1. Männer: 23:22-Heimsieg gegen Ronneburg

Neuzugang Spörke wird zum Matchwinner

Handball, Thüringenliga Männer, 13. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Ronneburg 23:22 (9:8)

Sonneberg. Er absolvierte am Freitag sein erstes Training in Sonneberg, bestritt am Samstag sein erstes Spiel in den Farben der Spielzeugstädter und wurde gleich erstmals zum Matchwinner: Justin Spörke. Der 19-Jährige kommt vom HC Erlangen, hat bereits Bundesligaluft geschnuppert und bewies auf der rechten Außenbahn eine erstaunliche Coolness.

Er ist das zitierte Ass im Ärmel, von dem Trainer Konstantin Selenow im Vorfeld der Partie sprach und zumindest der erste Eindruck des aus Ebersdorf bei Coburg stammenden jungen Mannes lässt einiges hoffen. Doch der Reihe nach: Das Spiel verlief über die gesamte Distanz von 60 Minuten sehr zäh. Der besten Angriffsreihe der Thüringenliga, mit durchschnittlich über 33 Toren pro Spiel, gelangen diesmal nur magere 23 eigene Treffer. Das lag zum einen am aufopferungsvollen Kampf der Gäste aus Ronneburg. Zum anderen aber auch an der schlechten Chancenverwertung bzw. vielmehr schlechten Vorbereitung. Immer wenn der Ball schnell lief und sich eine gute Wurfmöglichkeit ergab, trafen die Hausherren auch. Doch viel zu oft versuchte man es mit der Brechstange. Regisseur Cristian Bursuc wurde immer wieder sporadisch kurz gedeckt, Kapitän Marius Bondar hatte diesmal nicht das beste Händchen und den Neuzugängen merkte man die noch fehlende Bindung an. Kurz um: Es war zerfahren, von Anfang bis Ende.

Zur Pause leuchtete eine dünne 9:8-Führung von der Anzeigetafel, wobei sich die Gäste auch von mehreren Rückständen nicht aus dem Konzept bringen ließen (7:4, 8:5, 9:6). Kurz nach dem Seitenwechsel egalisierten die Ostthüringer durch ihren zweitstärksten Werfer des Tages, Richard Vogel (5 Treffer), die Partie beim Stande von 9:9. Sie setzten immer wieder Nadelstiche und die Gastgeber konnten vorne einfach nicht überzeugen. Nach weiteren zehn gespielten Minuten hätte man die 16:14-Führung ausbauen können. Doch eine neuerliche Schwächephase brachte Ronneburg zurück. Vielmehr noch, die Gäste gingen beim eigenen 18:17 erstmals selbst in Führung. Angetrieben von ihrem wie gewohnt besten Schützen, Mirko Alexy (7 Treffer), bastelten die Ronneburger an der Überraschung. Dass diese am Ende nicht gelang, war einer Steigerung von George Alin Plesca im Sonneberger Kasten und eben vor allem Justin Spörke im Angriff zu verdanken. Der Neuzugang kam nach der Pause ins Sonneberger Spiel und erzielte sechs blitzsaubere Tore bei sieben Versuchen. Sein einziger Fehlwurf führte allerdings auch zu einem Strafwurf für die Hausherren. Vor allem in der Endphase, als das Spiel auf Messers Schneide stand, reagierte der Jungspund cool. Erst erzielte er den 21:21-Ausgleich, ehe er die eigene 22:21-Führung besorgte. Die Halle stand Kopf und keinen der knapp 400 Zuschauer hielt es zwei Minuten vor Spielende noch auf den Sitzen. Doch damit war die Partie noch lange nicht entschieden. Ronneburgs Routinier Christopher Stölzner gelang nach einem erneut lange ausgespielten Angriff 18 Sekunden vor Schluss der neuerliche Ausgleich (22:22).

Es folgte umgehend die Auszeit der Hausherren. Mit Wiederanpfiff waren noch genau 15 Sekunden zu spielen. Ronneburg ging in eine offenere Deckung über und wollte den Sonneberger Angriff bereits frühzeitig unterbinden. Doch ein weiterer Neuzugang der Spielzeugstädter, Konstiantyn Ustymenko, erkannte eine Lücke im Deckungsverbund, schlüpfte hindurch und traf zum umjubelten 23:22-Führungstreffer für die Gastgeber. Doch damit war immer noch nicht Schluss. Die unermüdlichen Ronneburger kamen auf der rechten Außenbahn tatsächlich noch einmal zum Abschluss, doch Plesca hielt. Die Schlusssirene ertönte - doch gleichzeitig auch ein Freiwurfpfiff der Schiedsrichter. Ronneburgs Alexy schritt zur Tat, musste den Ball direkt aufs Tor werfen und hatte damit die Chance, doch noch den Ausgleich zu erzielen. Über die 2 Meter-Riesen im Sonneberger Block versuchte er es gar nicht erst, sondern wollte an der Mauer vorbei werfen. Dort warf sich aber ein Spielzeugstädter in den Ball und blockte diesen mit dem Gesicht ab. Das Spiel war aus, eine Jubeltraube bildete sich über dem mit schmerzverzerrten, aber glücklichen Gesicht am Boden liegenden Spieler. Es konnte an diesem Abend nur einer sein: Neuzugang Justin Spörke.

Doch so schön sein Einstand nach Maß für ihn persönlich auch ist, die Leistung der Sonneberger ließ einiges zu wünschen übrig. Für die kommende Trainingswoche gibt es also einiges zu tun, denn am nächsten Samstagabend steht das ultimative Spitzenspiel auf dem Programm. Dabei werden die Südthüringer von den Holzländern aus Hermsdorf empfangen. Das Spiel zwischen dem ungeschlagenen Tabellenführer aus Sonneberg und dem mit 18:4 Punkten ärgsten Verfolger elektrisierte bereits gleich nach dem glücklichen Sieg über Ronneburg sowohl Spieler als auch Fans. Für die soll es übrigens kurzfristig eine Mitfahrgelegenheit im gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus geben. Details folgen unter der Woche.

Presse SHV

Sonneberg: Plesca, Schleuchardt; Ustymenko (3), Bursuc (1), Müller, Bondar (6/2), Ruslan Honcharov, Kumogorodskyy (1), Dietrich, Roman Honcharov, Ignat, Spörke (6), Bulov (6)

Strafwürfe: Sonneberg: 2/3, Ronneburg: 1/2

Zeitstrafen: Sonneberg: 5+2RK, Ronneburg: 5

Disqual.: Kumogorodskyy (Sbg., 50. Min., 3x2 min.), Honcharov (Sbg., 57. Min., grobes Foulspiel)

Zuschauer: 420

 

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