1. Männer: 33:21-Sensationssieg

Oleg demontiert Werratal

Handball, Thüringenliga Männer, 6. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSG Werratal 05 33:21 (16:13)

Sonneberg. Einen Namen liest man im Spielprotokoll nach dem Südthüringenderby zwischen dem Sonneberger Handballverein (SHV) und der HSG Werratal 05 besonders häufig: Oleg Kumogorodskyy. Genauso schwer, wie der Name auszusprechen ist, genauso schwer ist der Mann auch zu verteidigen. Das mussten die Akteure von Werratals Coach Dejan Leskovsek leidvoll spüren. Insgesamt 12 Treffer erzielte Oleg vorne selbst und zog in der Abwehr immer wieder die Schraubzwingen an und brachte seine Gegner zur Verzweiflung. Leskovsek konnte und wollte seiner Mannschaft zwar keinen wirklichen Vorwurf, eine Chance hatte sie dennoch nicht. Für ihn war zweifelsfrei die fehlende Routine der ausschlaggebende Punkt. Und genau jener Kumogorodskyy bringt davon besonders viel auf die Platte. Mittlerweile über 40 Jahre alt und als ehemaliger ukrainischer Nationalspieler ist er die Routine in Person. Nach Spielertrainer Manuel Müller ist er damit zwar der Älteste Akteur, doch genauso wie Müller selbst auch war er der spielentscheidende Faktor.

Mit einem solch deutlichen 33:21-Heimsieg hatte keiner im Vorfeld gerechnet. Es klang nach Wunschdenken, wenn man die bisherige Statistik bemühte und erfüllen wollte. Weniger als die bisherigen durchschnittlichen 23 Gegentore und mehr als die durchschnittlichen 30 eigenen Tore – es war ein Sieg für die Geschichtsbücher. Und es war leider auch ein Sieg, der einen faden Beigeschmack behalten wird. Leider hatten sich eine Hand voll Gästefans nicht im Griff, mussten nach mehrmaligen Ermahnungen der heimischen Ordner der Halle verwiesen werden und wurden dabei handgreiflich, sodass ein Polizei- und Notarzteinsatz erforderlich war. Die Anzeigen wegen Körperverletzung folgten umgehend und werfen ein schlechtes Licht auf die an sich fairen Zuschauer aus Breitungen. Ein ganzer Bus voll kam erwartungsfroh in die Spielzeugstadt und machte von Anfang an prächtige Stimmung in der SBBS-Halle. Die heimischen Fans standen dem natürlich in nichts nach und so war die Stimmung bis Mitte der zweiten Halbzeit sensationell. Das Spiel versprach im Vorfeld auch Spannung und Dramatik, traten doch die beiden einzigen bis dahin ungeschlagenen Teams gegeneinander an. Insgesamt über 400 Zuschauer wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Und kurz um, der Großteil der Zuschauer wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil, die Erwartungen wurden übererfüllt.

Dabei begann die Partie vollkommen ausgeglichen, im ersten Durchgang konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Die Hausherren waren aber da bereits meist tonangebend. Nach einer guten viertel Stunde traf der wie immer emsig am Kreis arbeitende Marius Constantin Ignat zur ersten drei-Tore-Führung (11:8). Zu dieser Zeit saß Kapitän Marius Bondar bereits mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bank. Seine Oberschenkelprobleme zwangen ihn in die Knie, sodass er nicht mehr mitwirken konnte und nur noch zu den Strafwürfen aufs Parkett kam. Doch wenn man einen Kumogorodskyy in seinen Reihen hat, braucht einem nicht angst und bange werden. Er rückte von Rechtsaußen auf die halbrechte Rückraumposition und „erschoss“ Werratal quasi im Alleingang. Doch nicht nur Oleg machte ein Wahnsinnsspiel, die komplette Sonneberger Mannschaft wirkte wie entfesselt. Angefangen von Torhüter Andrej Dzhulay bis hin zu Regisseur Cristian Bursuc, alle spielten überragend. Beim Pausenstand von 16:13 wurden die Seiten gewechselt und danach brannten die Gastgeber ein wahres Feuerwerk ab. Wer dachte, dass das Tempo aus Hälfte eins irgendwann seinen Tribut fordern könnte, sah sich getäuscht. Beide Teams spielten weiterhin mit offenem Visier und hoher Geschwindigkeit. Einziger, aber entscheidender Unterschied war nur, dass eben die Spielzeugstädter erfolgreicher waren und sich Stück für Stück absetzten. Nach 45 Minuten waren es erstmals fünf Tore (23:18) und nach 56 Spielminuten leuchtete eine Zehn-Tore-Differenz von der Anzeigetafel. Wer das 30:20 erzielte, dürfte auch klar sein: Es war Oleg Kumogorodskyy.

Sonneberg: Plesca, Dzhulay; Bursuc (2), Müller (3), Bondar (5/4), Heinz, Kumogorodskyy (12), Dietrich (1), Ignat (3), Pedan (3), Bulov (4)

Strafwürfe: Sonneberg: 4/4, Werratal: 3/5

Zeitstrafen: Sonneberg: 6+2 RK, Werratal: 2

Disqual.: Pedan (Sbg., 49. Min., 3x2min), Kumogorodskyy (Sbg., 58. Min., 3x2min)

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