1. Männer: 20:33-Heimpleite und emotionale Verabschiedung

Abschiedsspiel mit Schönheitsfehler

Handball, Mitteldeutsche Oberliga Männer, 6. Spieltag Abstiegsrunde, Bericht

Sonneberger HV – EHV Aue II 20:33 (10:14)

Sonneberg. Am zurückliegenden Samstagabend ging die Saison in der Mitteldeutschen Oberliga, Deutschlands vierthöchster Spielklasse, für die Männer vom Sonneberger Handballverein (SHV) zu Ende. Doch nicht nur die Spielzeit endete bekanntlich mit dem Abstieg in die Thüringenliga. Auch eine große Handballkarriere ging zu Ende: die von Spielertrainer Manuel Müller. Der 45-jährige hängt die aktiven Handballschuhe an den Nagel und wird sich zukünftig „nur“ noch als Trainer engagieren.

Das Spiel gegen das Junior-Team des Bundesligisten aus Aue hatte zwar sportlich keinen Wert, aber emotional dafür natürlich um so mehr. Das man am Ende mit 20:33 verlor, passt dabei in gewisser Weise in das gesamte Bild der Saison. Gute Anlagen sind da, aber die Mannschaft schaffte es zu selten, diese auch gemeinsam und erfolgreich aufs Parkett zu bringen. Aue dagegen spielte wie aus einem Guss, schnell, ansehnlich und im Torwurf immer erfolgreicher. Konnte Torhüter Borys Kriuchkov in der ersten Hälfte noch einige spektakuläre Paraden zeigen, war spätestens im zweiten Durchgang die Luft in der gesamten Mannschaft raus. Ohne eine Spielidee ging man sprichwörtlich unter. Die tropischen Bedingungen in der SBBS-Halle, es waren gefühlt 40 Grad, taten ihr übrigens. Doch damit mussten beide Parteien klarkommen. Nach dem Halbzeitstand von 10:14 aus Sicht des SHV ging in der zweiten Halbzeit nichts mehr. Mit 20:33 verlor man mehr als deutlich und in gewisser Weise nicht einmal unverdient.

Für die über 300 Fans, die trotz der Hitze in der Halle waren, hätte man sich einen schöneren Saisonabschluss gewünscht. Doch viele von ihnen waren nicht nur wegen dem Spiel an sich gekommen. Vielmehr sollte es eine würdige Verabschiedung des langjährigen Spielers, Kapitäns und Spielertrainers Manuel Müller werden. Und die war es auch! Als er vor dem Spiel die Halle betrat, rieb er sich verwundert die Augen. Da, wo sonst das Plakat des Hauptsponsors hängt, war eine Wäscheleine mit den Trikots seiner Karriere gespannt. Vom Beginn aus DDR-Zeiten in Berlin, über die Station in Suhl bis eben die letzten 20 Jahre in Sonneberg. Seine Mannschaft lief mit eigens angefertigten Shirts auf, die alle die legendäre Nummer 7 auf dem Rücken hatten und dazu natürlich den Namen Müller. Nachdem die beiden Vorsitzenden Alexander Ebert und Uwe Scheler ein paar Worte zur Saison und vor allem zum Dank an alle fleißigen Helfer sprachen, liefen die Südthüringer ein. Als Letzter kam Müller, der durch ein Spalier deiner Mannschaftskollegen in die Hallenmitte lief. Dort überreichte Hendrik Möller die Ehrennadel des Thüringer Handballverbandes. Weiterhin gab es vom SHV-Vorstand noch ein Bild mit Auszügen aus den letzten 20 Jahren und eine große Flasche seines Lieblingsgetränks. Nach dem obligatorischen Foto erfolgte der Anpfiff.

Im zweiten Durchgang weilte dann für kurze Zeit noch einmal Handball-Nostalgie auf dem Parkett, denn neben Manuel Müller kam auch Martin Blechschmidt zu einem kurzen Einsatz – noch ein letztes Mal gemeinsam. Und als die Hallenuhr die Spielzeit von 59 Minuten und 29 Sekunden zeigte, zückte Konstantin Selenow noch einmal die grüne Karte und bat zur Auszeit. Zu besprechen gab es da beim Spielstand von 20:33 freilich nichts mehr. Vielmehr sollte dies den Rahmen für die endgültige Abschiedsrunde von Manuel Müller bilden. Hallensprecher Thomas Wöhner kündigte dies an, alle erhoben sich von ihren Plätzen, spendeten stehende Ovationen und so floss vor allem in dieser emotionalen Auszeit die eine oder andere Träne auf dem Parkett, aber auch auf den Rängen. Nach dem Spiel genossen alle die gemeinsame Zeit, schwelgten in Erinnerung und hatten sich viel zu erzählen, waren doch etliche Weggefährten gekommen. Sei es die Familie aus Berlin oder Freunde aus Suhl, viele waren da und bildeten so auch einen würdigen Rahmen für die Verabschiedung von Manuel Müller von der aktiven Handballkarriere.

Presse SHV

Sonneberg: Kriuchkov, Melniychuk; Ustymenko, Müller, Kumogorodskyy (4), Dietrich, Blechschmidt, Sychow (1), Untu, Mustafic (2), Bulov (5/2), Piskac (6), Levitskiy (2), Hornak

Strafwürfe: Sonneberg: 2/4; Aue: 0/1
Zeitstrafen: Sonneberg: 6+1RK; Aue: 1
Disqual.: Dietrich (Sbg., 39. Min., 3x2min.)

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