1. Männer: Bericht zum Unentschieden in Erfurt

Handball, Thüringenliga Männer, 19. Spieltag, Bericht

HSC Erfurt – Sonneberger HV 26:26 (13:14)

Handballmänner sichern sich Punkt in Erfurt

Sonneberg/Erfurt. Nach einem Unentschieden im Handball fragen sich viele, „war das nun ein verlorener oder ein gewonnener Punkt?“ So erging es auch den Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) und ihren zahlreich mitgereisten Fans am vergangenen Samstagabend in Erfurt. Gegen den HSC aus der Landeshauptstadt reichte es am Ende (nur) zu einem 26:26-Remis, wobei man unter dem Strich von einem leistungsgerechten Unentschieden sprechen muss.

Die Spielzeugstädter mussten vor der Partie jedoch erst einmal die nächste Hiobotsbotschaft verkraften. Pit Poser verletzte sich bereits im Training am Donnerstag und seit Samstag besteht der Verdacht auf einen Bänderriss sowie einer knöchernen Absplitterung im Fußgelenk. Die Alternativen auf der Bank wurden also noch überschaubarer. Eigentlich gab es keine mehr, denn alle acht zur Verfügung stehenden Feldspieler waren von Beginn an im Einsatz. Da konnte Spielertrainer Manuel Müller noch von Glück reden einen zusätzlichen Notnagel in der Hinterhand zu haben. Frederik Illing weilte wieder einmal in der Spielzeugstadt, da er am Sonntag bei der zweiten Männermannschaft im Derby gegen Suhl mitwirkte. Da er sowieso im Bus dabei war, improvisierte man kurz und organisierte ein Trikot. Zu einem Einsatz kam es dann zwar letzten Endes nicht, aber allein die Bereitschaft, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, gehört großer Respekt gezollt.

Die Aufstellung der Mannschaft machte sich dann praktisch von alleine. Martin Schmidt begleitete über die volle Distanz die Linksaußenposition, Martin Blechschmidt agierte ohne Pause im linken Rückraum genauso wie Nils Boseckert auf Rechtsaußen sowie Tom Rehm am Kreis. Die verbleibenden vier wechselten sich zwischen Abwehr und Angriff ab. So kam Andreas Schlücke für Heiko Jäckel in die Deckung und bewachte dort Erfurts Toptorschützen Michael Frank. Ebenso in der Deckung stand Spielertrainer Manuel Müller, der vorne von Philipp Oehrl ersetzt wurde. Letzterer machte dabei sein wahrscheinlich bestes Spiel der Saison – obwohl er auf der ungewohnten Regieposition Rückraum Mitte agierte. Dabei sprühte er nur so vor Spielfreude, setzte seine Nebenleute immer wieder gekonnt in Szene oder vollstreckte einfach selbst. Das spielerische Übergewicht hatten die Sonneberger damit zweifelsohne, allein im Ergebnis schlug es sich nicht nieder. Das lag vor allem daran, dass man in den entscheidenden Phasen einfach nicht das nötige Glück hatte und zudem im Deckungsverband des Öfteren zu große Lücken offenbarte. So kam es auch, dass man nach einer kurzen Abtastphase bis zum 4:4 anschließend das Kommando übernahm und sich erstmals mit drei Toren absetzte (7:4). Dieser Vorsprung konnte Mitte der ersten Halbzeit sogar noch ausgebaut werden (13:9). In der Folgezeit versäumten es die Südthüringer aber eine komfortable Halbzeitführung mit in die Kabine zu nehmen. Nun waren die Hausherren am Drücker und verkürzten ihrerseits mit drei Treffern am Stück auf 12:13. Mit einem 14:13 für die Gäste aus Sonneberg ging es zum Pausentee.

Nach dem Seitenwechsel waren es erneut die Spielzeugstädter, die den Takt vorgaben und mit drei Toren davonzogen (18:15). Doch auch diesmal sollte es nicht gelingen, den sprichwörtlichen Deckel drauf zu machen. Erfurt präsentierte sich, vor allem in dieser Phase, keineswegs wie ein Abstiegskandidat und kämpfte sich zurück ins Spiel. Beim 19:19 konnten sie wieder egalisieren. Dann nutzten die Landeshauptstädter weiter das eigene Momentum und gingen sogar erstmals seit Beginn des Spiels selbst in Führung (21:20). Als sie gar zwei Treffer  vorlegten (21:23 aus Sonneberger Sicht) konterten die Südthüringer wieder mit drei eigenen Treffern und übernahmen erneut die Führung (24:23). Nun stand es Spitz auf Knopf und Kleinigkeiten sollten den Ausschlag geben. Erfurt glich aus, Sonneberg legte wieder vor (25:24, 26:25). In die letzten beiden Minuten ging es mit Ballbesitz für Erfurt, welche auch den 26:26-Ausgleich erzielen konnten. Sonneberg hätte nun erneut in Führung gehen können, bekam aber einen technischen Fehler aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgepfiffen. Jetzt war Erfurt wieder am Drücker und hatte noch knapp 50 Sekunden Zeit das Siegtor zu erzielen. Der Abwehrverbund der Spielzeugstädter stand diesmal aber sicher und lies keinen Wurf zu. Im Gegenteil, Erfurt leistete sich ein Stürmerfoul und so kamen die Südthüringer noch einmal in Ballbesitz. Schnell zückte man die grüne Karte zur Auszeit. Auf der Uhr standen noch 15 Sekunden Spielzeit. Ein Spielzug wurde angesagt. Nils Boseckert sollte von außen einlaufen und den Ball im Idealfall im Kasten versenken. Doch soweit kam es nicht. Die Erfurter Verteidigung stoppte ihn zwar regelwidrig, doch trotz der verbotenen Abwehr im Kreis und der Verhinderung einer klaren Torchance gab es zum Erstaunen der Sonneberger nur Freiwurf. Als sich die angeschlagenen Spieler wieder vom Boden erhoben, ertönte die Schlusssirene. Es gab also lediglich noch einen Freiwurf, der direkt ausgeführt werden musste. Martin Blechschmidt übernahm diese Aufgabe, doch sein Ball streifte nur die Oberkante der Latte. Es blieb beim 26:26.

In Anbetracht der letzten Sekunden also sicherlich ein verlorener Punkt. Doch bedenkt man, dass Erfurt nur Sekunden vorher selbst noch einmal in Führung hätte gehen können, war man mit dem Punkt am Ende doch auch zufrieden. Die Landeshauptstädter blieben damit auch das fünfte Spiel in Folge ungeschlagen. Für die Spielzeugstädter war es nach dem Erfolg der Vorwoche aber sicherlich wieder ein kleiner Dämpfer, wollte man doch eine erneute Siegesserie starten. Kommende Woche wird es dann mit Sicherheit zu einem erneuten Kampfspiel kommen, denn die abstiegsbedrohten Suhler kommen zum Südthüringenderby in die Steinbacher Dreifelderhalle.

Presse SHV

Sonneberg: Thomas, Ebert, Wolf (n.e.); Schmidt (3/3), Boseckert (4), Müller, Jäckel (2), Schlücke (1), Oehrl (6), Blechschmidt (6), Rehm (4)

Strafwürfe: Erfurt: 2/2; Sonneberg: 3/4
Zeitstrafen: Erfurt: 1; Sonneberg: 2
Zuschauer: 150

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