1. Männer: Unerwarteter Auftaktsieg

Sensationeller Auftakt

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 1. Spieltag, Bericht

HC Elbflorenz II – Sonneberger HV 27:30 (13:15)

Sonneberg/Dresden. Mit Superlativen sollte man gewiss sparsam umgehen, aber für den Auftakt der Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) in der Mitteldeutschen Oberliga, der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands, findet man kaum die richtigen Worte. Unerwartet deutlich und souverän gewannen die von Spielertrainer Manuel Müller angeführten Spielzeugstädter in Dresden gegen den HC Elbflorenz II mit 30:27. In Anbetracht der Tatsache, dass die Dresdner in der zurückliegenden Spielzeit noch in der 3. Handballbundesliga aktiv waren, kann man dieses Ergebnis gar nicht hoch genug bewerten.

Nach der holprigen Vorbereitung und der Ungewissheit bis in die letzte Woche vor Saisonstart, war dies zweifelsfrei eine Genugtuung für alle SHV-Verantwortlichen. Freilich war es nur ein Spiel und es gab nur zwei Punkte, aber einen Saisonauftakt nach einem Aufstieg kann man kaum besser gestalten. Dementsprechend glücklich und zufrieden klangen beide Trainer nach dem Spiel. Spielertrainer Müller, der in der kommenden Woche seinen 44. Geburtstag feiert, trug sich selbst zweimal in die Torschützenliste ein und steuerte dabei das entscheidende 30. Tor bei, welches von Kapitän Marius Bondar eingeleitet wurde. Dieser wiederum freute sich diebisch, denn im Gefühl des sicheren Sieges war die Freude ob des 30. Treffers und der damit zu spendieren Kiste Fassbrause durch den Torschützen besonders groß. „Diesen Kasten zahle ich gerne für die Mannschaft! Nachdem wir kein Vorbereitungsspiel in dieser Besetzung bestreiten konnten, ist dieser Erfolg um so höher zu bewerten“, freute sich Müller. Sein Pendant auf der Bank, Konstantin Selenow, ergänzt, dass „nicht nur Manuel sehr routiniert gespielt, sondern die gesamte Mannschaft die vorgegebene taktische Marschroute perfekt umgesetzt hat“.

Ein Blick auf die Geburtsjahrgänge macht dabei schnell deutlich, wie die Spielzeugstädter dieses Spiel gewinnen konnten. „Wir wussten, dass uns die jungen Dresdner überrennen wollen. Deshalb haben wir bewusst das Tempo rausgenommen“, macht Selenow keinen Hehl aus der taktischen Marschroute. „Dank unserer großen Erfahrung haben wir im Angriff immer wieder die richtige Lösung gefunden und konnten einen Treffer erzielen.“ Einer schwang sich dabei einmal mehr zum Matchwinner auf, wobei das Trainerteam keinen einzelnen Spieler hervorheben wollte. Doch der Linkshänder und Kapitän Marius Bondar machte auf der Regieposition ein besonderes Spiel, zog klug die Fäden, setzte seine Nebenleute gut ein und war auch selbst torgefährlich. Am treffsichersten war aber ein anderer: Anatoli Bulov. Der Linksaußen traf erneut nach Belieben und netzte am Ende insgesamt 12 (!) Mal ein. Sein Gegenüber auf der Rechtsaußenposition, Justin Spörke, traf zwar „nur“ dreimal, verdiente sich aber auch ein Sonderlob der Trainer. Er traf in den entscheidenden Phasen.

Und so gelang es den Gästen aus Südthüringen bereits zur Halbzeit die Führung der Hausherren zu egalisieren und mit einer 15:13-Halbzeitführung in die Kabinen zu gehen (1:3, 6:6, 6:8, 9:9, 11:10, 11:13). Vom Pausentee zurück stellten sich die SHV-Verantwortlichen nur die eine Frage: „Werden die Kräfte bis zum Ende reichen?“ Im Laufe des zweiten Durchgangs wurde bewusst durchgewechselt, um allen genügend Verschnaufpausen zu verschaffen. Die spielentscheidende Phase kam erst noch – 15 Minuten vor Schluss. Besonders effektiv stand dabei die Defensivreihe. Allen voran Oleg Kumogorodskyy, aber auch die beiden Neuzugänge Boris Levitsky und Patrick Prikryl, standen in der Abwehr ihren Mann. Und ein weiterer Neuzugang bewies gleich in seinem ersten Punktspiel seine Klasse: Torhüter Adrian-Tudor Radulescu. „Er hielt alles, was er halten musste und noch ein bisschen mehr!“ So lautete das Fazit von Coach Müller. Und so gelang es den Gästen die Dresdner Heimmannschaft immer nervöser zu machen. Die einzige Führung der Gastgeber im zweiten Durchgang resultiert aus der 32. Spielminute (16:15). Anschließend konnten sie zwar die zwischenzeitliche 3-Tore-Führung der Sonneberger noch einmal ausgleichen (21:18, 21:21). Aber die Schlussviertelstunde gehörte den Spielzeugstädtern, die sichtlich Spaß am Spielen hatten. Die 23:22-Führung in der 51. Minute baute man mit zwei Bulov-Toren und einem Ustymenko-Hammer zum 26:22 in der 55. Minute aus. Der nicht für möglich gehaltene Auswärtssieg nahm Formen an. Spätestens das 28:23 von der Strafwurflinie in Minute 57, erneut durch Bulov, war dabei die Entscheidung. Die restlichen Minuten spielten die Südthüringer genauso routiniert herunter wie die vorangegangenen und gewannen am Ende sicher mit 30:27.

Ein nicht für möglich gehaltener Auftakt nach Maß, der aber auch gleichzeitig ein Weckruf an den Rest der Liga ist, dass man die Spielzeugstädter nicht unterschätzen darf. Vom Überraschungsmoment als Aufsteiger werden die SHV-Mannen zukünftig wohl nur noch bedingt profitieren können. „Wir sind und bleiben der Außenseiter – auch nächste Woche im ersten Heimspiel gegen Delitzsch“, stellte der überglückliche Manuel Müller am Ende noch einmal heraus.

Apropos Heimspiel am nächsten Samstag, 3. Oktober. Der Kartenvorverkauf über das Ticketsystem auf der Homepage des Sonneberger Handballvereins (www.sonneberg-handball.de) ist erfolgreich angelaufen. Einzelheiten zum Ablauf und was es für Fans alles zu beachten gilt, stehen einerseits im Hygienekonzept, welches ebenfalls auf der Homepage zu finden ist. Andererseits wird im Laufe der Woche noch einmal ausführlich darüber berichtet. Anpfiff in der Steinbacher Dreifelderhalle ist wie gewohnt am Samstagabend um 19 Uhr, der Einlass in die Halle erfolgt ab 18 Uhr.

Presse SHV

Radulescu, Bittermann; Ustymenko (3), Müller (2), Bondar (9/3), Kumogorodskyy (1), Dietrich, Spörke (3), Prikryl, Honcharov, Bulov (12/2), Levitsky

Strafwürfe: HC Elbflorenz II: 2/3, Sonneberger HV: 5/7
Zeitstrafen: HC Elbflorenz II: 4, Sonneberger HV: 4

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