1. Männer: 39:33-Auswärtssieg im letzten Spiel des Jahres

Die Krönung in Ziegelheim – zur Hälfte

Handball, Thüringenliga Männer, 11. Spieltag, Bericht

LSV Ziegelheim – Sonneberger HV 33:39 (17:19)

Sonneberg/Ziegelheim. Die Thüringenligamänner des Sonneberger Handballvereins (SHV) siegten am vergangenen Samstagabend mit 39:33 in Ziegelheim und beschlossen damit die Hinrunde der Saison 2019/2020. Es war eine anstrengende, fulminante und vor allem erfolgreiche Hinrunde. Keine einzige Niederlage mussten die Spielzeugstädter einstecken. Der einzige Minuspunkt resultiert aus dem Remis zum Saisonauftakt gegen Mühlhausen – alle anderen Spiele wurden zum Teil deutlich und zumeist souverän gewonnen.

Von dem her war die letzte Partie des Jahres durchaus ein Charaktertest, denn beim Vorletzten sollte nichts anbrennen. Doch wer die Stimmung in der Wieratalhalle in Ziegelheim kennt, der weiß auch, dass im „gallischen“ Dorf in Ostthüringen alles möglich ist. Die Gastgeber jedenfalls hatten sich einiges vorgenommen, um den Spitzenreiter aus Sonneberg gehörig zu ärgern. Bei den Gästen dagegen gab es einen kleinen Lichtblick auf der Bank. Spielertrainer Manuel Müller trat die Fahrt im gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus nach Ziegelheim mit an und konnte sein Team zumindest moralisch unterstützen. „Der gestrige Tag war zwar für meinen Heilungsverlauf nicht förderlich, aber ich denke trotzdem, dass es die richtige Entscheidung war“, verriet Müller einen Tag nach dem Spiel und ergänzte: „In dieser aufgeheizten Atmosphäre war es wichtig, dass wir unsere Mannschaft zu zweit beruhigen konnten.“

Und diese hitzige Stimmung hielt sich gut 50 Spielminuten. So lange nämlich war Ziegelheim ebenbürtig, verlangte dem Spitzenreiter alles ab und war drauf und dran für eine Überraschung zu sorgen. Immer wieder gingen die Hausherren in Führung, spielten geduldig und diszipliniert ihre Angriffe aus und hatten eben auch das Glück des Tüchtigen. Dazu kam, dass bei den Spielzeugstädtern das eigentliche Prunkstück Abwehr diesmal nicht funktionierte, dadurch hatte es Andriy Dzhulay dahinter im Kasten schwer, zu glänzen. Sein Pendant, George Alin Plesca, konnte nur kurz mitwirken. Seine Schulterverletzung brach gleich wieder auf und er setzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Bank. Ja, manchmal läuft es eben nicht rund, doch diese Situation mussten die Südthüringer im aktuellen Saisonverlauf nur selten überstehen. Und so merkte man eine gewisse Nervosität, eben auch, weil Ziegelheim Schritt hielt. Im ersten Durchgang führten die Hausherren erst 6:4 und später gar 10:7, ehe beim 13:13 der Ausgleich gelang. Doch auch bis zur Pause konnte kein beruhigender Vorsprung herausgespielt werden (19:17 für Sonneberg).

Nach dem Seitenwechsel mussten die Spielzeugstädter sogar noch eine heißere Phase überstehen. Angetrieben von den eigenen lautstarken Fans drehten die Ziegelheimer die Partie und führten in der 40. Minute mit 25:23. Fünf Minuten später leuchtete immer noch ein 27:25 von der Anzeigetafel. Die genommene Auszeit der Sonneberger Bank zeigte da noch keine Wirkung, sollte aber in der Folge der Schlüssel zum Erfolg sein. Die Umstellung der Abwehr von der gewohnten 6:0-Formation auf eine 5:1-Variante machte den Unterschied. Dabei agierte Anatoli Bulov als „Indianer“ vor der Deckung, störte den Spielaufbau der Gastgeber und sauste immer wieder zum erfolgreichen Konter. Nachdem der stark aufspielende Kapitän Marius Bondar um die 50. Minute herum den Spielstand mit zwei Treffern vom 28:29-Rückstand in eine 30:29-Führung drehte, war es in der Schlussphase Bulov, der den Unterschied machte. Mit vier blitzsauberen Toren am Stück, schraubte er nicht nur seine eigene Torausbeute an diesem Abend auf insgesamt 14 (!) Treffer nach oben, er sorgte zugleich für die Entscheidung, denn aus dem 34:31 wurde ein 38:31. Das letzte Sonneberger Tor des Abends war dann wiederum Kapitän Bondar vorbehalten, der seinerseits ebenfalls beachtliche 13 Tore zum Sieg beisteuerte. Schlussendlich aber war es egal, wer wie viele Tore erzielt hatte. Man merkte nach dem Schlusspfiff, dass der 39:33-Sieg hart erkämpft war und deshalb auch besonders ausgelassenen mit den eigenen Fans gefeiert wurde. Und dazu wiederum bestand eine besondere Möglichkeit, war man doch bereits auf der Hinfahrt gemeinsam mit den Fans im Reisebus unterwegs. Spätestens auf der Rückfahrt löste sich dann bei allen Beteiligten die Anspannung und die Freude über den Sieg war groß. Die Sehnsucht nach einer Pause allerdings genauso und so gilt es für die Spielzeugstädter in der anstehenden, langen Weihnachtspause die Akkus wieder aufzuladen, um in der Rückrunde an die Erfolge anknüpfen zu können. Diese übrigens beginnt gleich mit einem Kracher, dem Auswärtsspiel in Mühlhausen am 18. Januar 2020.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Dzhulay; Ustymenko (1), Bursuc (2), Bondar (13/1), Heinz, Dietrich, Ignat (5), Pedan (4), Bulov (14)

Strafwürfe: Ziegelheim: 3/4, Sonneberg: 1/1

Zeitstrafen: Ziegelheim: 1, Sonneberg: 2+1RK

Disqual.: Ustymenko (Sbg., 36. Min., grobes Foulspiel)

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