1. Männer: 34:30 Heimsieg gegen Arnstadt

Doppelter Heimspieltag – Doppelte Heimsiegfreude

Handball, Thüringenliga Männer, 21. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – SG Motor Arnstadt/Plaue 34:30 (14:13)

Sonneberger HV II – HSV Weimar II 24:22 (13:12)

Sonneberg. Der erste Blick auf die Ergebnisse des zurückliegenden Heimspieltags, an dem erst die zweite und anschließend die erste Männermannschaft in der heimischen SBBS-Halle antrat, sorgt für Freude. Die Thüringenligareserve des Sonneberger Handballvereins (SHV) gewann gegen Weimar mit 24:22 und die Männererste siegte 34:30 gegen Arnstadt/Plaue.

Beim genaueren Hinsehen, also beim zweiten Blick, könnte man aber etwas stutzig werden – vor allem beim Ergebnis der ersten Männermannschaft. Freilich, Heimsieg ist Heimsieg und zwei Punkte sind zwei Punkte. Aber gegen den Tabellenletzten „nur“ mit 34:30 zu gewinnen, entspricht nicht dem Selbstverständnis der Spielzeugstädter. Oder zumindest nicht dem Selbstverständnis der Jungs, die auf der Platte stehen! Am Ende schaukelte man die Partie zwar über die Zeit und feierte den beschriebenen Doppelpunktgewinn, aber was sich die Hausherren bei dieser blutleeren und emotionslosen Vorstellung gedacht haben, wird ein Rätsel bleiben. Den Unmut auf den Zuschauerrängen, die trotz sommerlichen Wetters und Fußball-Bundesliga-Topspiel mit knapp 200 Zuschauern ansehnlich gefüllt waren, konnte man nicht überhören. Und dieser war auch zu jeder Zeit des Spiels gerechtfertigt. Andererseits muss man Arnstadt/Plaue aber auch eine sehr gute Leistung attestieren. Sie haben aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximale herausgeholt und waren am Ende sogar kurz enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Allein die Tatsache, dass es möglich war, machte die Gäste im Endeffekt aber zurecht stolz.

Doch der Reihe nach: Zuerst war die zweite Männermannschaft gefragt. Sie absolvierten das letzte Saisonspiel und hatten keinen geringeren als den bereits feststehenden Meister aus Weimar zu Gast, der bis dahin auch noch keinen einzigen Punkt abgeben musste. Die zweitplatzierten Spielzeugstädter hatten also gleich mehrere Ziele: Einen Heimsieg einfahren, damit den zweiten Tabellenplatz verteidigen und zugleich den Goethestädtern die ersten und einzigen Minuspunkte der Saison zuzufügen. Kurz um, mit einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und einem überragenden Robert Blechschmidt (7 Tore) schafften es die Südthüringer tatsächlich, alle Ziele zu erreichen. Einmal mehr verdeutlichte sich dabei auch der mannschaftliche Zusammenhalt, denn zum Beispiel reiste extra für dieses Spiel ein Frederik Illing aus Mainz an, um sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Umso größer war im Endeffekt die Freude beim Spielertrainergespann Ronny Kienel und Christian Bartl, dass der Saisonabschluss so erfolgreich gestaltet werden konnte. Spielerisch hatte der 24:22-Heimsieg sicherlich Luft nach oben, aber dank eines kämpferischen Kraftaktes konnte am Ende der Doppelpunktgewinn eingefahren werden.

Und genau dieses Kämpferische und die Leidenschaft, die vermisste man im Anschluss bei der Thüringenligapartie. Nicht nur von der Papierform her war im Vorfeld im Prinzip alles klar, wenn der Tabellenzweite auf den Letzten trifft. Auch in den Köpfen vieler Spieler war dieses Spiel bereits vor dem Anpfiff abgehakt. Dementsprechend traten die Hausherren auf. Im Endeffekt können sie sich bei ihrem 42-jährigen Spielertrainer Manuel Müller und Matej Konsel bedanken. Sie waren die einzigen, die so etwas wie Leidenschaft und Emotionen auf die Platte brachten. Müller selbst konnte die Leistung nach dem Spiel auch nur schwer in Worte fassen. Die Enttäuschung jedenfalls war ihm deutlich anzumerken.

Die ersten zehn Minuten allerdings zelebrierten die Spielzeugstädter Handball, führten bereits mit 10:5 und waren in allen Belangen die bessere Mannschaft. Warum sie allerdings anschließend das Handballspielen fast gänzlich einstellten, wird ein Rätsel bleiben. Die Gäste aus Arnstadt/Plaue dagegen dachten sich, „wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!“. Und so wurden sie immer frecher und mutiger und zeigten sowohl vorne als auch hinten eine beherzte Leistung. Gut eine Minute vor dem Halbzeitpfiff gelang ihnen dann auch der verdiente Ausgleich (13:13). Das es in der Kabine der Sonneberger laut gewesen sein dürfte, ahnten wohl einige. Eine Verbesserung stellte sich allerdings nicht ein. Ganz im Gegenteil. Nach knapp 36 Minuten führten die Gäste gar mit 19:17 und mussten ob dieses Ergebnisses sogar selbst teilweise schmunzeln und sich verblüfft die Augen reiben. Doch zumindest jetzt setzte eine kleine Trotzreaktion der Gastgeber ein und sie nahmen das Heft des Handelns wieder in die eigenen Hände. Sogar in Unterzahl drehten sie nunmehr das Ergebnis und führten in der 39. Minute selbst mit 20:19. Von nun an konnte die Führung zumindest Stück für Stück ausgebaut werden, sodass am Ende nach dem zwischenzeitlichen 32:26 ein 34:30-Heimsieg zu Buche stand.

Die Spielzeugstädter haben jetzt knapp drei Wochen spielfrei, ehe es in die knüppelharten letzten Wochen geht, wo man erst Mühlhausen empfängt, anschließend ins Werratal muss und zu guter Letzt mit einem Heimspiel gegen Ronneburg die Saison abschließt.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Lonica; Schmidt, Bursuc, Müller (4), Benak (6), Cadar (3), Dietrich, Schleuchardt, Chirila (5), Deli (4), Bulov (7), Konsel (5)

Strafwürfe: Sonneberg: 3/6, Arnstadt/Plaue: 1/2

Zeitstrafen: Sonneberg: 2, Arnstadt/Plaue: 3

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