1. Männer: Bericht zum Derbysieg in Suhl

Handball, Thüringenliga Männer, 8. Spieltag, Bericht

HSG Suhl/Goldlauter – Sonneberger HV 27:28 (12:14)

Derby wird zum Heimspiel

Sonneberg/Suhl. In einem rassigen Südthüringenderby behalten Sonnebergs Thüringenligahandballer am Ende mit 28:27 sicherlich nicht ganz unverdient die Oberhand und bauen so die eigene Siegesserie auf fünf Erfolge am Stück aus. Für die Gastgeber aus Suhl war es dagegen die sechste Niederlage im siebten Spiel. Bereits vor dem Thüringenligaduell standen sich beide Südthüringer Vereine schon einmal gegenüber. Die jeweils zweiten Mannschaften duellierten sich in der Verbandsliga. Dabei behielten die Gastgeber aus Suhl die Nase vorn (27:23).

Vor einer aus Sonneberger Sicht großartigen Kulisse begann die Partie für die Spielzeugstädter nach Maß. Nach der 1:0-Führung erhöhte man schnell auf 6:3 und konnte diesen Drei-Tore-Vorsprung auch bis zum 9:6 noch verteidigen. Dann jedoch stotterte der Sonneberger Angriffsmotor kurz, sodass die Hausherren selbst verkürzten und beim 10:10 wieder ausgleichen konnten. Das rief dann jedoch die Fans der Spielzeugstädter wieder auf den Plan. Von den rund 200 Zuschauern in der Halle war mindestens die Hälfte aus dem Sonneberger Fanlager. Stimmung machten sie jedoch für 300 Mann und stellten dabei das Heimpublikum deutlich in den Schatten. Auch ließen sie sich von den teilweise provozierenden Aussagen des Hallensprechers nicht beeinflussen und sorgten definitiv für Heimspielatmosphäre. Ihre Schützlinge auf dem Parkett schafften es dann kurz vor der Pause wieder auf drei Tore davonzuziehen (14:11) und gingen mit einer 14:12-Führung in die Halbzeitpause.

Die Kabinenansprache fiel ruhig und sachlich aus. Spielertrainer Manuel Müller appellierte lediglich an die Konzentration, denn vorne ließ man doch einige Würfe weg und hinten fanden die Gastgeber noch zu oft die Lücke im Abwehrverband. Sicherlich bedingt eine derart offensive Abwehr auch größere Freiräume, doch an sich hätte man das Suhler Treiben doch öfters unterbinden müssen. Coach Müller spielte dabei von Beginn an im Deckungszentrum, da Andreas Schlücke kurz vor der Partie wegen Schulterproblemen passen musste. Vorne wechselte Müller mit Martin Blechschmidt, genauso wie Heiko Jäckel mit Philipp Oehrl. Letzterer übernahm den Part von Schlücke und deckte auf der Mitte offensiv gegen Suhls Mittelmann Christian Hoffmann. Überhaupt stand die Deckung der Sonneberger sehr offensiv, denn man wollte die Hausherren nicht ins Laufen kommen lassen. Doch auch im zweiten Durchgang schafften es die Suhler immer wieder eine Lücke zu finden und blieben so stets auf Tuchfühlung. Sonneberg legte zwar immer wieder vor (15:12, 18:16, 22:19), konnte sich aber nie entscheidend absetzen. Auf beiden Seiten wurde dabei mit harten Bandagen gekämpft – es war eben ein Derby, mit allem was dazu gehört. Und als die Hausherren eine kurze Sonneberger Schwächephase nutzten und sich bis zum 24:24-Ausgleich warfen, waren auch die Suhler Fans zu hören. Doch die Spielzeugstädter blieben ruhig und routiniert und nutzten dabei auch die Undiszipliniertheit des Gastgebers aus. Nach einer Zeitstrafe meckerten die Suhler weiter gegen die Schiedsrichter und holten sich dabei noch eine Zeitstrafe ab. Sonneberg nahm die Einladung an, erhöhte auf 27:24 und bog damit entscheidend auf die Siegerstraße ein. In dieser Phase war es erneut der erst 18-Jährige Nils Boseckert, der sich nicht unterkriegen ließ und mehrfach erfolgreich zur Stelle war. Auch Blechschmidt überzeugte in der entscheidenden Phase und verwandelte unter anderem zwei Strafwürfe. Bei einem musste er sogar gegen seinen Freund und ehemaligen Wegbegleiter antreten. Thomas Werner stand nach seinem Spiel mit der Zweiten auch bei der ersten Mannschaft zur Verfügung, da sich Frank Hornschuch verletzt hatte.

Doch auch Werner konnte die Sonneberger nicht aufhalten und musste nach dem 28:25 die Heimniederlage hinnehmen. In der letzten Minute sorgten die Gastgeber zwar noch für Ergebniskosmetik, doch in Gefahr geriet der Auswärtssieg der Spielzeugstädter nicht mehr. Auf Rängen standen die Sonneberger Fans mittlerweile und bejubelten mit den Spielern zusammen den Doppelpunktgewinn, der zwar hart erarbeitet, aber durchaus verdient war. Ein schönes Handballspiel war es sicherlich nicht, aber an Leidenschaft und Einsatzbereitschaft fehlte es auf beiden Seiten nicht, sodass alle Derby-Zuschauer voll und ganz auf ihre Kosten kamen.

Presse SHV

Sonneberg: Ebert, Thomas, Wolf; Schmidt (n.e.), Boseckert (4), Müller, Jäckel (2), Schlücke (n.e.), Weitz (8/3), Oehrl (2), Blechschmidt (8/3), Zimmermann (1), Poser, Rehm (2)

Strafwürfe: Suhl: 6/9; Sonneberg: 6/7
Zeitstrafen: Suhl: 8+1RK; Sonneberg: 5
Disqual.: R. Gerstenberg (Suhl, 46. Min., 3x2min)
Zuschauer: 200

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