1. Männer: Bericht zum Saisonauftakt 2019/2020

Dramatik zum Saisonauftakt

Handball, Thüringenliga Männer, 1. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – VfB TM Mühlhausen 29:29 (13:15)

Sonneberg. Ein bekanntes Sprichwort lautet „Aus Fehlern wird man klug“. Das dies nicht auf alles und jeden zutrifft, ist klar. Aber einen ähnlichen Fehler ein zweites Mal zu begehen und dadurch wieder einen Punkt herzuschenken, das verschlägt einem doch die Sprache. Und so konnte Sonnebergs Trainer Konstantin Selenow auch einen Tag danach noch keine Worte für das finden, was am zurückliegenden Samstagabend in der heimischen SBBS-Halle passiert war.

Und genau wie ihm erging es auch den gut 200 Sonneberger Handballfans, die zum Saisonauftakt in die Dreifelderhalle nach Steinbach pilgerten. Bestes Sommerwetter, Fußball-Topspiel in der Bundesliga und vielleicht auch die Ungewissheit, welche Mannschaft man auf dem Parkett erwarten konnte, ließen die Zuschauerzahl wahrscheinlich nicht höher ausfallen. Doch die, die da waren, denen wurde so gut wie alles geboten, was das Sportlerherz begehrt. Leider eben nur mit einem aus Sonneberger Sicht dramatischen Ausgang. Doch was war passiert:

Die Spielzeugstädter kämpften sich nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem Fünf-Tore-Rückstand zurück, drehten das Spiel und sahen sechs Sekunden vor Schluss wie der sichere Sieger aus. Da stand es 29:28 und die Halle war bereits am Toben. Ein Stürmerfoul der Mühlhäuser und das darauffolgende Meckern von Lennart Adam wurde von den beiden Unparteiischen Meisel/Schwertz richtigerweise mit einer Disqualifikation des Spielers und einem Strafwurf für die gegnerische Mannschaft bestraft. So sagt es das Regelwerk für die letzte Spielminute. Und so kam es auch. Doch nach dem Strafwurfpfiff setzte es vermutlich bei allen Sonneberger Spielern gedanklich aus. Anders als einen vollkommenen kollektiven Blackout kann man das nicht beschreiben. Eventuell noch euphorisiert von seinen heldenhaften Paraden im Tor schnappte sich Neuzugang Andriy Dzhulay den Ball und stellte sich seinem Pendant im gegnerischen Tor am Strafwurfpunkt gegenüber. Kurzum, er scheiterte kläglich, der Ball kam unmittelbar in die Hände von Mühlhausens Björn Harder und dieser traf von der eigenen Grundlinie in das verwaiste Sonneberger Tor auf der gegenüberliegenden Seite. Kollektiver Jubel auf Seiten der Gäste, völliges Entsetzen bei den Hausherren und ihren Fans. Zur Erinnerung: Bereits in der Vorsaison sah man in Suhl bereits wie der sichere Sieger aus, verlor dann in der Vorwärtsbewegung den Ball kassierte mit einem Fernwurf über den verdutzten George Plesca im Tor ebenso in letzter Sekunde den Ausgleich. Das sich Geschichte manchmal wiederholt, ist logisch, in dieser Art und Weise aber ist es unverständlich und unnötig! Und so endete das Spiel mit einem 29:29-Remis, was unter dem Strich wohl auch ein gerechtes Ergebnis war.

Bei den Hausherren merkte man zu Beginn noch, dass die Abstimmung untereinander fehlte und so konnten sich die routinierten Gäste aus der Thomas-Müntzer-Stadt bereits im ersten Durchgang mehrfach mit vier Toren absetzen (4:8, 8:12, 11:15). Kurz vor dem Pausenpfiff verkürzten Marius Bondar und Marius Ignat aber glücklicherweise noch auf 13:15. Letzterer übrigens feierte sein Comeback nach seinem Kreuzbandriss und einem halbjährigen Aufbauprogramm. Seine Rückkehr nach dieser kurzen Zeit spricht für seinen unbedingten Willen, den man auch auf dem Parkett spürt. Doch auch nach dem Seitenwechsel gelang es der neu zusammengestellten Truppe aus Südthüringen noch nicht entscheidend näher zu kommen. Die durch den sechsfachen Spielerabgang neu nach Sonneberg gekommenen Oleg Kumogorodskyy, Oleksandr Pedan und der bereits erwähnte Andriy Dzhulay deuteten aber bereits an, wozu sie in der Lage sind. Überrascht zeigten sich die international erfahrenen Ukrainer ob der Stärke der Thüringenliga. Mühlhausen trug für einen echten Knaller zum Saisonauftakt aber auch alles Mögliche bei. Denn sie führten im zweiten Durchgang gar mit fünf Treffern (21:16), ehe sich die Spielzeugstädter berappelten und alles in die Waagschale warfen. Ein 5:0-Lauf egalisierte die Partie erstmals seit dem 1:1 wieder und in der Folgezeit entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wem Coach Selenow in der Phase ein Sonderlob aussprach, war Marius Bondar. Sonnebergs Kapitän zeigte eine Spitzenleistung, führte seine Mannschaft an, ging voran und besorgte auch gleich selbst die eigene 25:23-Führung. Kurz darauf aber lag Mühlhausen wieder in Front (26:27) und es waren noch gut sechs Minuten zu spielen. Nun legten die Hausherren wieder vor und gingen erst mit 28:27 und dann mit 29:28 in Führung. Der Rest ist Geschichte. Die Anzeigetafel zeigte eine Spielzeit von 59:54 und die Gastgeber vermochten es wieder nicht, den Doppelpunktgewinn einzufahren. Zum Saisonauftakt wäre dies natürlich besonders schön gewesen, doch die Gäste aus Mühlhausen hatten etwas dagegen und nahmen schlussendlich vollkommen verdient einen Punkt mit nach Hause.

Für die Spielzeugstädter wird es in naher Zukunft vor allem darauf ankommen, sich weiter miteinander einzuspielen. Doch eine wirkliche Verschnaufpause gibt es nicht, denn bereits am kommenden Samstag gastiert man in Ronneburg, ehe es eine Woche später zu Hause den nächsten Knaller gibt. Dann kommt Hermsdorf in die SBBS-Halle.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Dzhulay; Bursuc (3), Müller (1), Bondar (8), Heinz, Kumogorodskyy (2), Dietrich, Ignat (3), Pedan (2), Bulov (10/5)

Strafwürfe: Sonneberg: 5/9, Mühlhausen: 4/4

Zeitstrafen: Sonneberg: 3, Mühlhausen: 4+1 RK

Disqual.: Adam (Mhl., 60. Min., Meckern)

Zuschauer: 220

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