1. Männer: Nächste Heimpleite

Sonneberg schlägt sich selbst

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 5. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HC Aschersleben 25:28 (11:14)

Sonneberg. Im dritten Heimspiel der noch jungen Saison in der Oberliga des Mitteldeutschen Handballverbands (MHV) gelingt den Männern vom Sonneberger Handballverein (SHV) erneut kein Sieg. In der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands musste man sich dem HC Aschersleben knapp mit 25:28 geschlagen geben – ärgerlich, weil vermeidbar.

Nein, diesmal gab es keinerlei Diskussionen bezüglich der Schiedsrichter und ihrer Entscheidungen, denn Eligiusz Baier und Max Töpfer leiteten umsichtig und gut. Ein Raunen ging nur immer wieder über die Tribüne, auf der rund 250 Zuschauer Platz genommen hatten, als die beiden auf Strafwurf für Sonneberg entschieden. Das aber nicht, weil die Entscheidung vielleicht richtig oder falsch war, sondern weil die Spielzeugstädter diesmal von der ominösen Linie, die sieben Meter vom Tor entfernt ist, einfach kläglich scheiterten. Neunmal (!) trat man an, nur dreimal konnte man einnetzen. Und so nervös, wie man sich vom Strafwurfpunkt zeigte, so nervös war man auch sonst im Torabschluss und generell im Spielaufbau. Viel zu viele einfache, sogenannte vermeidbare Fehler leisteten sich die Südthüringer und machten damit den Gegner immer wieder stark.

Apropos stark beziehungsweise groß war zum dritten Heimspiel an sich vieles: So stand erstmals in dieser Saison Hallensprecher Thomas Wöhner an der Seitenlinie. Er überzeugte einmal mehr nicht wegen seiner Körpergröße, sondern er glänzte mit Handballwissen und animierte die Zuschauer in seiner gewohnt charmanten Art. Allein dies, ist einen Besuch beim Handball in der SBBS in Steinbach wert. Groß war auch der gegnerische Ersatztorwart, der reihenweise Strafwürfe entschärfte. Sven Mevissen misst 2,17 Meter und überragte dabei die eigene Torlatte weit. Sein Torhüterkollege Mantas Gudonis war zwar der Körpergröße nach viel kleiner, überzeugte aber mit etlichen starken Paraden und war so der Garant für den Auswärtssieg der Gäste. Ein weiterer Garant war der starke Noah Balint, der aus dem Rückraum insgesamt zehn Treffer beisteuerte und somit bester Torschütze der Partie war. Ebenfalls beeindruckt konnte man vom Trainer der Gäste sein. Kein Geringerer als Dmitri Filippov saß da auf der Bank – unter anderem Handball-Olympiasieger mit Russland.

Auf der Bank der Spielzeugstädter dagegen war viel Platz frei, denn mit den verletzten Dino Mustafic und Dinu Untu, dem gesperrten Victor Vartic und dem beruflich in Rumänien weilenden Kapitän Marius Bondar fehlten gleich vier wichtige Spieler. So musste einmal mehr der 45-Jährige Spielertrainer Manuel Müller mit rackern. Apropos rackern: Kampf und Einsatzbereitschaft kann man den Spielzeugstädtern keinesfalls absprechen, sie waren stets bemüht – es genügte halt einfach nicht. Coach Müller war nach der Partie logischerweise bedient, erklären konnte er sich die große Nervosität auch nicht, zumal nahezu alle für Sonneberg auf dem Parkett stehenden Spieler genügend, auch internationale Erfahrung haben.

Am treffsichersten waren diesmal Oleg Kumogorodskyy (9 Treffer) und Konstiantyn Ustymenko (7), am Strafwurfpunkt scheiterten aber auch diese beiden mehrfach. Und so nahm das Geschehen seinen Lauf. Bis zum 4:4 in der 10. Spielminute war der Spielstand noch ausgeglichen, doch dann übernahmen die Gäste das Zepter. Ärgerlich über den gesamten Spielverlauf für alle in der Halle: Die Anzeigetafel funktionierte schon wieder nicht und so musste sich mit manueller Spielstandstafel beholfen werden. Hallensprecher Thomas Wöhner versuchte bestmöglich die Zeit im Blick zu haben und diese den Zuschauern zu kommunizieren. An einer Lösung der Problematik wird wohl gearbeitet, nur ist dies bereits seit Jahren bekannt. Zurück zum Spiel: Aschersleben setze sich mit 7:4 ab und konnte diesen Vorsprung bis zur Halbzeit halten (14:10).

Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild. Sonneberg rackerte und glich beim 18:18 erstmals wieder aus, die Halle war da. Doch dann leistete man sich erneut dumme Fehler und Aschersleben nahm die Einladung dankend an, erst führten sie 20:18, dann 23:19. Da waren noch zehn Minuten zu spielen. In der Folgezeit versagten den Spielzeugstädtern entweder die Nerven oder sie hatten einfach auch nur Pech. Viele Situationen konnte man getrost nach dem Motto abhaken: Wenn du schon kein Glück hast, kommt dann auch noch Pech dazu. Die Gäste jedenfalls agierten souverän, führten gut zwei Minuten vor Schluss mit 28:22 und gingen in den Feiermodus über – für sie war es der erste Sieg in dieser Spielzeit.

Am kommenden Wochenende steht für die Südthüringer gleich das nächste Kellerduell an, die Personalsituation dürfte sich allerdings kaum entspannen. Anpfiff des sechsten Spieltags ist am Samstag um 17 Uhr in Glauchau gegen den HC Glauchau/Meerane.

Presse SHV

Sonneberg: Dzhulay, Bittermann; Ustymenko (7/1), Müller, Kumogorodskyy (9/1), Dietrich, Bulov (4), Levitskiy (1), Rehm (4), Makarov

Strafwürfe: Sonneberg: 3/9, Aschersleben: 2/3
Zeitstrafen: Sonneberg: 5, Aschersleben: 6

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