1. Männer: 40:25-Sieg im Südthüringenderby

Vormachtstellung untermauert

Handball, Thüringenliga Männer, 9. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – SG Suhl/Goldlauter 40:25 (20:12)

Sonneberg. In einem denkwürdigen Südthüringenderby fegen die Handballer aus der Spielzeugstadt die Handballer aus Waffenstadt mehr als deutlich mit 40:25 vom Parkett, untermauern damit die aktuelle Vormachtstellung in Südthüringen und bauen gleichzeitig den Vorsprung an der Tabellenspitze aus. 17:1 Punkte nach neun Spieltagen – bis dahin auch ein denkwürdiger Tabellenstand. Aber in Sonneberg beginnt (offiziell) keiner zu träumen, denn zu fragil ist das aktuelle Gebilde, was sich einmal mehr auch am zurückliegenden Wochenende zeigte.

Sonnebergs Spielertrainer Manuel Müller, für den Duelle gegen Suhl eine Herzensangelegenheit sind, schnupperte er doch vor über 20 Jahren als Jungspund Bundesligaluft mit Suhl in der damaligen 2. Liga, fiel kurzfristig aus. Bereits am Freitag hatte er derart starke gesundheitliche Probleme, dass er das Wochenende im Krankenhaus zur Überwachung bleiben musste. Eine endgültige Diagnose steht zwar noch aus, aber er befindet sich offensichtlich auf dem Weg der Besserung. Sein Team jedenfalls überzeugte sich selbst davon und besuchte ihn am Sonntagvormittag geschlossen am Krankenbett. Mit diesem Sieg nach diesem Spiel fiel das aber natürlich auch umso leichter. Doch dieser Schock am Freitagabend im Abschlusstraining musste erst einmal verdaut werden. Doch wie sich manches eben auch so fügt, just in dieser Woche stieß ein weiterer Neuzugang dazu. Konstiantyn Ustymenko verstärkt ab sofort den Rückraum und ließ seine Klasse gleich aufblitzen. Mit vier Treffern feierte der 25-jährige Ukrainer einen gelungenen Einstand.

Die Spielzeugstädter haben einfach einen Lauf, so deutlich muss man das sagen. Sowohl die Integration der Neuen als auch das Verhältnis der Mannschaft zu den Fans passen derzeit einfach bestens. Knapp 500 Zuschauer waren am Samstagabend aus dem Häuschen, der Funke sprang bereits frühzeitig vom Parkett auf die Zuschauerränge über. Nach der schnellen 2:0-Gästeführung berappelten sich die Hausherren und zeigten deutlich, wer Herr im Hause ist. In der Kombination Marius Bondar, Marius Ignat, Marius Bondar, Marius Ignat drehte man den Spieß um und führte selbst 4:2. Die beiden Marius waren diesmal auch die erfolgreichsten Torschützen. Bondar traf 12 Mal, Ignat 10 Mal. Dadurch geriet das Torschützenduell der beiden führenden in dieser Wertung etwas in den Hintergrund. Sonnebergs Anatoli Bulov erzielte vier Treffer, Suhls Vladimir Dimic gar nur drei. Beide blieben damit weit unter ihrem eigentlichen Durchschnitt. Doch gerade Sonnebergs Bulov dürfte dies herzlich wenig stören, denn es waren andere zur Stelle, die das Spiel bereits im ersten Durchgang entschieden. Auf Seiten der Gäste allerdings machte es sich schon sehr stark bemerkbar, dass die Defensivreihe der Hausherren den Suhler Spielgestalter Dimic nahezu neutralisierte. Vor allem der Innenblock bestehend aus Oleg Kumogorodskyy und Oleksandr Pedan rührte da phasenweise sprichwörtlichen Beton an. Für den gut aufgelegten Andriy Dzhulay im Kasten dahinter war dies natürlich ebenfalls die beste Vorbereitung, um zu glänzen. Mit etlichen Paraden entnervte er die Gästewerfer zusehends – parierte sogar vier Strafwürfe! Und so setzten sich die Gastgeber immer weiter ab. Nach einer guten viertel Stunde führte man bereits 12:7 und legte bis zum Pausenpfiff beim Stande von 20:12 noch einen drauf.

Nach dem Seitenwechsel mühten sich die nie aufsteckenden Gäste der Spielgemeinschaft aus Suhl und Goldlauter redlich, aber gegen die Sonneberger Übermacht kamen sie an diesem Samstagabend einfach nicht an. Nach 42 gespielten Minuten leuchtete erstmals ein Zehn-Tore-Vorsprung von der Anzeigetafel (28:18). Zehn Minuten später war die Differenz immer noch so (34:24). Doch in den Schlussminuten brannten die Hausherren noch einmal ein kleines Feuerwerk ab, schraubten die Führung bis auf 40:25 in die Höhe und wurden deshalb bereits Minuten vor dem Abpfiff mit stehenden Ovationen der verzückten Fans gefeiert – ein perfekter Abschluss des Handballjahres 2019.

Es war ein denkwürdiger Sieg im Südthüringenderby, der allerdings auch nicht überbewertet werden sollte, auch wenn er sogar in der Höhe in Ordnung geht. Sonneberg erwischte einen „Sahnetag“, Suhl eher einen rabenschwarzen. Nach einer punktspielfreien Woche werden die Karten dann neu gemischt und für die Spielzeugstädter stehen in diesem Jahr noch zwei Charaktertests in der Fremde auf dem Programm. Erst geht’s zum punktlosen Schlusslicht nach Arnstadt und am 7. Dezember zum Vorletzten nach Ziegelheim. Das nächste Heimspiel steigt übrigens erst am 25. Januar 2020, Gegner dann wird der HSV Ronneburg sein.

Sonneberg: Plesca, Dzhulay; Ustymenko (4), Bursuc (5), Bondar (12/2), Kumogorodskyy (4), Dietrich, Ignat (10), Pedan (1), Bulov (4)

Strafwürfe: Sonneberg: 2/2, Suhl: 3/7

Zeitstrafen: Sonneberg: 4, Suhl: 1

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