1. Männer: 29:23-Sieg im Thüringenderby

Er kam, sah und siegte

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 12. Spieltag, Bericht

Sonneberger HV – HSV Apolda 29:23 (13:10)

Sonneberg. Er kam, sah und siegte. Oder treffender formuliert: Er kam, hielt und siegte – mit seinem Team. Dank einer fulminanten Rückkehr des ukrainischen Torhüters Borys Kriuchkov im Sonneberger Kasten feierten die Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) einen unerwartet souveränen 29:23-Heimsieg im Thüringenderby gegen den HSV Apolda. Die Spielzeugstädter verbesserten sich damit vom letzten auf den vorletzten Tabellenplatz, Apolda rangiert in der Mitteldeutschen Oberliga weiterhin auf dem 6. Platz.

Spielertrainer Manuel Müller verbreitete schon vor dem Spiel eine gewisse Aufbruchstimmung und wiederholte seine Worte auch in der Halbzeit. Er sah eine gute Chance, endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis feiern zu können. Und er sollte recht behalten. Er selbst sorgte höchstpersönlich für das 1:0 und beschloss den erfolgreichen Handballabend mit seinem zweiten Treffer zum 29:23-Endstand. Seinen Mannen war die Erleichterung anzusehen, zumal es auch etwas Balsam auf die Seelen der derzeit leidgeplagten ukrainischen Mannschaftskameraden sein dürfte. Trotz eines Minikaders von zehn Spielern, darunter zwei Torhütern und Sonnebergs Oldie Martin Blechschmidt, kämpften die Spielzeugstädter über die volle Distanz, waren taktisch hervorragend eingestellt und zeigten sich sowohl im Angriff als auch in der Abwehr hochkonzentriert und wild entschlossen.

Die Hausherren legten schon los wie die Feuerwehr, hatten eine sattelfeste Deckung und einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Der Torwart-Routinier Howard Martinsen konnte es sich diesmal auf der Bank gemütlich machen, sein Einsatz war nicht von Nöten. Die Spielzeugstädter überrumpelten die Gäste aus Apolda förmlich und führten nach fünf Minuten mit 3:0. Erst nach sieben gespielten Minuten gelang den Glockenstädtern der erste Treffer. Zu diesem Zeitpunkt kroch Kriuchkov bereits in die Köpfe der Apoldaer Mannschaft. Der stark aufspielende gebürtige Coburger Dino Mustafic besorgte vor den Augen seines Vaters Elvedin vom Strafwurfpunkt das 6:2. Elvedin „Elvis“ Mustafic spielte einst mit Sonnebergs Trainer Konstantin Selenow in Coburg gemeinsam bis in die Bundesliga. Neben der 19-jährigen Nachwuchshoffnung Mustafic zeigten sich diesmal auch Dinu Untu (6 Treffer) und wie gewohnt Anatoli Bulov (7) besonders treffsicher. Letzterer überzeugte mit enormer Willensstärke und seinem Durchsetzungsvermögen. Untu wirbelte sowohl über außen als auch in der Mitte und steuerte vor allem die wichtigen schnellen Tore und damit entscheidende Nadelstiche bei. Im ersten Durchgang führten die Hausherren 8:3, ehe auch Apolda nach einer Auszeit aufwachte und ins Spiel fand. Auf mehr als zwei Treffer kamen sie aber nicht heran (8:6, 9:7). Bis zum Pausenpfiff legten die Gastgeber immer wieder vor und hielten ihren Vorsprung (13:10). Bis dahin entschärfte Kriuchkov übrigens schon drei (!) Strafwürfe der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel netzte gleich Mustafic zur 14:10-Führung ein. Apolda kam wieder heran (12:14), aber die Hausherren hatten am Samstagabend immer die richtige Antwort parat. Kraft- und eindrucksvoll marschierte Konstiantyn Ustymenko und besorgte das 19:15, Mustafic legte gar noch einen nach. Doch die sechstplatzierten Apoldaer gaben sich nicht auf, kamen selbst wieder auf 18:20 heran und es waren noch gut 13 Minuten zu spielen. In der Abwehr versuchte man jetzt die Kräfte einzuteilen, Martin Blechschmidt ersetzte Oleg Kumogorodskyy im Mittelblock und sollte dem Routinier damit Verschnaufpausen verschaffen. Es glückte, denn im Angriff lief diesmal einfach vieles zusammen. Bulov - Mustafic – Bulov und es stand 23:18 (48. Min.). Trotz einer folgenden Zeitstrafe gegen Sonnebergs Spielertrainer Müller (49. Min.) und der anschließenden dritten Hinausstellung für Kumogorodskyy (Disqualifikation, 55. Min.) behielten die Gastgeber das Heft des Handelns in der Hand. Als Untu in Minute 57 zum 28:22 traf und Kriuchkov hinten den nächsten freien Ball entschärfte, war die Messe endgültig gelesen und der Jubel auf dem Parkett und bei den gut 250 Zuschauern groß. Auf einen solch schönen Handballabend mussten die Fans schon geraume Zeit warten. Für den Saisonendspurt jedenfalls macht die gezeigte Leistung Mut und dank des anstehenden spielfreien Wochenendes ist die Hoffnung auch groß, in zwei Wochen in Freiberg mit einer größeren Personaldecke anreisen zu können.

Presse SHV

Sonneberg: Kriuchkov, Martinsen; Ustymenko (5), Müller (2), Kumogorodskyy (2), Blechschmidt, Untu (6), Mustafic (7/2), Bulov (7), Levitskiy

Strafwürfe: Sonneberg: 2/2, Apolda: 2/5

Zeitstrafen: Sonneberg: 5+1RK, Apolda: 1
Disqualifikation (Kumogorodskyy, 3x2min, 55. Min.)

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