1. Männer: 30:21-Heimsieg gegen Plauen

Kriuchkov macht den Unterschied

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 4. Spieltag Abstiegsrunde, Bericht

Sonneberger HV – HC Einheit Plauen 30:21 (9:9)

Sonneberg. Mit einem souveränen Heimsieg lassen die Männer des Sonneberger Handballvereins (SHV) das Fünkchen Hoffnung noch glimmen, dass es mit dem Klassenerhalt doch noch klappen könnte. Für den Gegner aus Plauen ist nach der 21:30-Auswärtsniederlage in Südthüringen der Abstiegszug abgefahren – es gibt kein Zurück mehr – zumindest in dieser Spielzeit. Ein sofortiger Wiederaufstieg ist natürlich möglich und dafür wünscht der SHV alles Gute, das nötige Glück und Durchhaltevermögen. An letzterem fehlte es in der zweiten Hälfte in der Spielzeugstadt am zurückliegenden Samstagabend, denn nach dem Seitenwechsel spielten nur noch die Sonneberger.

Zur Halbzeit leuchtete allerdings fast das identische Ergebnis der letzten Woche gegen Wittenberg. Damals führte man 10:9, diesmal stand es 9:9-Remis. Die Leistungen bis dahin waren ebenfalls vergleichbar – schlecht. Unter den knapp 300 Zuschauern machte sich ein gewisser Unmut hörbar breit. Vielleicht lag es daran oder an der Kabinenansprache oder einfach an der Ehre, denn vom Pausentee zurück zeigten die Gastgeber ein anderes Gesicht.

Bis dahin sorgte einzig der Coburger Dino Mustafic für Gefahr im Angriff, vier der neun Tore gingen auf sein Konto. Anatoli Bulov „glänzte“ bis dahin eher im Auslassen von Gelegenheiten. Doch nach dem Seitenwechsel spielte er groß auf, unter anderem traf er viermal und plötzlich stand es 17:11. Danach allerdings hatte er einen Blackout, traf in Minute 44 im Zurücklaufen den Gegner im Wurf von hinten und kassierte dafür völlig zurecht von den sicher und umsichtig leitenden Schiedsrichtern Raimo Füßler und Dennis Schneider eine direkte rote Karte – vollkommen unnötig. Waren es die Nerven? Zumindest ließen sich seine Mannschaftskameraden nicht aus dem Takt bringen, verkrafteten das 14:17 und zogen anschließend unnachahmlich davon. Den Zwischenstand zum 21:15 (49. Min.) markierte dabei der 45-Jährige Spielertrainer Manuel Müller, der diesmal aufgrund der breit besetzten Bank nicht durchackern musste. Die restliche Spielzeit glich einem Scheibenschießen. Vor allem Konstiantyn Ustymenko lief heiß und erzielte fünf der letzten acht Treffer sehenswert aus dem Rückraum. Beim Spielstand von 30:21 ertönte die Schlusssirene und die Erleichterung war auf der einen Seite spürbar, auf der anderen Seite herrschte natürlich große Trauer ob des Abstiegs. Für die Spielzeugstädter trafen in dieser Partie unter anderem auch Kamil Piskac (1), der einstige Bundesliga-Kreisläufer aus Coburg und der aus der Ukraine geflüchtete, 17-Jährige Anton Sychow. Sein Treffer zum 29:21 wurde besonders frenetisch bejubelt.

Und ein weiterer Mann wurde bejubelt und ungläubig begutachtet: Torwart Borys Kriuchkov. Einst mit dem ukrainischen Team Motor Saporoschje in der Champions League, zog er vor allem im zweiten Durchgang mit etlichen tollen Paraden den gegnerischen Spielern den sprichwörtlichen Zahn. Mit dieser Leistung aus Halbzeit zwei jedenfalls muss nicht angst und bange sein. Nach einem spielfreien Wochenende an Pfingsten geht es am 11. Juni nach Aschersleben. Ein großer Mannschafts- und Fanbus ist geplant. Eine Woche später dann steigt das letzte Heimspiel zu Hause gegen Aue und wer weiß, vielleicht erleben die SHV-Mannen ja noch ein kleines Wunder. Die eigenen Hausaufgaben jedenfalls gilt es zu machen und dabei darf gerne an die zweite Hälfte gegen Plauen angeknüpft werden.

Presse SHV

Sonneberg: Kriuchkov, Martinsen; Ustymenko (8), Müller (1), Bondar, Kumogorodskyy (2), Dietrich (2), Sychow (1), Untu (3), Mustafic (7/2), Bulov (4), Piskac (1), Levitskiy (1)

Strafwürfe: Sonneberg: 2/2; Wittenberg/Piesteritz: 3/5
Zeitstrafen: Sonneberg: 4; Wittenberg/Piesteritz: 3
Disqual.: Bulov (Sbg., 44. Min., grobes Foulspiel)

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