1. Männer: Bericht zum Auswärtsderby in Werratal

Handball, Thüringenliga Männer, 14. Spieltag, Bericht

HSG Werratal 05 – Sonneberger HV 23:21 (8:9)

Ein wahres Spitzenspiel

Sonneberg/Breitungen. Was für ein Auftakt in die Rückrunde! Was für ein Spitzenspiel! Was für ein Derby! Ein nervenaufreibendes, packendes, emotionales und zu weilen hochklassiges Duell des Tabellenführers gegen den Tabellendritten am 14. und damit ersten Spieltags der Rückrunde. Es trafen Werratal und Sonneberg aufeinander, ein ewig junges Duell, was von der ersten bis zur letzten Minute an Spannung kaum zu überbieten war. Es ging hart, aber nie unfair zur Sache – beide Teams schenkten sich eben nichts! Den knapp 400 Zuschauern, darunter gut 30 aus der Spielzeugstadt, wurde jedenfalls über die volle Spielzeit alles geboten, was den Handballsport ausmacht.

Einziger Wermutstropfen aus Sonneberger Sicht: Beide Punkte blieben im Werratal, man verlor erneut ein Spitzenspiel und hatte es sich diesmal einmal mehr selbst zu zuschreiben. „Das ist schon mehr als ärgerlich. So eine große Chance auf einen Sieg hier hatten wir selten.“ Gestand Spielertrainer Manuel Müller, der diesmal selbst über knapp 45 Minuten mit auf dem Parkett stand und dabei zum besten Feldtorschützen (5 Treffer) seiner Farben avancierte. „Wir sind selbst schuld. Nutzen wir unsere zahlreichen Torchancen besser aus, gewinnen wir hier locker und leicht. Aber hätte, wenn und aber zählen jetzt nicht.“ Und damit hatte er leider recht. Die Spielzeugstädter scheiterten vor allem in der entscheidenden Schlussphase entweder am Gebälk des Werrataler Tores oder am Torhüter darin. Sicherlich fühlten sich die Mannen um Coach Müller in der ein oder anderen Situation auch nicht gerecht von den Schiedsrichtern behandelt, doch so ist das bei Auswärtsspielen nun mal leider öfters. Als unglücklich lässt sich auch die Ansetzung zweier Unparteiischen beschreiben, die unmittelbar in der Nachbarschaft wohnen. Damit tut man aber auch den Herren in schwarz keinen Gefallen – vor allem nicht in einem solch hitzigen Derby. Die Verteilung der Zeitstrafen jedenfalls spiegelt zum Beispiel nicht die harte Gangart beider Mannschaften wieder. Sonneberg musste im zweiten Durchgang insgesamt 14 Minuten in Unterzahl spielen (also fast die Hälfte des zweiten Durchgangs!), Werratal dagegen bekam nur vier Zweiminuten-Zeitstrafen aufgebrummt. Das kann vor allem in der Schlussphase einer Partie entscheidend sein. Doch selbst trotz der ständigen Dezimierung hielten die Spielzeugstädter Schritt, waren gefühlt sogar das bessere Team und hätten sie ihre Chancen genutzt – aber das hatten wir bereits.

Zu Beginn des Spiels legten die Gäste gleich los wie die Feuerwehr und führten schnell mit 4:1. Werratal aber fand dann auch ins Spiel und konnte beim 4:4 erstmals ausgleichen. Bis zum 7:7 wogte das Spielgeschehen nun hin und her, wobei die Abwehrreihen dominierten. Dabei gebührt Andreas Schlücke einmal mehr ein Sonderlob. Unermüdlich rackerte in der Defensive und stellte den Angriff der Hausherren dabei immer wieder vor große Probleme. Kurz vor der Pause war es Sonnebergs Müller der mit einem Doppelschlag für eine Zwei-Tore-Führung sorgte (9:7). Doch Werratal konnte noch verkürzen und es ging mit einem 9:8 für die Gäste in die Kabinen. Bereits in Hälfte eins schied Sonnebergs Thorsten Zimmermann verletzungsbedingt aus, sodass Müller die Regie übernahm. Nach dem Seitenwechsel waren es die Hausherren, die ihre Heimstärke demonstrieren wollten. Doch absetzen konnten sie sich auch nicht (10:9, 11:11, 13:12, 14:14). Erst Mitte der zweiten Hälfte gelang es ihnen erstmals mit zwei Treffern in Front zu gehen (16:14). Doch die Spielzeugstädter kämpften sich zurück und glichen postwendend aus. Dann erneut die 20:18-Führung für Werratal, doch Sonneberg konnte wieder verkürzen und beim Stande von 20:21 aus Sonneberger Sicht ging es in die Schlusssequenz. Dabei scheiterten in Reihe Martin Blechschmidt, Martin Schmidt, Heiko Jäckel, Moritz Weitz und Nils Boseckert am bereits zitierten Gebälk bzw. Torhüter und so gelang es den Hausherren entscheidend mit 23:20 davon zu ziehen. Der 21. Sonneberger Treffer war dann nur noch Ergebniskosmetik, das Spiel jedoch leider entschieden.

Auf Seiten Werratals wurde anschließend noch Clemens Schlegel verabschiedet, der Breitungen aus beruflichen Gründen bereits Mitte der Saison verlassen wird. Er gehörte einmal mehr zu den Aktivposten und war neben Nemanja Vukasinovic  bester Werfer.

Presse SHV

Sonneberg: Ebert, Thomas, Wolf (n.e.); Schmidt, Boseckert (2), Müller (5), Jäckel (3), Schlücke (1), Weitz (6/4), Oehrl, Blechschmidt (1), Zimmermann (2), Poser, Rehm (1)

 Strafwürfe: Werratal: 3/3; Sonneberg: 4/7
Zeitstrafen: Werratal: 7+1RK; Sonneberg: 10+1 RK
Disqual.: Schneider (Werratal, 28. Min., grobes Foulspiel); Rehm (Sonneberg: 39. Min., 3x2min)
Zuschauer: 380

 sonneberger handballverein sponsoren leoni logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren vrbank logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren likra logo weiss

powered by www.sunnyhill-design.de

Template by L.THEME