1. Männer: 24:23-Sieg des Willens

Sieg des Willens im Spitzenspiel

Handball, Thüringenliga Männer, 3. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – SV Hermsdorf 24:23 (14:11)

Sonneberg. In einem wahren Spitzenspiel zweier starker Mannschaften setzten sich die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) gegen den Kontrahenten aus Hermsdorf am Ende sicher nicht ganz unverdient mit 24:23 durch. Das Glück, aber auch die nötige Ruhe in den entscheidenden Momenten waren diesmal auf Seiten der Spielzeugstädter und so sicherte man sich erneut zwei Punkte und bleibt auch nach dem dritten Spieltag zugleich ungeschlagen.

In einem Duell auf Augenhöhe, welches durch das Schiedsrichterpaar Nirsberger/Willner souverän geleitet wurde, gaben Nuancen den Ausschlag für den Sieg. Und so freute sich Sonnebergs Vereinsvorsitzender Alexander Ebert nach der Partie ob der gezeigten Leistung und zählte die entscheidenden Unterschiede auf: „Wir haben zwei sehr starke Torhüterleistungen auf beiden Seiten gesehen, konnten dieses Duell mit Alin Plesca im Tor aber schlussendlich für uns entscheiden. Hermsdorf machte sich das Leben am Ende mit einigen Undiszipliniertheiten selbst schwer und wir standen dagegen als Team zusammen. Trotz oder vielleicht gerade wegen dem Ausfall von Marius Bondar kämpfte einer für den anderen“, resümierte der ehemalige Torhüter der Spielzeugstädter. Kapitän Bondar knallte kurz nach der Pause mit dem Gesicht auf das Parkett und wurde blutüberströmt mit dem Krankenwagen abtransportiert. Eine entscheidende Fremdeinwirkung durch den Gegner verneinte er zumindest selbst, konnte sich aber auch nicht mehr genau an die Situation erinnern. Eine Gehirnerschütterung trägt er auf alle Fälle davon, ansonsten gab es nachts noch Entwarnung. Eine schwere Verletzung kann wohl ausgeschlossen werden.

Den Schock verdaute auf Seiten der Südthüringer der routinierte Neuzugang Oleg Kumogorodskyy am besten und sprang in die Bresche. Der 40-jährige Ukrainer lief anschließend zur Hochform auf, ging für seine Mannschaft voran und ebnete den Weg für eine Fünf-Tore-Führung (19:14 in der 42. Min.). Ebert lobte aber auch Cristian Bursuc, der die Partie hervorragend dirigierte und selbst viermal traf. Doch am Ende waren sich alle einig, dass es eine geschlossene Mannschaftsleistung war, denn nur als Team konnte man die starken Gäste aus Hermsdorf bezwingen. Diese gaben sich nämlich keinesfalls auf und glichen in der 48. Spielminute zum 20:20 aus. Anschließend wogte das Spielgeschehen hin und her, jede Mannschaft ging noch einmal in Führung. In den letzten beiden Minuten trug sich dann aber ein Rückkehrer nachhaltig in den Spielberichtsbogen ein. Nach seinem Kreuzbandriss im Frühjahr ist es an sich schon beachtlich, dass Marius Constantin Ignat bereits wieder auf der Platte steht. Aber wer ihn beobachtet und kennt, weiß, dass er eine echte Kämpfernatur ist. Und so war er es auch, der die letzten beiden entscheidenden Sonneberger Tore zum 23:22 und 24:22 erzielte. Im folgenden Überschwang kassierte er allerdings auch seine dritte Zeitstrafe und wurde eine Minute vor dem Ende vorzeitig mit der roten Karte zum Duschen geschickt.

Dennoch kamen die Hausherren schnell wieder in Ballbesitz und nahmen 44 Sekunden vor dem Ende die letzte Auszeit. Zwei Tore Vorsprung und nur noch eine gute halbe Minute. Das sollte doch diesmal reichen. Naja, der Ballverlust und Gegentreffer gut 20 Sekunden vor Schluss sorgte jedenfalls nicht für Beruhigung. Es war noch genügend Zeit für die Gäste aus dem Holzland den Ausgleich zu markieren. Doch diesmal spielten die Hausherren die letzten Sekunden routiniert herunter und siegten am Ende mit 24:23 in einer nervenaufreibenden und intensiven Partie. Werbung für den Handballsport war es allemal und die gut 350 Zuschauer hielt es sowieso nicht mehr auf ihren Sitzen. Stehende Ovationen und Jubelstürme auf, aber auch neben dem Parkett zeigten, wie alle bis zur letzten Sekunde mitfieberten.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Dzhulay; Bursuc (4), Müller, Bondar (4/2), Kumogorodskyy (5), Dietrich, Ignat (4), Pedan (1), Bulov (6/1)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/7; Hermsdorf: 3/4

Zeitstrafen: Sonneberg: 9+1RK; Hermsdorf: 8+1RK

Disqual.: Vulic (Hermsd., 42. Min., 3x2 min), Ignat (Sbg., 59. Min., 3x2 min)

Zuschauer: 350

 sonneberger handballverein sponsoren leoni logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren vrbank logo weiss
 sonneberger handballverein sponsoren likra logo weiss

powered by www.sunnyhill-design.de

Template by L.THEME