad Blankenburg: 5/6, Sonneberg: 4/4

Zeitstrafen: Bad Blankenburg: 4, Sonneberg: 6

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