1. Männer: Bericht zum überraschenden Auswärtserfolg

Verkehrte Welt in Plauen

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 9. Spieltag, Bericht

HC Einheit Plauen – Sonneberger HV 22:30 (11:12)

Sonneberg/Plauen. Verwundert rieben sich bestimmt nicht nur die Sonneberger in Plauen die Augen, etliche Handballfans verfolgten das Gastspiel der Spielzeugstädter in Sachsen im Liveticker am Handy und staunten vor allem im zweiten Durchgang nicht schlecht: Sonneberg führte, zog davon und gewann am Ende überraschend und sehr deutlich mit 30:22 beim bis dato 7. Platzierten. „Was war da los?“, fragten sich mit Sicherheit etliche. Sonnebergs Trainer auf der Bank, Konstantin „Kostja“ Selenow, resümierte am Sonntag mit hörbarem Stolz: „Wir haben diesmal einfach weniger Fehler vorne gemacht und eine sehr gute Abwehr gestellt. Außerdem hatten wir mit „Howie“ einen super Rückhalt, der wie früher seine Gegner entnervte.“

Der Reihe nach: „Howie“ ist Havard Martinsen, einstiger zweitligaerfahrener Torhüter aus Coburg, wo er mit „Kostja“ gemeinsam spielte. Der mittlerweile 44-Jährige wurde reaktiviert und folgte damit der Bitte seines ehemaligen Mannschaftskollegen und kam nach Sonneberg, da Torhüter Andrij Dzhulay demnächst wieder in seine ukrainische Heimat zurückmuss und sich letzte Woche obendrein noch am Finger verletzte. Mit Tizian Bittermann stünde sonst nur noch ein Torwart zur Verfügung. Auch wenn „Howie“ sicher nicht mehr so fit ist wie früher, kann man auf der Torhüterposition mit dieser geballten Erfahrung noch für Akzente sorgen. So auch in Plauen. „Er vernagelte im zweiten Durchgang seine Kiste und die gegnerischen Außen hatten gefühlt schon Angst zu werfen“, resümierte Selenow, der darin den Schlüssel zum letztlich deutlichen Erfolg sah. „Nach vorne agierten wir diesmal auch ruhiger und hatten den besten Mann auf dem Parkett in unseren Reihen.“ Gemeint hat er damit Dino Mustafic. Der 19-Jährige wurde im zweiten Durchgang in Manndeckung genommen, erzielte in Summe aber dennoch 12 Treffer bei 13 Versuchen und glänzte auch als Anspieler.

Selenow hob aber die gesamte Mannschaft hervor, es geht nur als Einheit und die stellten die Spielzeugstädter diesmal endlich wieder auf die Platte. War es einerseits der 45-Jährige Spielertrainer Manuel Müller, der sich vorne wie in alten Zeiten aus dem Rückraum in die Zweikämpfe warf oder als Kreisläufer auftrumpfte. Wurde er in der Deckung aber beispielsweise sehr gut von Dinu Untu vertreten, der ihm die nötigen Verschnaufpausen gab. Außerdem rührten Konstiantyn Ustymenko und Oleg Kumogorodskyy im Innenblock der Deckung den sprichwörtlichen Beton an und schafften damit die nötige Grundlage, um auch vorne mit Ruhe und Übersicht agieren zu können. Wenn es dann einmal halbwegs rund läuft, trifft man eben auch leichter ins Tor.

Bis zum Seitenwechsel war die Partie noch ausgeglichen, den Schlusspunkt unter den ersten Durchgang setzte bezeichnenderweise Mustafic mit seinem Strafwurftreffer zum 12:11 nach der Schlusssirene. Jener Mustafic war es auch, der den Torreigen im zweiten Spielabschnitt eröffnete und für Sonneberg auf 13:11 erhöhte. Acht Minuten später stand es bereits 17:12 und die Überraschung bahnte sich an. Fünf Minuten später folgte im Prinzip auch die Vorentscheidung. Die Gastgeber agierten in Unterzahl und dies nutzten die Südthüringer eiskalt aus. Angetrieben vom überragenden Martinsen im Tor zog man mit fünf Treffern in Folge von 19:15 auf 24:15 davon. Da waren noch zehn Minuten zu spielen und die Messen gesungen. Bis zum Schlusspfiff agierten die Spielzeugstädter souverän und ließen nichts mehr anbrennen – der zweite Sieg in dieser Saison konnte gebührend gefeiert werden.

Wie gewonnen so zerronnen? Am kommenden Samstag jedenfalls hat man es mit dem aktuell stärksten Gegner zu tun, wenn man die HG Köthen empfängt. Mit dem getankten Selbstvertrauen möchte man den Ligaprimus auf alle Fälle gehörig ärgern – insofern die Partie überhaupt stattfindet. Aktuell ist dies leider noch unklar, ob und wenn ja in welcher Form das Heimspiel ausgetragen werden kann. Aus diesem Grund hat man sich auf Seiten der Sonneberger dazu entschlossen, das Online-Ticketportal vorerst abzuschalten, bis Klarheit herrscht. „Mitte der Woche sollte feststehen, ob und wenn ja wie gespielt wird und dann ist noch genügend Zeit für alle Handballfans, ein entsprechendes Ticket zu erwerben“, erklärte Vereinsvorsitzender Alexander Ebert.

Presse SHV

Sonneberg: Bittermann, Martinsen; Ustymenko (4), Müller (3), Kumogorodskyy (5), Dietrich (1), Untu (1), Mustafic (12/4), Bulov (3), Levitskiy (1)

Strafwürfe: Plauen: 2/2, Sonneberg: 4/5
Zeitstrafen: Plauen: 4, Sonneberg: 3

 

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