1. Männer: Unglückliche Niederlage in Freiberg

Unverdienter Punktverlust

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 13. Spieltag, Bericht

HSG Freiberg – Sonneberger HV 26:25 (8:13)

Sonneberg/Freiberg. Die Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) kehrten in der vergangenen Nacht von Samstag auf Sonntag aus Freiberg vom vorletzten Spiel der Hinrunde ohne Zählbares zurück. Ein Punktgewinn war nach der 13:8-Halbzeitführung allerdings greifbar nahe, doch schlussendlich musste man sich mit 25:26 geschlagen geben. Sonnebergs Trainer Konstantin Selenow verstand einen Tag später die Welt noch nicht. „Einige Pfiffe und Regeln verstehe ich einfach nicht mehr und vier rote Karten in einem Spiel für eine Mannschaft habe ich noch nie erlebt.“ Ein kleiner Seitenhieb gegen die Unparteiischen, doch auch seine Mannschaft sprach er nicht frei von Verantwortung.

„Wenn du einige Pfiffe immer wieder gegen dich bekommst, musst du dich einfach darauf einstellen und darfst die Fehler nicht immer wieder machen“, erklärte er, machte seiner Mannschaft aber gleichzeitig ein großes Kompliment: „Wir haben gekämpft wie die Löwen, einer für den anderen, am Ende reichte einfach die Kraft der Verbliebenen nicht mehr.“ Übrigens sah es auch ein Großteil der Freiberger Fans so, dass die Spielzeugstädter zumindest einen Punkt verdient gehabt hätten. Doch davon kann man sich in Südthüringen nichts kaufen. Ähnlich fasste es ein ehemaliger Sonneberger Handballer zusammen, der mittlerweile in Sachsen wohnt und als Zuschauer in der Ernst-Grube-Halle in Freiberg weilte, Stefan Gerber. „Klar hätten die Sonneberger einen Punkt verdient, doch in der zweiten Halbzeit gab es kaum noch einen Pfiff für sie und sie spielten oft in Unterzahl. Andererseits verwarfen sie auch fünf Strafwürfe und das fehlte eben am Ende.“

Nur einer von insgesamt sechs Strafwürfen landete im Freiberger Kasten, den vernagelte zumindest von der ominösen Linie Keeper Daniel Rangl. Die dünn besetzte Sonneberger Bank, auf Seiten der Gastgeber hatten insgesamt 16 Spieler Platz genommen, dezimierte sich im zweiten Durchgang von selbst. War das Verhältnis der Zeitstrafen in der ersten Hälfte noch ausgeglichen (4x Freiberg, 4x Sonneberg), kamen im zweiten Durchgang neben den Hinausstellungen auch noch insgesamt 4 (!) rote Karten für Sonneberg dazu. Als ersten erwischte es Oleg Kumogorodskyy, der bereits nach 39 Minuten seine dritte Zeitstrafe kassierte. Acht Minuten später erwischte es Konstiantyn Ustymenko. Er hatte bereits zwei Zeitstrafen, wurde nach einem groben Foul aber auch direkt mit rot zum Duschen geschickt. Eine gewisse Theatralik mag man den Hausherren allerdings nicht absprechen. Weitere sieben Minuten später erging es dann Anatoli Bulov ebenso, er kassierte in Minute 54 seine dritte Zeitstrafe. Die direkte rote Karte in Verbindung mit einer blauen Karte und einer damit verbundenen Spielsperre kassierte Boris Levitskiy in der 56. Spielminute. Er traf seinen Gegner ungestüm und unglücklich im Gesicht, mit Sicherheit sah es schlimmer aus, als es war und eine „normale“ rote Karte hätte genügt. Doch was war schon normal an diesem Abend.

Spielertrainer Manuel Müller schruppte vorne wie hinten 60 Minuten durch, Pit Poser musste ebenfalls früher aushelfen als erwartet und nachdem dann Levitskiy als vierter vom Platz gestellt wurde, fehlte der sechste Feldspieler. Kurzer Hand zog sich Torhüter Havard Martinsen eine kurze Hose an und kam zu seinem (fehlerfreien) Debüt als Feldspieler. Sein Pendant im Tor, Borys Kriuchkov, machte seine Sache erneut sehr gut und hielt seine Farben immer im Spiel. Und das sah bis zur 53. Minute sehr gut. „Wir machten ein super Spiel, diszipliniert in Abwehr und Angriff“, konstatierte Selenow. Es stand immer noch 24:21 für Sonneberg. Doch dann schwanden die Kräfte und durch die unübersichtliche Personalsituation kam es zu unnötiger Hektik.

In den verbliebenen sechs Minuten drehten die Gastgeber aus Freiberg das Spiel und gewannen am Ende glücklich mit 26:25. Überragender Mann auf dem Parkett war einmal mehr Sonnebergs Youngster Dino Mustafic, der insgesamt 13-mal im gegnerischen Kasten einnetzte. Doch auch ein weiterer Neuzugang der Spielzeugstädter wusste zu gefallen. Vadym Virich kam vor drei Wochen als Kriegsflüchtling in Südthüringen an, machte am zurückliegenden Samstagabend bereits sein erstes Spiel und wusste sowohl im Angriff als auch in der Abwehr zu überzeugen.

So stark die Leistung der Sonneberger auch gewesen sein mag, sie reichte nicht zu Punkten und so musste man erneut ohne Zählbares nach Hause fahren. Am kommenden Wochenende steigt dann in eigener Halle wie gewohnt um 19 Uhr das letzte Spiel der Hinrunde, ehe es im sogenannten Play-Down-Modus, der Abstiegsrunde, weitergeht. Gegner in der SBBS-Halle ist die fünftplatzierte Spielgemeinschaft aus Pirna und Heidenau.

Presse SHV

Sonneberg: Kriuchkov, Martinsen; Ustymenko (2), Virich (4), Müller, Kumogorodskyy (1), Untu (4), Poser, Mustafic (13/1), Bulov (1), Levitskiy

Strafwürfe: Freiberg: 3/3, Sonneberg: 1/6

Zeitstrafen: Freiberg: 9, Sonneberg: 10+4 RK

Disqual.: Kumogorodskyy (Sbg., 39. Min., 3x2 min.), Ustymenko (Sbg., 47. Min., grobes Foulspiel), Bulov (Sbg., 54. Min., 3x2 Min., Levitskiy (Sbg., 56. Min., grobes Foulspiel, blaue Karte)

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