1. Männer: Bericht zur Auswärtsniederlage

Handball, Thüringenliga Männer, 11. Spieltag, Bericht

VfB TM Mühlhausen – Sonneberger HV 26:23 (13:14)

Im Spitzenspiel reicht nicht nur eine Halbzeit

Sonneberg/Mühlhausen. Beim Spitzenspiel des elften Spieltags der Handball-Thüringenliga gastierten Sonnebergs Männer am vergangenen Samstagabend in Mühlhausen. Das Spiel Zweiter gegen Dritter hielt zum Großteil was es im Vorfeld versprach und hatte mit Mühlhausen am Ende einen verdienten Sieger. Doch warum den Spielzeugstädter nach einer starken ersten Hälfte und einer 14:13-Pausenführung das Spiel vollkommen aus den Händen glitt und man am Ende mit 23:26 unterlag, bleibt fraglich und ist an sich nur schwerlich nachzuvollziehen.

Doch der Reihe nach: Die Südthüringer reisten  ohne Mike Weißbrodt nach Mühlhausen, der noch bis zum Frühjahr studienbedingt in Hamburg weilt. Ebenso nicht dabei war Martin Schmidt, der erneuten Vaterfreuden stündlich entgegensieht. Ansonsten waren alle Mann an Bord und Spielertrainer Manuel Müller hatte genügend Alternativen dabei. So begann er mit der Aufstellung der letzten Wochen. Tom Rehm stand dabei glücklicherweise wieder zur Verfügung. Er hatte sich eigens für das Spiel einen speziellen Mundschutz anfertigen lassen, um seinen lädierten Zahn zu schützen. Die beiden Außenpositionen begleiteten wie gewohnt Moritz Weitz und Nils Boseckert. Im Rückraum teilten sich Philipp Oehrl, Thorsten Zimmermann und Heiko Jäckel die Arbeit. Letzterer wurde in der Abwehr durch Andreas Schlücke gewohnt souverän vertreten. Und dennoch wirkte die Deckung nie wirklich sattelfest, was jedoch nicht an Schlücke lag. Doch dadurch hatte Alexander Ebert, der im Tor begann, immer wieder das Nachsehen und machte nach einer guten viertel Stunde Platz für Nils Thomas. Im Angriff lief es dagegen ganz passabel und vor allem Jäckel netzte mehrfach kraftvoll aus dem Rückraum ein. Ihn hatte die Mühlhäuser bis dato nicht auf dem Schirm, nahm sich seiner in der Folgezeit aber an – und wie. Immer wieder blieb er mit schmerverzerrtem Gesicht liegen, weil er wieder einen Schlag ins Gesicht, an den Hals oder in den Unterleib bekam. Geahndet wurden diese Aktionen nur teilweise und so hatten die Gastgeber ihr Ziel erreicht und dem bis dato besten Sonneberger Angreifer den Zahn gezogen. Dennoch gelang es den Gästen vorzulegen (5:3) und auch den folgenden Rückstand (10:12) wieder zu egalisieren.  Mit dem Pausenpfiff gelang dem besten Sonneberger an diesem Abend, Thorsten Zimmermann, gar die Führung zum 14:13.

Ruhig, besonnen und mit der Übersicht der ersten 30 Minuten wollte man auch den zweiten Spielabschnitt gestalten und endlich einmal beide Punkte in Mühlhausen entführen. „Vermutlich war es noch nie so leicht in Mühlhausen zu gewinnen“, sagte ein enttäuschter Ebert nach dem Spiel, „doch wenn du in der zweiten Halbzeit nur neun Tore wirfst, kannst du nie im Leben gewinnen“. Dabei traf er den Nagel auf den Kopf. In der Abwehr standen die Südthüringer zwar immer noch nicht perfekt, aber gut genug, bedenkt man, das Mühlhausen einen der besten Angriffe der Liga hat. Das Hauptproblem lag woanders – im Angriff. Es reicht eben nicht, wenn nur ein Spieler wirklich an den Ketten zerrt. Zimmermann war der einzige, der immer wieder den erfolgreichen Weg zum Tor suchte und auch fand. Ansonsten liefen sich die Spielzeugstädter immer wieder fest und verdaddelten viel zu viele Bälle. Sicherlich kann man in der entscheidenden Phase im zweiten Durchgang auch kritisch auf das Schiedsrichtergespann schauen, denn die Regelauslegung (vor allem Schrittfehler) erfolgte doch sehr einseitig zu Ungunsten von Sonneberg. Aber im Großen und Ganzen haben sich die Gäste das selbst zu zuschreiben. Müller versuchte dann zwar noch einmal mit Martin Blechschmidt im rechten Rückraum neue Akzente zu setzen, doch nach fünf glücklosen Minuten nahm dieser wieder auf der Bank Platz. Ebenso brachte das späte Mitwirken von Müller selbst keine Veränderung mehr. Das Spiel wurde Mitte der zweiten Halbzeit verloren, als Mühlhausen von 17:17 auf 20:17 davon zog und anschließend kein Ruck durch das Team der Sonneberger ging. Die Gastgeber spielten sich frei, erhöhten gar auf 25:20 und waren damit längst auf die Siegerstraße eingebogen. Die Kampfkraft der Südthüringer war gebrochen und so reichte es am Ende lediglich zur Ergebniskosmetik.

Presse SHV

Sonneberg: Ebert, Thomas, Wolf (n.e.); Boseckert (2), Müller, Jäckel (4), Schlücke (1), Weitz (4/3), Oehrl (5), Blechschmidt, Zimmermann (7), Poser (n.e.), Rehm

Strafwürfe: Mühlhausen: 2/2; Sonneberg: 3/4
Zeitstrafen: Mühlhausen: 6+1RK; Sonneberg: 4
Disqual.: Fick (Mhl., 60. Min., grobes Foulspiel)

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